Werbung ist nicht das Geschäftsmodell

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Zeit Online: Aber solange Sie von Path aus ihre Freunde auf Facebook erreichen, geschieht genau das, oder?

Morin: Anfangs ist das oft so. Aber sobald ein paar enge Freunde oder Familienmitglieder auch auf Path sind - ideal sind fünf bis zehn -, trennen die meisten Nutzer Path und Facebook komplett.

Zeit Online: Als Myspace vor vielen Jahren startete, war es so etwas wie ein virtueller Safe, und dann hat sich etwas vollständig anderes daraus entwickelt. Glauben Sie, das Bedürfnis nach einem geschützten privaten Raum ist groß genug, um daraus ein Geschäft machen zu können? Gibt es Wettbewerber?

Morin: Es gibt Firmen mit einem ähnlichen Ansatz. Nextdoor aus San Francisco zum Beispiel. Sie konzentrieren sich auf Nachbarschaften. Oder Yammer, das für die Kommunikation im Büro gedacht ist. Dann gibt es Pair, für den Austausch eines Paares. Wir kümmern uns wie gesagt eher ums Zuhause.

Zeit Online: Was ist Ihr Geschäftsmodell?

Morin: Weil wir auf Privatsphäre ausgerichtet sind, auf den geschützten, persönlichen Raum, verzichten wir auf Werbung. Myspace und andere mussten sich der Werbekundschaft öffnen, darauf sind ihre Geschäftsmodelle ausgerichtet, das hatte auch Folgen für das Produkt. Wir wollen kostenpflichtige Zusatzdienste anbieten. Zum Beispiel gibt es einige kostenlose Filter für Fotos, andere hingegen kosten etwas. Und Sie werden in den kommenden Monaten weitere kostenpflichtige Angebote sehen.

Zeit Online: Der Nutzer von Path ist wirklich der Kunde und nicht das Produkt?

Morin: Genauso ist es. Das ist uns sehr wichtig. Wir wollen das Vertrauen unserer Kunden erhalten. Außerdem glauben wir, dass wir so ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen können.

Zeit Online: Wie viele Kunden haben Sie und wie verteilen sich diese?

Morin: Wir haben in zwei Jahren rund sechs Millionen Kunden gewonnen, die Hälfte davon in den USA, die andere Hälfte in aller Welt.

Zeit Online: Was sind Ihre Pläne für die nächsten zwölf Monate?

Morin: Wir haben gerade eine Suchfunktion gestartet, mit der sich länger zurückliegende Ereignisse und Fotos leichter finden lassen. Die Zugriffe der Nutzer auf Path haben sich seither verdoppelt. Ich selbst habe dadurch ein Café in München gefunden, das einer meiner Freunde einmal besucht hat.

Im Übrigen konzentrieren wir uns auf unsere zahlungspflichtigen Dienste und auf unsere Expansion in Ländern wie Deutschland und Japan, die Privatsphäre schätzen.

 Soziales Netzwerk: Bei Path ist der Nutzer Kunde, nicht das Produkt

daniel.ozean 24. Jan 2013

Kritscher sind wohl die allgemeinen Formulierungen wie: What Information Do We Share...

Insomnia88 24. Jan 2013

Schließe mich Cry88 an. Diese Studie mag ja vielleicht ihre Daseinsberechtigung haben...

cry88 24. Jan 2013

das sind komische freundschaften... redest du vielleicht von bekantschaften? wenn ich...

azeu 24. Jan 2013

Ja, ist wirklich eine doofe Übersetzung. FB hätte den deutschen Begriff "Bekanntschaft...

McNoise 23. Jan 2013

es mag zwar den anchein machen, dass bestimmte plattformen private, persönliche oder...

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