Sim City Zweifel an EAs Begründung für Onlinezwang

Laut Maxis ist es aus technischen Gründen zwingend nötig, dass Sim City eine Verbindung zu den EA-Servern hat. Jetzt gibt es Zweifel daran. Auch Golem.de hat ein paar Versuche gemacht und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

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Die Lage bei den Servern von Sim City bessert sich - aber jetzt mehren sich Zweifel, ob die Server aus technischer Sicht überhaupt für das Spielen von Einzelspielerpartien nötig sind. Entwickler Maxis stellt es so dar: "Das Spiel funktioniert so, dass wir eine signifikante Anzahl der Kalkulationen auf unseren Servern durchführen lassen, so dass sie nicht mehr auf dem lokalen PC, sondern in der Cloud berechnet werden. Es wäre nicht möglich, das Spiel offline zu betreiben, ohne dass eine beträchtliche Menge von Ingenieursarbeit für unser Team anfallen würde", sagt Maxis-Chefin Lucy Bradshaw zu The Polygon. Sie hat sich bereits in der Vergangenheit wiederholt gegen den Vorwurf verteidigt, dass der von Spielern ungeliebte Onlinezwang eigentlich nur als Kopierschutz dient.

  • Solopartie ohne Nutzung des Internet, wie das Symbol oben links zeigt: Erst nach rund 20 Minuten stoppt Sim City den Betrieb,...
  • ... aber wie die Zeitangabe und der Kontostand belegen, können wir trotz der fehlenden Abgleich-Möglichkeit mit den EA-Servern an der gleichen Stelle weiterspielen.
  • Solopartie mit Nutzung der Region: Der Wechsel in die Regionsübersicht klappt problemlos,...
  • ... zwischendurch arbeitet das Programm von sich aus mit dem Umland,...
  • ... unsere Sims und der Autoverkehr sind wie gewohnt da,...
  • ... und wieder ist erst nach rund 20 Minuten Schluss,...
  • ... was dank des erneut gesicherten Spielstands aber nicht so schlimm ist.
Solopartie ohne Nutzung des Internet, wie das Symbol oben links zeigt: Erst nach rund 20 Minuten stoppt Sim City den Betrieb,...

Ein Bericht auf Rockpapershotgun nährt Zweifel an der Darstellung von Bradshaw. Die US-Seite will von einem namentlich nicht genannten Mitarbeiter des Entwicklerstudios erfahren haben, dass "die Server keine Berechnungen der simulierten Stadt durchführen". Die Server sorgten in erster Linie für den Nachrichtenaustausch zwischen Stadt und Spieler und das Abspeichern der Savegames, so die Quelle. Außerdem würden Daten vom Spiel zu den Servern geschickt und dort bearbeitet - nähere Angaben hierzu macht die Quelle nicht.

Inzwischen hat die US-Seite Kotaku.com ausprobiert, ob das Spiel auch ohne Onlineverbindung läuft; es war gut 19 Minuten lang möglich. Auch der Minecraft-Erfinder hat Sim City anscheinend offline ausprobiert und sich per Twitter gewundert, dass dies funktioniert hat.

Spielstand auch offline gesichert

Golem.de hat den Test wiederholt - und ist dabei auf eine Besonderheit gestoßen. Nach dem Kappen der Internetverbindung hat es nur wenige Sekunden gedauert, bis links oben in Sim City der Hinweis "Netzwerk getrennt" zu lesen war. Das eigentliche Spiel lief (ohne jede Verwendung der Regionen) noch 20 Minuten und 22 Sekunden ohne sichtbare Probleme weiter. Erst dann wurde es von einer Fehlermeldung unterbrochen und wir landeten im Hauptmenü.

Interessant fanden wir vor allem eines: Nach dem Neustart des Programms konnten wir exakt an der Stelle weiterspielen, an der Sim City unsere Offline-Partie nach den rund 20 Minuten unterbrochen hatte. Offenbar sichert das Programm den Spielstand also nicht nur auf den Servern, sondern auch irgendwo auf der lokalen Festplatte. Sim City schreibt dies übrigens selbst auch in der Abbruch-Meldung: "Ihre Stadt wird bei der nächsten Verbindung zum Sim-City-Dienst mit den Servern synchronisiert" - wir finden es trotzdem überraschend, dass der aktuelle Stadt-Stand offensichtlich so problemlos offline vorhanden ist.

Bei einem zweiten Versuch wollten wir herausfinden, ob möglicherweise die Regionen und der Austausch mit einer anderen Stadt beim Ausschalten der Onlineverbindung zu Schwierigkeiten führen. Das Ergebnis: Wieder haben wir offline keinerlei Probleme festgestellt. Weder gab es eine Fehlermeldung beim Wechsel zur Regionenansicht, noch mit unserer Müllabfuhr, von der wir vier Fahrzeuge in die Nachbarsiedlung beordert hatten; das Laden einer anderen Metropole haben wir noch nicht ausprobiert.

Zwischendurch meldete sich Sim City bei unserem zweiten Versuch mit einer Texteinblendung und sagte, dass einige Arbeiter sich selbständig zu der anderen Stadt begeben hätten. Erst nach 20 Minuten und 24 Sekunden hat das Programm mit der bereits bekannten Fehlermeldung den Ablauf eingestellt. Auch hier: Nach dem Neustart konnten wir an der gleichen Stelle weiterspielen - die Spielstanddateien müssen wieder auf unserer Festplatte vorhanden gewesen sein.

Bei einem dritten Versuch haben wir zusätzlich den Wechsel in den anderen Ort versucht. Dabei wurden wir allerdings sofort ins Hauptmenü geleitet, angeblich wegen der fehlenden Onlineverbindung.

Kalkulationen im Hintergrund?

Eine Einschränkung müssen wir bei unseren Beobachtungen machen: Es ist unklar, ob Kalkulationen, die tatsächlich auf den Servern durchgeführt werden, in unserer Offline-Version gefehlt haben - ohne, dass wir es gemerkt haben. Ein derartiger Überbrückungsmodus könnte aus Sicht der Sim-City-Programmierer sinnvoll sein, um beispielsweise zu verhindern, dass Spieler kurze Unterbrechungen einer WLAN-Verbindung, wie sie immer wieder mal vorkommen können, sofort als störend zu empfinden.

Allerdings haben wir während unserer Versuche alle möglichen Statistiken aufgerufen, Gebäude gebaut und erweitert und uns durch viele der Menüs geklickt - ein Unterschied zum regulären Onlinebetrieb war an keiner Stelle spürbar.


Guardian 18. Mär 2013

wie gut, dass meine Zahlen noch nichteinmal von den Regisseuren und Skript schreibern von...

Clown 18. Mär 2013

Hab ich übrigens nicht befürwortet. Künstlerische Freiheit eben. Lesen! Unter dem...

M.Kessel 16. Mär 2013

Ich habe es nicht gekauft, und werde es auch nicht machen, solange Origin und Always-On...

Trollfeeder 15. Mär 2013

Ahh! Danke! ;D

Clown 15. Mär 2013

Anders hab ichs doch gar nicht geschrieben? Ich glaub, Du hast mich da falsch...

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