Site Governance: Facebook ersetzt Pseudowahlrecht durch Kommentarfunktion
Facebook ändert einen Teil seiner Nutzungsbestimmungen. (Bild: Marco Paköeningrat/CC BY-SA 2.0)

Site Governance Facebook ersetzt Pseudowahlrecht durch Kommentarfunktion

Facebook will seine Nutzer nicht mehr wählen lassen. Das Netzwerk stört sich an der Quantität der Stimmen und will diese durch qualitativ hochwertige Rückmeldungen ersetzen. Das bisherige Wahlsystem funktionierte ohnehin nicht.

Anzeige

Das soziale Netzwerk Facebook hat festgestellt, "dass der Abstimmungsmechanismus, der durch eine bestimmte Anzahl an Kommentaren ausgelöst wird, tatsächlich zu einem System geführt hat, das die Quantität der Kommentare über ihre Qualität stellt" und will deswegen die Möglichkeit des Wählens gleich ganz abschaffen. Das erklärt Facebook auf seiner Site-Governance-Seite. Änderungen im System sollen stattdessen nur noch kommentiert werden und Facebook verspricht, diese Kommentare zu berücksichtigen.

Die Möglichkeit des Wählens nimmt aber ohnehin nur ein Bruchteil der Teilnehmer wahr, denn dazu müssten die Nutzer die entsprechenden Seiten, auf denen Änderungen angekündigt werden, kennen und auch vergleichsweise schnell reagieren. Für den neuen Vorschlag lässt Facebook seinen Nutzern beispielsweise rund sieben Tage Zeit. Zudem sind die Hürden sehr hoch. Damit etwas überhaupt zur Wahl gestellt wird, braucht es 7.000 vernünftige Kommentare und danach müssten noch 30 Prozent der Nutzerbasis abstimmen, was ohnehin unrealistisch ist, da viele Nutzer gar nicht von ihren Rechten wissen und auch nicht ständig online sind, um Site-Governance-Ankündigungen mitzubekommen. Bei der letzten großen Wahl haben nur 0,038 Prozent der Nutzer ihre Stimme abgegeben.

Das Wahlsystem funktionierte sowieso nicht

Dieses Pseudowahlrecht wird also gegen eine Kommentarfunktion ausgetauscht, die aber an entscheidenden Stellen verbessert wird, verspricht Facebook. In Zukunft sollen die Anwender, die nun nur noch kommentieren können, zumindest eine E-Mail zu Änderungen bekommen. Außerdem können die Nutzer nun Erin Egan, den Facebook-Chef für Privatsphäre, befragen, der in regelmäßigen Abständen via Webcast antworten will.

Es werden voraussichtlich auch an anderen Stellen Änderungen vorgenommen, die die Nutzer direkt betreffen. Facebook will mit den Änderungen auch die kommerzielle Nutzung der eigenen Timeline erlauben. Es gilt aber weiterhin, dass das private Profil primär auch privat genutzt werden soll. Die Filterfunktion, die bestimmt, wer einem Nutzer Nachrichten senden kann, wird durch neue Filtermechanismen ersetzt. Anwender sollten sich darauf vorbereiten, dass einige Einstellungen neu vorgenommen werden müssen. Das soll in den kommenden Wochen passieren. Außerdem soll Facebook mehr Kontrolle über die Timeline (Chronik) erlauben. Der Anwender soll Hinweise bekommen, wenn etwa versteckte Timeline-Einträge trotzdem über andere sichtbar sind.

Weitere Informationen zu den Änderungen finden sich auch in dem Redline-Dokument des Statement of Rights and Responsibilities, das die Änderungen im Detail dokumentiert und auch markiert. So fällt die Beurteilung der Neuerungen einfacher. Auch von der Data Use Policy gibt es eine Redline-Version.

Nachtrag vom 3. Dezember 2012, 21:50 Uhr

Facebook hat mittlerweile zur Abstimmung über die geänderten Regeln aufgerufen. Damit die Wahl bindend ist, müssen mindestens 30 Prozent der aktiven Nutzer ihre Stimme abgeben. Andernfalls ist das Wahlergebnis nur eine Empfehlung. Wer seine Stimme abgeben möchte, muss eine spezielle Wahl-App der FB Site Governance aufrufen. Gewählt werden kann bis zum 10. Dezember 2012, 21 Uhr (CET/GMT+1).


matok 04. Dez 2012

Jeder Benutzer hat jederzeit die Wahl, seine Aktivitäten dort zu beenden.

falscher 04. Dez 2012

hab gelsesn *g* Wenn die das verlinken würden und evtl die ANtworten anders gestalten...

violator 03. Dez 2012

Seit wann kann man jemanden zwingen eine E-Mailadresse zu nutzen? Und vor allem wie? Von...

niw8 23. Nov 2012

+1

niw8 23. Nov 2012

mäh

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter (m/w) Produktionssteu­erung
    Koch, Neff & Volckmar GmbH, Stuttgart
  2. System Architekt (m/w) Exchange / Microsoft Windows
    DATAGROUP Köln GmbH, Köln
  3. Mitarbeiter (m/w) Software - Support und Lizenzmanagement
    REALTECH AG, Walldorf
  4. Leiter Systemsteuerung (m/w)
    Sparkasse Herford, Herford

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Leistungsschutzrecht

    Kartellamt weist Beschwerde gegen Google zurück

  2. Projekt DeLorean

    Microsofts Game-Streaming rechnet 250 ms Latenz weg

  3. Digitale Agenda

    Bitkom fordert komplette Nutzung des 700-Megahertz-Bandes

  4. Watch Dogs

    Gezielt Freunde hacken

  5. Test Rules

    Gehirntraining für Fortgeschrittene

  6. Transformer Pad TF303

    Neues Asus-Tablet mit Full-HD-Display und Tastatur-Dock

  7. Kalifornien im Rechner

    Google wollte fahrerlose Autos nur in virtueller Welt testen

  8. Affen-Selfie

    US-Behörde spricht Tieren Urheberrechte ab

  9. LG PW700

    LED-Projektor funkt Ton per Bluetooth an Lautsprecher

  10. Formel E

    Motorsport zum Zuhören



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Banana Pi im Test: Bananen sind keine Himbeeren
Banana Pi im Test
Bananen sind keine Himbeeren
  1. Eric Anholt Freier Grafiktreiber für Raspberry Pi von Broadcom
  2. Raspberry Pi Compute Module ist lieferbar
  3. PiUSV im Test Raspberry Pi per USV sauber herunterfahren

Rogue angespielt: Das etwas bösere Assassin's Creed
Rogue angespielt
Das etwas bösere Assassin's Creed
  1. Ubisoft Abkehr von Xbox 360 und PS3 ab 2015
  2. Assassin's Creed Rogue Als Templer nach New York
  3. Assassin's Creed Unity Gameplay und Geschichte

Alternatives Android im Überblick: Viele Wege führen nach ROM
Alternatives Android im Überblick
Viele Wege führen nach ROM
  1. Paranoid Android Zweite Betaversion von PA 4.5 veröffentlicht
  2. Cyanogenmod CM11s Oneplus verteilt Android 4.4.4 für das One
  3. Android-x86 Neue stabile Version des Android-ROMs für PCs veröffentlicht

    •  / 
    Zum Artikel