Anzeige
SIM-Karten-Hack: Hersteller und Provider setzen auf 3DES
(Bild: Justin Ormont/CC-BY 3.0)

SIM-Karten-Hack: Hersteller und Provider setzen auf 3DES

Der SIM-Karten-Hersteller Giesecke & Devrient versichert, dass kommerzielle SIM-Karten mit dem G&D-eigenen Betriebssystem sicher sind. Selbst im Ausland seien deutsche Nutzer sicher, teilte Vodafone mit.

Anzeige

SIM-Karten von Giesecke & Devrient können nicht mit dem von Karsten Nohl entdeckten Hack manipuliert werden, sagt Bernd Müller, der beim Münchner Hersteller Giesecke & Devrient verantwortlich für die SIM-Karten ist. G&D nutze bei SIM-Karten eine spezielle Implementierung, die den Angriff abblockt. Der niederländische Hersteller Gemalto hingegen bestätigte, dass ältere Karten betroffen sein könnten. Vodafone teilte Golem.de mit, dass sich seine Kunden keine Sorgen machen müssten und bestätigte die Zusammenarbeit mit Nohl.

G&D verwende auch bei SIM-Karten mit der Single-DES-Verschlüsselungstechnologie eine spezielle Implementierung im Betriebssystem der SIM-Karten, sagte Müller. Gilt der Absender als nicht vertrauenswürdig, erhalte er entweder gar keine Antwort oder in der Antwort werde auf das Plaintext-Cyphertext-Pair verzichtet. Es wird nur eine reine Klartextantwort gesendet. Nur wenn die Antwortnachricht aus einem Klartext und einem Kryptogramm besteht, funktioniert der von Nohl beschriebene Angriff. Das gelte für alle SIM-Karten mit G&D-Betriebssystem.

Netzbetreiber wählen Verschlüsselung

Die aktuellen SIM-Karten von Giesecke & Devrient unterstützen auch 3DES und AES. 3DES verwendet das Unternehmen seit über zehn Jahren. Die Entscheidung, welche Verschlüsselung in seinen SIM-Karten eingesetzt werden soll, trifft der Netzbetreiber.

Giesecke & Devrient gilt als einer der größten SIM-Karten-Hersteller weltweit, direkt nach dem niederländischen Unternehmen Gemalto. Laut Giesecke & Devrient stammt etwa jede vierte SIM-Karte, die bei einem der zehn größten Netzbetreiber weltweit eingesetzt ist, aus dem Unternehmen. Angaben zur Verbreitung in Deutschland wollte das Unternehmen aber nicht machen.

Ältere Karten betroffen

Gemalto bestätigte in einer E-Mail an Golem.de, dass Nohls SIM-Karten-Hack unter Umständen bei älteren Gemalto-Karten mit veralteten Standards eine Gefahr darstelle. Es gebe aber keine Hinweise, dass aktuelle Karten angegriffen werden können. Das Unternehmen richte sich nach den Vorgaben des internationalen Verbandes GSMA. Die GSM Association hatte die Schwachstellen bestätigt und mitgeteilt, der Verband arbeite mit Netzbtreibern zusammen, um das Problem zu lösen. Gemalto wolle aber auch Nohls Vortrag auf der Black Hat 2013 in Las Vegas genau verfolgen.

Vodafone sagte auf Anfrage von Golem.de, dass Vodafone-Kunden in Deutschland vor dem Angriff sicher seien. Buche sich ein Gerät mit einer älteren SIM-Karte erstmals nach längerer Zeit ins Netz ein, erhalte es automatisch ein Firmwareupdate mit der aktuelleren 3DES-Verschlüsselung. Das gelte auch im Ausland, wenn sich dort ein Kunde einbucht. Vodafone bestätigte auch die enge Zusammenarbeit mit Nohl. Der Konzern setze Filterregeln ein, um die Übertragung von präparierten SMS zu verhindern. Das sei ein zusätzlicher Schutz, den der Netzbetreiber anbiete. Auch die Telekom versichert: "Selbst bei älteren SIM-Karten nutzen wir einen stärkeren Algorithmus, 3DES und nicht DES."

