Slingatron: US-Unternehmen will Satelliten ins All schleudern
HyperV: mit 7,6 Kilometern pro Sekunde in den Low Earth Orbit (Bild: HyperV)

Slingatron US-Unternehmen will Satelliten ins All schleudern

Das US-Unternehmen HyperV Technologies hat eine Schleuder entwickelt, mit der es künftig Satelliten und andere Nutzlasten ins All schleudern möchte. Für den Bau des nächsten Prototyps sucht es Unterstützung durch Crowdfunding.

Anzeige

Satelliten ins All schleudern will das US-Unternehmen HyperV Technologies: Slingatron heißt die Vorrichtung, mit der kleine Satelliten wie mit einer antiken Schleuder in die Erdumlaufbahn befördert werden sollen. Das soll deutlich weniger kosten, als sie mit einer Rakete zu transportieren.

Der Slingatron ist eine spiralförmige Metallschiene, die auf einer Basis montiert ist. Die Basis wird in eine kreisende Bewegung versetzt. Der Satellit, der ins Zentrum der Spirale gesetzt wird, wandert durch die Spirale und wird dadurch so stark beschleunigt, dass er bis in den Orbit fliegt. Er ist mit einem kleinen Antrieb ausgestattet, der auf dem Scheitelpunkt der Flugbahn zündet und den Satelliten in seine richtige Umlaufbahn bringt.

Rotierende Spirale

Die Spirale rotiert 40- bis 60-mal in der Sekunde. Die Geschwindigkeit, auf die die Nutzlast beschleunigt werden soll, hängt vom Durchmesser der Spirale ab. Um eine Nutzlast, etwa einen Cubesat, in eine niedrige Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, Leo) zu katapultieren, muss diese auf etwa 7,6 Kilometer pro Sekunde beschleunigt werden. Dafür wird laut HyperV Technologies eine Spirale mit einem Durchmesser von 200 bis 300 Metern benötigt.

So weit denkt das Unternehmen derzeit aber noch nicht: Es hat bisher zwei Prototypen gebaut. Der etwa einen Meter große zweite Prototyp schafft es, ein knapp 230 Gramm schweres Teil auf 100 Meter pro Sekunde zu beschleunigen. Der nächste Prototyp soll einen Durchmesser von fünf Metern haben und in der Lage sein, ein etwa 450 Gramm schweres Teil mit einem Kilometer pro Sekunde in die Luft zu schleudern. Bei der Geschwindigkeit soll es etwa 51 Kilometer hoch fliegen.

Crowdfunding-Kampagne

Um dieses Gerät zu bauen, bittet HyperV Technologies um finanzielle Hilfe der Netzgemeinde: Das Unternehmen aus Chantilly im US-Bundesstaat Virginia hat eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter initiiert. 250.000 US-Dollar braucht das Unternehmen. Die sollen bis zum 22. August 2013 zusammenkommen. Bislang haben knapp 100 Unterstützer gerade mal 3.600 US-Dollar zugesagt.

  • Per Schleuder ins All: Slingatron. (Bild: HyperV)
  • Fünf Meter groß soll der nächste Prototyp sein. (Bild: HyperV)
  • Er soll in der Lage sein, ein etwa 450 Gramm schweres Teil mit 1 Kilometer pro Sekunde in die Luft zu schleudern. (Bild: HyperV)
  • Für den kommerziellen Betrieb würde ein 200 bis 300 Metern großer Slingatron benötigt. (Bild: HyperV)
  • Die Spirale von einem der Prototypen. (Bild: HyperV)
  • Bisher gibt es zwei: Mark I... (Bild: HyperV)
  • ... und Mark II. (Bild: HyperV)
Per Schleuder ins All: Slingatron. (Bild: HyperV)

Die Slingatrons könnten künftig Satelliten, Versorgungsgüter wie Wasser oder Treibstoff sowie Komponenten für Raumfahrzeuge oder -stationen ins All befördern. Die Nutzlast könne durchaus mehrere Tonnen schwer sein, erklärt HyperV. Die Weltraumschleuder könne allerdings Raketen nicht ersetzen, betont das Unternehmen. Denn wegen der immensen G-Kräfte in der Spirale eigneten sich nicht alle Nutzlasten für einen Start auf dem Slingatron. Menschen gehören auch dazu.


__destruct() 30. Jul 2013

:)

johnsonmonsen 30. Jul 2013

Hallo Hasbat, die sog. "Dimples" auf dem Golfball verringern den Luftwiderstand bzw. den...

Eheran 30. Jul 2013

Tatsächlich kann man dies bei derartigen Projekten durch einfache Rechnungen...

Eheran 30. Jul 2013

Und die physikalische unmöglichkeit, dass das Licht einfach nach 1m aufhört... ja...

mimimi 29. Jul 2013

Endlich wird die Vision zur Wirklichkeit! Mir würden da auch gleich ein paar Sachen...

Kommentieren



Anzeige

  1. Principal Research Manager (Engineering) (m/w)
    Microsoft Deutschland GmbH, Munich
  2. IT-Berater/-in Schwerpunkt Fachverfahren PROMIS
    Dataport, Magdeburg
  3. Software Support Specialist (m/w)
    Scheidt & Bachmann Service GmbH, Mönchengladbach
  4. Entwicklungsingenieur Ethernet-Kommunikation (m/w)
    MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Sindelfingen bei Stuttgart (Home-Office möglich)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Amazon erwirtschaftet Verlust von 126 Millionen US-Dollar

  2. Apple verkraftet Ansturm nicht

    OS X Yosemite - die öffentliche Beta ist da

  3. Erfundene Waren

    Ebay-Betrüger muss für 7 Jahre in Haft

  4. Uber und Wundercar

    Deutsche haben großes Interesse an Taxi-Alternativen

  5. Bundesnetzagentur

    In Deutschland sind weiter rund 30 Wimax-Anbieter aktiv

  6. Allview Viva H7

    7-Zoll-Tablet mit UMTS-Modem für 120 Euro

  7. Echtzeit-Überwachung

    BND prüft angeblich Einsatz von SAPs Hana-Datenbank

  8. Xiaomi

    Design des Mi4 von Apple "inspiriert"

  9. Terrorabwehr

    Kriterien für Aufnahme in US-Terrordatenbank enthüllt

  10. Open Name System

    DNS mit Namecoin-Blockchain



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  2. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit
  3. Datenübertragung Smartphone-Kompass spielt Musik durch Magnetkraft

Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

    •  / 
    Zum Artikel