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Das darf von Hardware mit gespeicherten Geheimnissen nach Vorgaben der Behörden übrig bleiben.
Das darf von Hardware mit gespeicherten Geheimnissen nach Vorgaben der Behörden übrig bleiben. (Bild: Privacy International)

Snowden-Dokumente: Die planmäßige Zerstörungswut des GCHQ

Das darf von Hardware mit gespeicherten Geheimnissen nach Vorgaben der Behörden übrig bleiben.
Das darf von Hardware mit gespeicherten Geheimnissen nach Vorgaben der Behörden übrig bleiben. (Bild: Privacy International)

Warum mussten die Redakteure des Guardian auf Anweisung der GCHQ-Agenten so viele Einzelkomponenten in einem Macbook Air zerstören, auf denen die Snowden-Dokumente gespeichert waren? Nach monatelangen Recherchen wagen Experten ein erstes Fazit.

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Unter Aufsicht des britischen Geheimdienstes GCHQ zerstörten Mitarbeiter der britischen Tageszeitung Guardian vor zwei Jahren ihr eigenes Notebook - auf Anweisung der Regierung. Auf dem Macbook Air befanden sich die Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden zum US-Geheimdienst NSA. Die anwesenden Agenten des GCHQ achteten derart akribisch darauf, dass das Gerät vollständig zerstört wurde, dass der Verdacht aufkam, sie hätten eigene Spuren verwischen wollen; das Apple-Notebook sei zuvor vom Geheimdienst mit Spionagesoftware präpariert worden. Der Guardian überließ den Technikexperten bei Privacy International das zerstörte Notebook, die es untersucht haben. Für sie ist die Aktion ein Lehrstück: Wie zerstöre ich alle Daten auf einem Computer - unwiederbringlich?

  • Die zerstörte Steuerungsplatine für den Akku des Macbook Air beim Guardian (Foto: Privacy International)
  • Die SSD wurde mit einer Flex bearbeitet. (Foto: Privacy International)
  • Der zerstörte Chip des Tastaturcontrollers: Dort hätten Daten gespeichert werden können. (Foto: Privacy International)
  • USB-Sticks mussten erst mit einer Flex bearbeitet und ... (Foto: Privacy International)
  • ... anschließend in höchstens 3 Millimeter große Stücke geschreddert werden. (Foto: Privacy International)
Die zerstörte Steuerungsplatine für den Akku des Macbook Air beim Guardian (Foto: Privacy International)

Wenige Tage, nachdem der Guardian erste Artikel zu den Snowden-Dokumenten veröffentlicht hatte, wurde der GCHQ bei der Zeitung vorstellig. Er verlangte, dass die Geräte ausgehändigt würden, auf denen die Dokumente gespeichert waren. Der Guardian-Redakteur Ewen MacAskill hatte Glenn Greenwald nach Hongkong begleitet und dort Snowden getroffen, der den Journalisten die Dokumente ausgehändigt hatte. Zurück in Großbritannien, richteten sie unter anderem ein Macbook Air als Archiv ein. Es war vom Netz getrennt und lag abgeschottet in einem abhörsicheren Raum in der Redaktion - wie es Edward Snowden verlangt hatte.

Gerangel um Elektroschrott

Die britische Regierung setzte den Guardian unter Druck, die Dokumente herauszugeben. Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger berief sich auf die Pressefreiheit und den Quellenschutz und lehnte ab. Hätte er die Dokumente übergeben, hätten die Geheimdienste womöglich heikle Details entdeckt: wie genau und vor allem welche Dokumente in die Hände Edward Snowdens gelangt waren beispielsweise. Die USA waren schon dabei, juristisch verwertbare Beweise gegen Snowden zu sammeln. Und die britische Regierung drohte dem Guardian ebenfalls mit juristischen Konsequenzen.

Bereits mit einer empörten Öffentlichkeit konfrontiert, gab die britische Regierung nach, ordnete aber an, dass das Notebook in der Redaktion zerstört werden müsse. Den übrig gebliebenen Elektroschrott wollten die Agenten des GCHQ dann mitnehmen. Auch das verweigerte der Guardian. Die Zerstörung in einem großen Industrieschredder, wie vom Guardian zunächst vorgeschlagen, lehnte wiederum der GCHQ ab. Das Gerangel um die zerstörten Teile macht deutlich, wie gerne die Agenten den verbleibenden Elektroschrott forensisch untersucht hätten und wie vehement der Guardian das verhindern wollte.

Winkelschleifer und Entmagnetisierer

Schließlich einigte man sich: Das Gerät sollte unter Aufsicht des GCHQ in der Londoner Redaktion zerstört werden, die Restteile aber im Besitz der britischen Zeitung bleiben. Der Guardian hatte ohnehin inzwischen Kopien der Dokumente gemacht und anderswo versteckt - die britische Regierung und die Öffentlichkeit wussten längst davon.

Die Guardian-Redakteure sollten Winkelschleifer und Akkuschrauber sowie Staubmasken zum eigenen Schutz besorgen, wurde ihnen telefonisch mitgeteilt. Einen Entmagnetisierer wollte der GCHQ selbst stellen, dem Guardian war die Anschaffung zu teuer. Mit dem Werkzeug und dem unglückseligen Notebook fuhren die Guardian-Mitarbeiter in die Tiefgarage des Verlagsgebäudes. Dort begannen sie mit der aufwendigen Zerstörung des Macbook Air - unter Aufsicht zweier GCHQ-Agenten. Die Geheimdienstler filmten die Zerstörung mit ihren iPhones. Offenbar blieb es aber nicht bei einem einzigen Macbook Air. Laut den Aktivisten von Privacy International wurden insgesamt drei Notebooks und etliche USB-Sticks zerstört. Auf allen hatten die GCQH-Agenten immer die gleiche Hardware im Visier.

Zerstört, um Spuren zu verwischen?

Der Guardian überließ später die zerstörten Geräte den Technikexperten bei der Bürgerrechtsorganisation Privacy International. Sie überraschte, wie planmäßig die GCHQ-Agenten vorgegangen waren. Und sie begannen zu untersuchen, welche Chips und Controller zerstört worden waren und welche Bedeutung sie möglicherweise bei der Speicherung von Daten oder bei dem Ausspionieren gehabt haben könnten. Denn inzwischen wurde aus den Snowden-Dokumenten bekannt, dass Geheimdienste Geräte abfangen und präparieren, bevor sie ihr eigentliches Ziel erreichen. Die dafür zuständige Abteilung heißt ANT.

Mustafa Al-Bassam und Richard Tynan berichten nun über die Ergebnisse ihrer monatelangen Recherchen.

Verräterische Spuren in Controllern 

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Nadja Neumann 23. Sep 2015

Nun sie haben ja vorher gewusst, dass der GHCQ kommt. Man hätte das Mainboard...

Duke83 21. Sep 2015

es zeigt, dass sie als Spezialisten und Profis natürlich auch nur mit Professioneller...

MüllerWilly 19. Sep 2015

Heute wissen wir doch schon mehr: Es braucht keine Netzwerkverbindung um Daten aus einem...

Bouncy 02. Sep 2015

Weil die Zündelektronik in aller Regel von Außen zugänglich und recht ungeschützt ist...

Delphino 30. Aug 2015

Alternativ dazu könnte man alles einfach verbrennen. Da dürfte außer ein bisschen Metall...



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