Anzeige
Augenoperation (Symbolbild): Implantat ohne Induktionsspulen und Kabel
Augenoperation (Symbolbild): Implantat ohne Induktionsspulen und Kabel (Bild: Navesh Chitrakar/Reuters)

Solarzelle Retina-Implantat mit eigener Stromversorgung

US-Forscher haben ein Retina-Implantat mit integrierter Stromversorgung entwickelt: Die Pixel des Chips fangen Lichtimpulse auf und wandeln diese in elektrische Impulse für Nervenzellen und in Strom, mit dem sich das Implantat selbst versorgt.

Anzeige

Ein Retina-Implantat, das nicht nur Licht einfängt, sondern davon auch mit Energie versorgt wird, haben Wissenschaftler von der Stanford-Universität in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien entwickelt. Dadurch wird das Implantat kleiner und einfacher zu implantieren.

Spulen

Die meisten bisher entwickelten Retina-Implantate werden über Induktionsspulen mit Strom versorgt. Das System aus Spulen, Decoder und Kabeln, die durch das Auge führen, einzusetzen, sei ein schwieriger Eingriff, schreiben die Forscher um Keith Mathieson und James Loudin in der Fachzeitschrift Nature Photonics. Vorteil ihres Systems sei, dass die Pixel Fotorezeptor und Energielieferant seien.

Wie andere Retina-Implantate arbeitet auch dieses System mit Kameras, die in eine Brille integriert sind. Die Bilder werden an einen portablen Computer geschickt, der sie verarbeitet. Der Computer überträgt die bearbeiteten Bilder an Projektoren, die im Inneren der Brille sitzen.

Licht in elektrische Impulse

Die Projektoren schicken die Bilder als Infrarotpulse auf das Implantat, das dort sitzt, wo sich in einem gesunden Auge die Fotorezeptoren befinden. Jedes Pixel des Implantats enthält drei Dioden, die das Licht auffangen und in elektrische Impulse wandeln. Eine angeschlossene Elektrode stimuliert mit diesen dann die Nervenzellen.

Gleichzeitig sind die Pixel Photovoltaikmodule, die das Licht, das darauf fällt, in elektrischen Strom wandeln. Die Stanford-Forscher sind nicht die ersten, die ein Retina-Implantat mit Solarzellen konstruiert haben. Bisher waren die Konzepte jedoch daran gescheitert, dass zu wenig Licht auf der Solarzelle ankam. Nicht einmal an einem Sonnentag am Äquator falle genug Licht durch das Auge auf die Retina, um genug Energie für das Implantat zu erzeugen, sagte Loudin dem US-Wissenschaftsmagazin Technology Review. Durch die gezielte Projektion des Infrarotlichts auf die Zellen konnten die Forscher dieses Problem lösen.

Licht im nahen Infrarotbereich

Die Forscher haben sich für das Licht im nahen Infrarotbereich entschieden, weil es zum einen nicht von eventuell noch vorhandenen Fotorezeptoren aufgefangen wird, also auch das Bild, das der Patient sieht, nicht stört. Zum anderen schädigt das Licht in diesem Spektrum das Gewebe im Auge nicht.

Den Stanford-Forschern ist es jedoch nicht nur gelungen, eine bessere Variante für die Energieversorgung zu schaffen - das Implantat hat möglicherweise auch eine höhere Pixeldichte als Vorgängermodelle, was besseres Sehen ermöglicht. Die Wissenschaftler haben mehrere Designs für das Implantat ausprobiert, darunter eines mit einer Dichte von 178 Pixeln pro Quadratmillimeter. Zum Vergleich: Das Implantat des kalifornischen Herstellers Second Sight, das bereits auf dem Markt ist, hat insgesamt nur 60 Pixel.

Labortests

Bis das Stanford-Implantat einsatzbereit ist, dürfte es jedoch dauern. Bisher wurde das System nur im Labor an Gewebe aus der Retina von Ratten getestet. Als Nächstes muss es erst einmal Tieren eingesetzt werden. Bevor das System in klinischen Tests erprobt werden kann, werden also noch einige Jahre vergehen.

Das Implantat ist gedacht für Patienten, die an Makuladegeneration leiden. Dabei werden die Fotorezeptoren zerstört, also die Zellen, die ein Bild auffangen. Die für die Bildverarbeitung zuständigen Nervenzellen in der Retina hingegen seien weitgehend erhalten, schreiben die Forscher.


eye home zur Startseite
Ein neuer 16. Mai 2012

Letztens stieß ich zufällig beim Zappen auf die Sendung mit der Maus. Dort wurde gezeigt...

tilmank 14. Mai 2012

zur Rekalibrierung des Visors in der Krankenstation :D

xenoraziel 14. Mai 2012

Wenn man für die Kameras in der Brille Nachtsicht-Kameras benutzt, sieht man Nachts dann...

Kommentieren



Anzeige

  1. Administrator Linux (m/w) High Performance Computing
    Bechtle GmbH IT-Systemhaus Nürnberg, Nürnberg
  2. Consultant / Senior Consultant LCA of Chemicals and Construction Products (m/w)
    thinkstep AG, Leinfelden-Echterdingen
  3. SAP Key User Technik (m/w)
    Rentschler Biotechnologie GmbH, Laupheim
  4. Projektmanager (m/w) nationale und internationale Projekte
    PSI AG, Aschaffenburg

Detailsuche



Anzeige
Top-Angebote
  1. NEU: World of Warcraft: Warlords of Draenor [PC Code - Battle.net]
    4,99€
  2. NEU: Blu-rays zum Sonderpreis
    (u. a. Codename U.N.C.L.E 8,94€, Chappie 9,97€, San Andreas 9,99€, Skyfall 6,19€)
  3. NEU: 4 Blu-rays für 30 EUR
    (u. a. Interstellar, Mad Max Fury Road, Die Bestimmung, Chappie, American Sniper, Who am I)

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Skylake-R

    Intel veröffentlicht 65-Watt-Quadcores mit GT4e-Grafik

  2. Brasilien

    Whatsapp schon wieder blockiert

  3. Microsoft

    SQL Server 2016 steht ab dem 1. Juni bereit

  4. Netzpolitik

    Edward Snowden ist genervt

  5. Elektroauto

    BMW vergrößert die Reichweite des i3 deutlich

  6. Patentklagen

    Nvidia und Samsung legen Rechtsstreit bei

  7. 100 MBit/s

    Telekom-Chef nennt Diskussionskultur zu Vectoring vergiftet

  8. Flyboard Air

    Neuer Weltrekord im Hoverboarden

  9. Pre-Touch

    Microsofts neues Display reagiert vor der Berührung

  10. Mobilcom-Debitel

    DVB-T2 in 1080p wird Freenet TV heißen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Privacy-Boxen im Test: Trügerische Privatheit
Privacy-Boxen im Test
Trügerische Privatheit
  1. Kaspersky-Analyse Fast jeder Geldautomat lässt sich kapern
  2. Alphabay Darknet-Marktplatz leakt Privatnachrichten durch eigene API
  3. Verteidigungsministerium Ursula von der Leyen will 13.500 Cyber-Soldaten einstellen

LizardFS: Software-defined Storage, wie es sein soll
LizardFS
Software-defined Storage, wie es sein soll
  1. Security Der Internetminister hat Heartbleed
  2. Enterprise-IT Hunderte Huawei-Ingenieure haben an Telekom Cloud gearbeitet
  3. HPE Hyper Converged 380 Kleines System für das schnelle Erstellen von VMs

LG Minibeam im Test: Wie ein Beamer mein Begleiter wurde
LG Minibeam im Test
Wie ein Beamer mein Begleiter wurde
  1. Huawei P9 im Test Das Schwarz-Weiß-Smartphone
  2. HTC Vive im Test Zwei mal zwei Meter sind mehr, als man denkt
  3. Panono im Test Eine runde Sache mit ein paar Dellen

  1. Re: Warum eigentlich nur 64GB RAM max?

    Sharra | 04:43

  2. Re: Klage gegen Paypal wegen Betrug?

    alexK | 04:25

  3. Re: 2028: Markenschutz für Windows abgelaufen

    CptSparky | 04:19

  4. Re: Bei normalen Touchscreens ist das haptische...

    johnsonmonsen | 03:55

  5. Re: Kriegen die alteingesessenen nicht genug?

    Squirrelchen | 03:44


  1. 00:35

  2. 00:35

  3. 21:22

  4. 18:56

  5. 18:42

  6. 18:27

  7. 18:17

  8. 18:01


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel