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Das interplanetare Raumschiff von SpaceX
Das interplanetare Raumschiff von SpaceX (Bild: Frank Wunderlich-Pfeiffer / SpaceX)

SpaceX: Warum Elon Musks Marsplan keine Science-Fiction ist

Das interplanetare Raumschiff von SpaceX
Das interplanetare Raumschiff von SpaceX (Bild: Frank Wunderlich-Pfeiffer / SpaceX)

Hat Elon Musk den Mund zu voll genommen? Der SpaceX-Chef hat mit seinen Marsplänen wieder einmal die Wissenschaftswelt gespalten. Dabei basiert jeder Teil des Plans auf real vorhandener und umsetzbarer Technik. Musk sieht allerdings selbst gute Chancen, damit zu scheitern.

Auf dem 67. Internationalen Astronautischen Kongress hat Elon Musk seine lang erwarteten Pläne zum Bau von interplanetaren Raumschiffen für die Besiedelung des Mars vorgestellt. Tatsächlich stellte SpaceX die Präsentation des Raumschiffs und der Rakete schon einige Minuten vor dem Vortrag auf Youtube zur Verfügung. Das Konzept erinnert an die frühen Entwürfe der Spaceshuttles und besteht aus zwei wiederverwendbaren Teilen, einer Raketenstufe und dem Raumschiff selbst.

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Eine erste Stufe der Rakete soll mit 42 methanbetriebenen Triebwerken starten. Sie ist mit einem Durchmesser von 12 Metern und einer Höhe von 77,5 Metern "ziemlich groß", wie Elon Musk sagte. Wie eine Falcon 9 wird sie mit Hilfe ihrer Raketentriebwerke zur Startrampe zurückkehren und auf drei Beinen landen. Sie soll dabei direkt auf der Startrampe landen, um schnellstmöglich wiederbetankt und mit einem neuen Raumschiff beladen werden zu können.

Die 2.500 Tonnen schweren Raumschiffe haben große Treibstofftanks, um nach der Abtrennung von der Raketenstufe mit ihren neun Triebwerken den Orbit zu erreichen. Die Tanks sind auch groß genug, um vom Erdorbit aus den Mars zu erreichen oder vom Mars aus zur Erde zurückzukehren. Aber dazu muss das Raumschiff zunächst neu betankt werden. Im Erdorbit soll es sich dazu mit speziellen Tankraumschiffen treffen, die mit der gleichen Rakete gestartet werden. Auf dem Mars soll der Treibstoff, Methan und Sauerstoff, vor Ort hergestellt werden. Ohne die Tankraumschiffe müsste die Rakete noch fünf- bis zehnmal größer sein.

Ein leeres Tankraumschiff soll mit einer Masse von 90 Tonnen etwa so schwer sein, wie ein Space Shuttle. Die Raumschiffe selbst sollen leer etwa 150 Tonnen wiegen, etwas mehr als die Hälfte eines Airbus A380. Dabei verbleibt eine Nutzlast von 450 Tonnen und genug Platz für 100 Passagiere. Elon Musk hofft, den ersten Prototypen eines solchen Raumschiffs in den nächsten Jahren entwickeln zu können. Aber die technischen Details, die hier noch genauer beschrieben werden, gerieten in der Präsentation fast in den Hintergrund.

Die Vision von der Zivilisation auf dem Mars

Elon Musks Vortrag trug den Titel "Den Mensch zu einer Multiplanetaren Spezies machen" ("Making Humans a Multiplanetary Species") und beschreibt unverkennbar eine Vision. Mit dem Raumschiff soll keine einmalige Reise zum Mars unternommen werden. Es sollen ganze Flotten gebaut werden, die gemeinsam zum Mars starten, wenn ihn seine Umlaufbahn etwa alle zwei Jahre in Erdnähe bringt. Das Ziel ist die Besiedelung des Mars mit einer eigenständigen, selbsterhaltenden Zivilisation von etwa einer Million Menschen. Es ist auch keine neue Vision, sondern Elon Musks bekanntes Argument, dass die Menschheit eine zweite Heimat im Sonnensystem haben sollte.

Der gesamte erste Teil des Vortrags beschreibt diese Vision. Dabei hält sich Elon Musk, anders als manche Science-Fiction-Autoren, zumindest an die Grenzen der technischen Machbarkeit. Wie er selbst betont, fehlen zur technischen Umsetzung vor allem zwei Dinge. Die nötige Ingenieurarbeit, um aus der vorhandenen Technologie eine funktionierende Rakete und ein funktionierendes Raumschiff zu entwickeln, sowie das Geld, um diese Arbeit zu bezahlen.

Flotten mit 1.000 Raumschiffen

Das Ziel dieser Arbeiten soll es sein, eine Reise zum Mars als tatsächliche Möglichkeit erscheinen zu lassen. Dazu gehört auch, dass langfristig möglichst niedrige Kosten pro Passagier erreicht werden. Dazu sollen die Raketenstufen etwa 1.000-mal wiederverwendet werden, die Tanker etwa 100-mal und die Raumschiffe selbst 12-mal. Langfristig rechnet Musk mit Konstruktionskosten von 230 Millionen US-Dollar für die Trägerrakete, 130 Millionen US-Dollar pro Tanker und 200 Millionen US-Dollar pro Raumschiff. Die Entwicklungskosten und die Kosten für die ersten Exemplare wären aber wahrscheinlich "sehr hoch".

In der Vision der Besiedelung des Mars bricht am Ende alle zwei Jahre eine Flotte von etwa 1.000 solcher Raumschiffe zum Mars auf. Sie sähe dann aus "wie die Flotte in Kampfstern Galactica". Zunächst wären die Flotten aber kleiner und die Kosten ohne die notwendige Serienfertigung auch deutlich höher. Insgesamt lägen die Kosten in der Größenordnung der Ausgaben für die heutige Luftfahrt. Airbus hat beispielsweise allein Bestellungen für etwa 12.800 Exemplare des Airbus A320 ausstehen, mit einem Listenpreis von etwa 100 Millionen US Dollar haben diese einen Gesamtwert von über 1.000 Milliarden US-Dollar oder dem Nasa Budget von etwa 50 Jahren.

Den Zeitrahmen legte Musk mit Absicht nicht genau fest. Er sprach von 40 bis 100 Jahren und hofft zur Finanzierung auf eine Public Private Partnership. Musk kann sich aber auch andere Finanzierungsmöglichkeiten vorstellen. Nach seinen Aussagen kann SpaceX derzeit weniger als 5 Prozent seiner Mittel in die Entwicklung der Marspläne investieren. Mit diesen 5 Prozent hat SpaceX aber bereits jetzt einige beeindruckende Leistungen vollbracht.

Neue Treibstofftanks und Triebwerke werden schon getestet 

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Atalanttore 08. Okt 2016

Weil es halt nicht geht.

mindo 07. Okt 2016

Großartig! Kann ich zu 100% unterschreiben.

redwolf 04. Okt 2016

Die Menschheit hat die Tendenz ihr eigener Feind zu sein. Sei es z.B. Überbevölkerung...

redwolf 04. Okt 2016

Dezentralisierung der Menschheit. Wenn hier der Nuke Button gedrückt wird, hat die...

Emulex 03. Okt 2016

Ein Visionär ist für mich jemand, der nicht nur Dinge sieht die völlig offensichtlich...



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