Smart Inversion: Festo testet neue Form der Bewegung.
Smart Inversion: Festo testet neue Form der Bewegung. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Smart Inversion Würfel fliegt, indem er sich umstülpt

Auf der Hannover Messe präsentiert das schwäbische Unternehmen Festo einen schwebenden Würfel, der sich fortbewegt, indem er sich umstülpt. Ziel des Projekts ist, eine neue Art der Bewegung für industrielle Prozesse nutzbar zu machen.

Anzeige

Sanft schwebt das komplexe Gebilde unter der Decke. Es faltet sich auf eine ungewohnte Weise, stülpt sich um und bewegt sich so langsam vorwärts. Das Gebilde sei ein Würfelgürtel, es entstehe, wenn von einem Würfel zwei Ecken entfernt würden, erklärt Tobias Langscheid dem staunenden Publikum am Stand des schwäbischen Unternehmens Festo auf der Hannover Messe (Halle 15, Stand D07). Entdeckt habe das Prinzip des sich umstülpenden Würfels 1929 sein Großvater, der Schweizer Künstler und Wissenschaftler Paul Schatz.

Dritte Bewegung

Smart Inversion hat Festo den schwebenden Würfelgürtel genannt - nach der Bewegungsform, die Schatz Inversion oder Inversionskinematik genannt hat. Damit wolle das Unternehmen zum Nachdenken anregen, erklärt Festo-Sprecherin Pamela Berner im Gespräch mit Golem.de. Ziel sei, neben den bekannten Bewegungsformen der Translation, also einer geradlinigen Bewegung, und der Rotation, also der Drehung, eine weitere Bewegungsform für industrielle Prozesse nutzbar zu machen.

Der Würfelgürtel besteht aus sechs Prismen mit einer Kantenlänge von je rund 1,80 Metern, die aus je sechs Kohlefaserstäben aufgebaut sind. Jedes Prisma ist mit einer durchsichtigen Membran umhüllt, die von Schotten in Form gehalten wird. Rund 4,5 Meter misst der aufgefaltete Würfel - dabei wiegt die Leichtbaukonstruktion gerade mal 2,3 Kilogramm. In der Schwebe gehalten wird er von seiner Füllung: Im Inneren der Komponenten befinden sich rund 2.100 Liter Helium, die genug Auftrieb erzeugen, dass der Würfelgürtel in der Luft bleibt.

Pulsierende Bewegung

Das Bewegung des Umstülpens entsteht, indem sich die Prismen um ihre Längsachse drehen. So entsteht eine unendlich pulsierende Bewegung. Vier Phasen hat eine solche Umstülpung: Zuerst öffnet sich das Zentrum und wird zu einem mit der Spitze nach unten stehenden Dreieck. In den folgenden zwei Phasen schließt sich das Dreieck jeweils. Vortrieb wird allerdings nur in den ersten beiden Phasen erzeugt. In Phase drei und vier hingegen bewegt sich der Würfelgürtel nicht.

  • Smart Inversion in der Luft auf der Hannover Messe 2012 (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Vortrieb entsteht durch eine Umstülpbewegung, die Inversion. Drei Servomotoren dienen als Antrieb. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Hohlkammern des Würfelgürtels sind mit Helium gefüllt, so dass der Würfel schwebt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der etwa 4,5 Meter große Körper entstand in Leichtbauweise und wiegt nur 2,3 Kilogramm. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Ziel ist, die Antriebsform der Inversion in der Industrie einzusetzen. Studenten sollen sich Anwendungen dafür einfallen lassen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Gesteuert wird der fliegende Würfel über eine Smartphone-App. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Smart Inversion in der Luft auf der Hannover Messe 2012 (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Als Antrieb dienen drei Servomotoren. Um diese komplexe Bewegung zu erzeugen, liefen die Motoren unterschiedlich, erklärt Agalya Jebens, die an der Entwicklung des Würfelgürtels beteiligt ist. Jeweils zwei Motoren liefen vor, der dritte hingegen laufe nach und bewege sich entgegengesetzt. So erzeugten die Motoren eine fortlaufende Bewegung ohne einen toten Punkt.