Nohl hatte bei der Präsentation des SIM-Karten-Hacks betont, dass Anwender in Deutschland solche Angriffe kaum zu befürchten haben. Meist seien Karten betroffen, die älter als vier bis fünf Jahre sind. Micro- und Nano-SIMs seien sicher. Nohl sagte aber auch, dass das modernere 3DES nicht sicher sei. Denn einige Karten senden bei der Fehlermeldung nur den ersten von drei DES-Schlüsseln. Ist der erstmal geknackt, lassen sich die beiden anderen ebenfalls schnell auslesen. Wird der Schlüssel aber gar nicht erst gesendet, sei die Karte sicher.


eye home zur Startseite
MESH 23. Jul 2013

Wie ich Leute liebe die Zeug erklären von dem sie nichts verstehen.

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter/in für die Fachadministration Finanz- und Rechnungswesen
    Erzbistum Köln Generalvikariat, Köln
  2. Referatsleiter (m/w) Facharchitektur für die Weiterentwicklung des strategischen Enterprise Architecture Managements
    Allianz Deutschland AG, Unterföhring
  3. Multi-Cloud Senior Consultant / Architect (m/w)
    T-Systems on site services GmbH, Leinfelden-Echterdingen, Hamburg
  4. Mitarbeiter Kundenservice (m/w) für den Bereich Jugendhilfe
    AKDB · Anstalt des öffent­lichen Rechts, Regensburg

Detailsuche



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. JETZT VERFÜGBAR: Total War: WARHAMMER
    54,99€
  2. NEU: Battlefield 4 - [PC]
    9,98€ USK 18
  3. VORBESTELLBAR: World of Warcraft: Legion (Add-On) - Collector's Edition
    79,99€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Telekom-Chef

    Konkurrenz soll aufhören zu "jammern"

  2. Android TV

    Google nimmt Nexus Player vom Markt

  3. Solid-State-Drive

    Samsung bringt die SSD 750 Evo nach Deutschland

  4. Xperia X im Hands on

    Sonys vorgetäuschte Oberklasse

  5. Autonomes Fahren

    Ethik-Kommission soll Leitlinien für Algorithmen entwickeln

  6. Keine freie Software

    Cryengine ist öffentlich auf Github verfügbar

  7. Siri-Lautsprecher

    Apple plant Konkurrenten zu Amazons Echo

  8. E-Paper

    E-Ink wird farbig

  9. Philips BDP7501 und BDP7301

    Ein dritter 4K-UHD-Blu-ray-Player kommt

  10. Smartphones

    Huawei verklagt Samsung wegen LTE-Patenten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Hyperloop Global Challenge: Jeder will den Rohrpostzug
Hyperloop Global Challenge
Jeder will den Rohrpostzug
  1. Hyperloop One Der Hyperloop fährt - wenn auch nur kurz
  2. Inductrack Hyperloop schwebt ohne Strom
  3. Hyperloop Die Slowakei will den Rohrpostzug

Doom im Test: Die beste blöde Ballerorgie
Doom im Test
Die beste blöde Ballerorgie
  1. id Software Doom wird Vulkan unterstützen
  2. Id Software PC-Spieler müssen 45 GByte von Steam laden
  3. id Software Dauertod in Doom

Darknet: Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler
Darknet
Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler
  1. Privatsphäre 1 Million Menschen nutzen Facebook über Tor
  2. Security Tor-Nutzer über Mausrad identifizieren

  1. Re: nicht aufgeben

    Prypjat | 12:48

  2. Spitzen Gerät für Kodi

    Legacyleader | 12:48

  3. Re: CDs sind wie Floppys, Kassetten und VHSs

    SoniX | 12:47

  4. Re: Falsche Diskussion und einen entscheidenden...

    basharan | 12:47

  5. Re: Microsoft hat zwei Fehler gemacht

    NixName | 12:47


  1. 13:07

  2. 12:45

  3. 12:30

  4. 12:06

  5. 12:05

  6. 11:55

  7. 11:41

  8. 11:31


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel