Sonys Minidisc Das letzte Speichersystem seiner Art

Das letzte noch verbreitete magneto-optische Datenträgersystem nähert sich seinem kommerziellen Ende. Sony will im März 2013 das letzte System mit der Minidisc auf den Markt bringen. Ein Nachruf mit Bildern längst vergessener Datenträgersysteme, die für viel zu kurz geratene Ewigkeiten gebaut wurden.

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Sony hat das Ende der Minidisc (MD) angekündigt, das berichtet unter anderem Cnet Japan, und es geht aus der japanischen Pressemitteilung der letzten Minidisc-Anlage hervor. Die letzte MD-Anlage wird voraussichtlich im März 2013 in Japan ausgeliefert. Danach gibt es keine neue Hardware. Zwar wird es weiterhin Garantieleistungen geben, aber keine neuen Anlagen, portablen Player oder gar USB-Laufwerke. Sony wird nur die Medienproduktion aufrechterhalten. Mit dem Ende der Minidisc endet auch eine Ära der digitalen Speichersysteme.

  • Hi-MD-Player samt Medium (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • TDK-Medium vor der Hi-MD-Zeit mit 74 Minuten Spielzeit (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Der Schieber schützt Ober- und Unterseite der MD. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Die Minidisc wird im Unterschied zur verwandten MO-Disk mit einem c geschrieben. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Hier greift der Motor hinein. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • MDs gab es in gut sortierten Audioabteilungen auch vorbespielt. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Diese MDs werden nur auf einer Seite geöffnet. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Links gut zu sehen: der Mechanismus, der den Schieber festriegelt. Mit Fingernageleinsatz bekommt man MDs trotzdem auf. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Schreibschutz einer MD (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • MDs gab es häufig in transparenten Hüllen. Die Technik sah damals so spannend aus! (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Es gab aber auch Medien, die nicht zeigten, was in ihnen steckte. Sharps 60-Minuten-Disk wirkt wie ein Fremdkörper. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • MD-Hülle versus Kassettenhülle. Beide Formate sind viel handlicher als das der CD. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die MD ist deutlich kleiner als eine Kassette. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Trotzdem konnte sich die Minidisc nicht weit genug durchsetzen, um selbst die Kassette zu verdrängen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Vergleich zu einer Schallplatte wirkt die MD wirklich mini. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Schallplatten werden heute noch gepresst, auch wenn es nur noch wenige Maschinen gibt und diese mittlerweile gesucht werden. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Auftragsbücher einiger Schallplattenhersteller sind gut gefüllt. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eine Schallplattenhülle muss nicht viereckig sein. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Mit acht Ecken geht es auch. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Verwirrte unsere Leser in sozialen Netzwerken: Viele dachten, es sei eine 5,25-Zoll-Diskette. Tatsächlich hat sie aber 2,75 Zoll mehr. Im Bild sind übrigens 2,5-Euro-Stücke. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Ein Mac mit Laserdisc-Slot-In-Laufwerk? Schön wär's! Obwohl die Displays mittlerweile groß genug sind, kam niemand auf die Idee, das zu verwirklichen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Schieber einer 5,25-Zoll-MO wird von einem 10-Mark-Stück aufgehalten. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eines der ersten ZIP-Laufwerke... (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • ... für 100-MByte-Medien mit parallelem Anschluss (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Die Technik hielt sehr lange auf dem Markt durch. Hier das 750-MByte-Modell... (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • ... mit USB-Anschluss. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Diesen Film muss man noch mittendrin umdrehen, es sei denn, der Nutzer hat einen LD-Player mit zwei Köpfen. Diese Star-Wars-Version wurde übrigens noch nicht von George Lucas überarbeitet. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Eine UDO in unserer Sammlung. Mangels Laufwerk haben wir sie nie ausgepackt. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Die HD-DVD wurde von Microsoft mit dem zusätzlichen Xbox-Laufwerk unterstützt. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Artverwandt: Die MO-Technik, hier mit einem Fujitsu-Laufwerk mit USB-Anschluss (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Die Technik ist leider sehr langsam beim Schreiben. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Jaz-Laufwerke gehören zu den Wechselplattensystemen. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Hier ein Modell mit externem SCSI-Anschluss (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Die HD-DVD war Gegenspieler zu Sonys Blu-ray, ... (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • ... die nur kurz auf dem Markt war. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Ein Clik-Laufwerk. Ja, es ist noch eingeschweißt. Wir warten auf die richtige Gelegenheit, um es auszupacken und den Duft eines fabrikneuen Clik-Laufwerks einzuatmen. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Für Besitzer von MO-Laufwerken interessant... (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • ...ist dieser Adapter. Damit sollten von der Kamera direkt die Bilder auf eine kleine MO gesichert werden. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Ein Travan-Band, das mal zur Sicherung verwendet wurde. Dieses Band hatte zu viele Schreibzyklen und wurde vom mittlerweile entsorgten Laufwerk nicht mehr erkannt. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Verschiedene Diskettengenerationen (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • MOs im Großformat... (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • ... sind schwer, unhandlich, ... (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • ... aber dafür ziemlich robust. Rechts ist ein 9,1-GByte-Medium zu sehen. Die Laufwerke gab es wie hier zu sehen in halber Bauhöhe. Auch in voller Bauhöhe waren die schweren und ziemlich heiß werdenden Laufwerke verfügbar.  (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Die kleine 3,5-Zoll-MO... (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • ... war schön leicht. Hier zu sehen ist ein OW-Medium, das beim Schreiben ohne Löschvorgang auskommt. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • PD-Medien waren der Vorläufer der DVD-RAM. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Sie existierten etwa zur gleichen Zeit wie Caddy-basierte CD-Laufwerke. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Unsere Fotografin ist so jung, dass sie nicht einmal wusste, wie sie den Datenträger in den Caddy legen muss. Das wird für die Nachwelt hier dokumentiert. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Gut zu sehen: der Schieber, damit der Laser auf die CD gerichtet werden kann. Der Deckel ist aus anderen Gründen transparent. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Caddy-Laufwerk von Plextor (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • PD-Laufwerk von Panasonic. Eine LED zeigt an, ob eine PD oder CD eingelegt wurde. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Darunter befindet sich das Caddy-Laufwerk. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Die DVD-RAM kam mit Caddy. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Schon damals war absehbar, dass die Caddys nur im professionellen Umfeld gebraucht werden. Deswegen konnten die Medien bei einigen Caddys herausgenommen werden. (Bild: Nina Sebayang/Golem.de)
  • Der Minidisc-Recorder MXD-D3 beim schnellen Kopieren. (Bild: Nico Ernst/Golem.de)
  • Display des Sony MXD-D3 (Bild: Nico Ernst/Golem.de)
Die Minidisc wird im Unterschied zur verwandten MO-Disk mit einem c geschrieben. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Die Minidisc war einmal ein System mit Vorteilen, die teilweise erst mit dem Aufkommen des Flash-Speichers wieder erreicht wurden. In Zeiten, in denen der Austausch von Daten zwischen Anwendern mehr als nur anstrengend war, als es noch keine USB-Sticks gab, es einfach keine Option war, mit einem melodisch fiependen Modem mal eben eine Fotosammlung zu verschicken und jeder sein eigenes Format hatte, waren die Minidiscs ein Teil einer enormen Medienvielfalt, sowohl im Musik- und begrenzt auch im Datenbereich.

Vom Flop zu ersten Erfolgen

Doch die Geschichte der MD begann mit einem Flop. Das erste und damals einzige verfügbare Gerät war der als "Walkman" bezeichnete MZ-1, der in Deutschland Anfang 1993 auf den Markt kam, also vor ziemlich genau 20 Jahren. Verglichen mit den damals schon sehr schlanken und leichten Kassettenspielern namens Walkman war der MZ-1 ein regelrechter Brocken: 680 Gramm (inklusive Akku) verteilten sich auf 14 x 11,4 x 4,3 cm. Nicht nur die schieren Dimensionen, derentwegen das Gerät kaum in eine Jackentasche passte, verhinderten einen Erfolg.

Woran es hakte, merkten wir schon, als uns ein befreundeter Kollege seinen MZ-1 eine Woche nach dem Kauf für einen Bruchteil des Verkaufspreises von rund 600 Mark anbot: Die Akkulaufzeit war zu kurz. Maximal eine Stunde konnte der Rekorder mit einer Ladung aufzeichnen, abspielen nur ein paar Minuten mehr. Die Nickel-Cadmium-Akkus waren proprietär, ein externes Batteriefach erst angekündigt.

Aus Neugier auf ein discbasiertes digitales Audiogerät und den Klang der Atrac-Komprimierung haben wir den MZ-1 dann aber doch gekauft. Die miese Akkulaufzeit bestätigte sich, reichte aber für den Hin- und Rückweg zur Arbeitsstelle noch aus. Dabei war es schon faszinierend, während der Zugfahrt analog von Langspielsplatten aufgenommene Stücke in einzelne Tracks aufzuteilen und sie dann noch über die 10er Tastatur zu benennen. Endlich ein Medium, das man selbst bespielen konnte und das direkten Zugriff auf einzelne Stücke bot. Vor- und Rückspulen war Geschichte, und so stoßempfindlich wie ein CD-Walkman war der MZ-1 auch nicht.

Schlechter, aber rauschfreier Klang der ersten MD-Abspielgeräte 

divStar 12. Apr 2014

Also privat geht mir das Verbot auf Kopie sowieso am Allerwertesten vorbei. Wenn ich mir...

ploedman 06. Feb 2014

Ich habe noch ein 5 DM Schein, ein Kunstwerk.

Tzven 01. Mär 2013

Sony hat, nur so am rande, letztes Jahr noch ein Doppel-Kassetten-Deck rausgebracht. Ich...

narfomat 27. Feb 2013

die frage stellt sich überhaupt nicht, weil du in 15 jahren sowieso keinen rechner mehr...

Phreeze 25. Feb 2013

der MZR35 hatte ein extern anschraubbares 2xAA Batteriefach, war auch nötig bei häufiger...

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annotary.com / 22. Feb 2013

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