Verschiedene Stoffe unter der gleichen Lichtquelle
Verschiedene Stoffe unter der gleichen Lichtquelle (Bild: UCSD)

Simulation von Stoffen: Faden für Faden zum richtigen Licht

Verschiedene Stoffe unter der gleichen Lichtquelle
Verschiedene Stoffe unter der gleichen Lichtquelle (Bild: UCSD)

Nach den Haaren kommt die Kleidung: Die US-Wissenschaftler, die für "Rapunzel - neu verfönt" die Haaranimationen beschrieben haben, widmen sich nun der Lichtbrechung bei Stoffen. Das Verfahren ist so einfach, dass es sowohl für Kinofilme als auch für Computerspiele genutzt werden kann.

Anzeige

In einer wissenschaftlichen Arbeit beschreibt ein Team der kalifornischen Universität von San Diego ein mathematisches Modell, mit dem sich die Beleuchtung von Textilien realistisch simulieren lässt. Leiter der Studie war Iman Sadeghi, der inzwischen auch für Google arbeitet und seine Doktorarbeit an der Universität zur Simulation von Haaren verfasst hat. Auf Basis dieser Modelle wurden die Haare für den Film "Rapunzel - neu verfönt" gestaltet. Für Filme, aber auch Computerspiele soll sich auch das neue Modell für Stoffe eignen. Ähnlich wie bei der Simulation von Haarsträhnen widmeten sich die Forscher dabei den einzelnen Fäden, aus denen ein Stoff gewoben ist. Diese untersuchten sie an echtem Material unter anderem mit Mikroskopen.

  • Verschiedene Webmuster von Stoffen als 3D-Modell
  • Acht verschiedene Stoffe, manche fiktiv, unter derselben Lichtquelle
  • Oben ein Foto von echtem Satin, darunter das simulierte Material (Bilder: UCSD)
  • Mikroskopaufnahmen von echten Stoffen
Oben ein Foto von echtem Satin, darunter das simulierte Material (Bilder: UCSD)

Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur das Garn selbst - etwa Leinen oder Seide - ganz spezifische Eigenschaften bei der Interaktion mit Licht aufweist. Es kommt auch darauf an, mit welcher Webtechnik das Garn zu einem Stoff zusammengesetzt ist. Solche feinen Strukturen lassen sich mit klassischer 3D-Technik wie der Rasterung nur schlecht erfassen, die Zahl der Elemente ist viel zu groß.

Also vereinfachten die Forscher die gewobenen Fäden in Form von Zylindern, einer der einfachsten geometrischen Formen. Die Zylinder müssen dabei nicht unbedingt einem einzelnen Faden entsprechen, wenn das Modell einmal erstellt ist, kann auch die Kombination der Webtechnik mehrere Fäden in Form von einem Zylinder darstellen.

Simulation von Stoffen, die es gar nicht gibt

Diese Modelle der Stoffe glichen die Forscher mit Mikroskopaufnahmen so lange ab, bis sich die Brechung des Lichts und die manchmal dabei entstehenden Farbveränderungen auch im Computer realistisch zeigten. Wenn Werte wie Brechungsindex und Reflexionsfaktor bekannt sind, lassen sich damit sogar Stoffe simulieren, die es gar nicht gibt. Als ein Beispiel konstruierten die Wissenschaftler ein Gewebe aus Seide und Polyester mit einer ungewöhnlichen Webtechnik.

Durch die vergleichsweise einfache Erstellung der 3D-Modelle soll sich das Verfahren in der Computeranimation schnell durchsetzen. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass als einzige Alternative der CT-Scan von realen Stoffen vergleichbare Ergebnisse liefern würde, was für die meisten Anwendungen viel zu teuer und langwierig ist.