ARM-Prozessor und Sensoren

Gesteuert wird die Umstülpung von einer Onboard-Unit mit einem Mikrocontroller LM3S5749 von Texas Instruments, der mit einem ARM-Kern arbeitet. Auf der Onboard-Unit ist das mathematische Modell für die Bewegung hinterlegt. Hinzu kommen Sensoren wie ein Magnetometer und ein Accelerometer. Den Strom für Mikroprozessor, Sensorik und Motoren liefert ein Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 450 mAh. Mit einer Akkuladung kann der Würfel etwa 20 bis 30 Minuten lang schweben. Während des Fluges überwacht eine Software den Zustand des Systems. In Echtzeit werden Daten wie Batterieladezustand und Stromverbrauch erfasst.

Bedient wird Smart Inversion über eine Smartphone-App: Darüber können Daten über das Flugobjekt wie den Gasdruck abgerufen oder dessen Lichter eingeschaltet werden. Über die App wird der Würfelgürtel auch gesteuert. Der Nutzer gibt die Richtung, in die der Würfel fliegen soll, vor, indem er das Smartphone in die entsprechende Richtung neigt.

Aquajelly, die robotische Qualle 

Ben Stan 10. Apr 2013

Tja, wenn die Leute so dämlich sind und ihre Ideen hergeben damit Firmen damit Millionen...

ernstl 27. Apr 2012

Nicht alles, was man erfinden kann ist automatisch ein Fortschritt. Ein Auto auf Stelzen...

Rost 26. Apr 2012

Du hättest in der Deutsch-Stunde nicht so oft fehlen sollen ;-) Jetzt kann dir nur noch...

jude 26. Apr 2012

Sehr schön anzuschauen, kunstvoll. Industrieller Nutzen, keiner. Noch nicht einmal das...

Spratz 26. Apr 2012

Die neue Urinprobe...

Kommentieren



Anzeige

  1. Projekt Office Mitarbeiter (m/w)
    ADAC e.V., München
  2. Senior-Produktmanager/-in Verkehrsplanungs- und Simulationssoftware
    PTV Planung Transport Verkehr AG, Karlsruhe
  3. Softwareentwickler (m/w) C# / .Net
    SÜTRON electronic GmbH, Filderstadt bei Stuttgart
  4. System Operator SAP MM / SRM (m/w)
    SICK AG, Freiburg

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. Medion Erazer X7835 PCGH-Notebook mit Geforce GTX 980M und Core i7-4710MQ
    1999,00€
  2. Dell 24-Zoll-Ultra-HD-Monitor
    529,90€
  3. PCGH-Professional-PC GTX970-Edition
    (Core i7-4790K + Geforce GTX 970)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Verzögerte Android-Entwicklung

    X-Plane 10 Mobile vorerst nur für iPhone und iPad

  2. International Space Station

    Nasa schickt 3D-Druckauftrag ins All

  3. Malware in Staples-Kette

    Über 100 Filialen für Kreditkartenbetrug manipuliert

  4. Day of the Tentacle (1993)

    Zurück in die Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart

  5. ODST

    Gratis-Kampagne für Halo Collection wegen Bugs

  6. Medienbericht

    Axel Springer will T-Online.de übernehmen

  7. Directory Authorities

    Tor-Projekt befürchtet baldigen Angriff auf seine Systeme

  8. Zeitserver

    Sicherheitslücken in NTP

  9. Core M-5Y10 im Test

    Kleiner Core M fast wie ein Großer

  10. Guardians of Peace

    Sony-Hack wird zum Politikum



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Stacked Memory: Lecker, Stapelchips!
Stacked Memory
Lecker, Stapelchips!

Netzverschlüsselung: Mythen über HTTPS
Netzverschlüsselung
Mythen über HTTPS
  1. Websicherheit Chrome will vor HTTP-Verbindungen warnen
  2. SSLv3 Kaspersky-Software hebelt Schutz vor Poodle-Lücke aus
  3. TLS-Verschlüsselung Poodle kann auch TLS betreffen

Jahresrückblick: Was 2014 bei Golem.de los war
Jahresrückblick
Was 2014 bei Golem.de los war
  1. In eigener Sache Golem.de sucht (Junior) Concepter/-in für Onlinewerbung
  2. In eigener Sache Golem.de offline und unplugged
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Videoredakteur/-in

    •  / 
    Zum Artikel