Die Simulation von komplexen Strukturen ist auch bei Spielegrafik ein Feld, das immer weiter erforscht wird. Zuletzt erregte das von AMD mitentwickelte Verfahren TressFX Aufsehen, das im letzten Tomb-Raider-Spiel der Protagonistin Lara Croft physikalisch korrekt bewegtes Haar bescherte. Im Unterschied dazu kümmert sich die aktuelle Arbeit der US-Forscher aber nicht um die Bewegung, sondern nur um die Beleuchtung.


Neuro-Chef 19. Aug 2013

Plastikhaft? Ich finde eher, dass seit ein paar Jahren diverse Oberflächen seltsam...

Natchil 13. Aug 2013

Etwa mit einer Art genetischen Algorithmus, der immer das beste Ergebnis nimmt? Würde...

Kommentieren



Anzeige

  1. Technischer Projektleiter / Scrum Product Owner (m/w)
    Hohenstein Institute, Boennigheim bei Heilbronn
  2. Ingenieur als Software- / Systementwickler für Applikationen in der Sicherheitstechnik (m/w)
    SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Heidesheim (bei Mainz)
  3. Interaktionsdesigner/-in für Bedien- und Anzeigekonzepte
    Daimler AG, Sindelfingen
  4. Prüfsoftwareentwickler (m/w) - LabView
    Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG, Gerlingen

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. Fantasy- & Mittelalter-Filme zum Sonderpreis
    (u. a. Jack Hunter Komplettbox 9,97€, Sucker Punch 7,99€, Mortal Kombat 7,99€, Flash Gordon 9...
  2. VORBESTELLBAR: Terminator: Genisys Skull & 3D Steelbook (+Blu-ray) [Limited Edition]
  3. NEU: 3 Blu-rays für 20 EUR
    (u. a. Insidious, Casino, Parker, The Purge, Waterworld, Der weiße Hai, Sleepers, Apollo 13...

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Dota 2

    Wer wird neuer Dota-Millionär?

  2. Macbooks

    IBM wechselt vom Lenovo Thinkpad zum Mac

  3. Xperia M5 und C5 Ultra

    Sonys Angriff auf die Mittelklasse

  4. Virtual Reality

    Strategien gegen Übelkeit

  5. Juke

    Film-Streaming-Flatrate bei Media-Saturn künftig möglich

  6. Anonymisierung

    Weiterer Angriff auf das Tor-Netzwerk beschrieben

  7. Internet

    Unitymedia senkt die Preise

  8. TempleOS im Test

    Göttlicher Hardcore

  9. Ermittlungen gegen Netzpolitik.org

    Mehrere Ministerien wussten Bescheid

  10. Enlighten

    BMW erkennt Ampelphasen und zeigt Countdown an



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Kritik an Dieter Nuhr: Wir alle sind der Shitstorm
Kritik an Dieter Nuhr
Wir alle sind der Shitstorm

Visual Studio 2015 erschienen: Ganz viel für Apps und Open Source
Visual Studio 2015 erschienen
Ganz viel für Apps und Open Source

Meizu MX4 mit Ubuntu im Test: Knapp daneben ist wieder vorbei
Meizu MX4 mit Ubuntu im Test
Knapp daneben ist wieder vorbei
  1. Meizu MX4 Ubuntu-Smartphone kommt noch diese Woche nach Europa
  2. Canonical Ubuntu-Phone mit Konvergenz kommt im Oktober
  3. Mark Shuttleworth Canonical erwägt offenbar Börsengang

  1. Re: "bisher höchste Preisgeld der Dota-2-Geschichte"

    JP | 05:09

  2. Re: Erde an Windows-Lemminge (inkl. Golem)! Bitte...

    SoniX | 04:09

  3. Re: Hololens mit kleinem "Field of View"

    Stahlreck | 04:07

  4. Re: Linux ist der perfekte Nachfolger

    themario | 03:59

  5. Re: Hat jemand Tips zu Alternativen?

    Aslo | 03:07


  1. 19:36

  2. 19:03

  3. 17:30

  4. 17:00

  5. 15:41

  6. 13:59

  7. 12:59

  8. 12:01


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel