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Bob De Schutter, Miami University
Bob De Schutter, Miami University (Bild: Bob De Schutter)

Silver Gamer: "Beschäftigt euch mit ernsten Themen für ältere Spieler!"

Bob De Schutter, Miami University
Bob De Schutter, Miami University (Bild: Bob De Schutter)

Computerspieler sind jung und hip? Stimmt nicht, sagt Bob De Schutter. Der Professor für Gamedesign an der Miami University hat mit Golem.de über die etwas älteren Gamer gesprochen.

Der ideale Computerspieler hat den ganzen Tag Zeit sowie viel Geld für neue Hardware und Games. Sprich: Er ist älter, bestenfalls sogar schon pensioniert. Allerdings ist diese Zielgruppe auch höchst anspruchsvoll und weiß genau, was sie will. Bob De Schutter, Professor für Gamedesign an der Miami University, beschäftigt sich intensiv mit den Silver Gamern und spricht auf der GDC 2016 zum Thema Beyond Ageism: Designing Meaningful Games for an Older Audience.

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Golem.de: Wie wichtig ist der Markt für ältere Spieler?

Bob De Schutter: Allein in den USA gibt es über 37 Millionen Spieler über 50. Das sind 27 bis 29 Prozent aller US-Gamer. In Europa und Asien sind die Zahlen minimal niedriger, aber es gibt ganz bestimmt einen Spielemarkt für Ältere.

Der Anteil der älteren Spieler wird in den westlichen Ländern allein wegen der demografischen Entwicklung enorm wachsen - die Silver Gamer sind dann eine der wichtigsten Zielgruppen. Aus wissenschaftlicher Sicht haben Games und ähnliche Aktivitäten eine positive Wirkung auf ältere Spieler, weshalb ich das für eine sehr gute Entwicklung halte.

Golem.de: Was mögen diese älteren Spieler?

De Schutter: Ihr Geschmack ist sehr vielfältig, aber insgesamt haben sie eine gewisse Vorliebe für Games, die sie auch intellektuell fordern - etwa Strategiespiele oder Simulationen. Auch eine erwachsene Handlung wie in einem Rollenspiel oder Adventure mögen sie. Sehr schnelle Action mögen sie weniger, ebenso übertriebene Gewalt oder Sexualität. Außerdem sind viele der Ansicht, dass Computerspiele zu sehr auf die immer gleichen Formeln setzen, dass es einen zu großen Fokus auf Grafik und zu wenige Innovationen gibt.

Viele der älteren Spieler fühlen sich von der Industrie auch nicht ganz ernst genommen. Und was uns immer wieder auffällt: Viele stört, dass die Medien, die sie in ihrem Alltag konsumieren, das Thema Games nur sehr selten aufgreifen oder schlecht damit umgehen. In den Massenmedien gibt es in diesem Punkt noch einen enormen Nachholbedarf.

Golem.de: Wie unterschiedlich sind die älteren Spieler?

De Schutter: Sie sind eine sehr heterogene Zielgruppe. Wir haben es im Grunde mit fünf Archetypen zu tun. Die einen sind die "Time Waster", die mit Sudoku und ähnlichen Rätselspielen einfach kurze Wartezeiten überbrücken möchten. Das ist übrigens die einzige Gruppe, für die es wichtig ist, ihre mentalen Fähigkeiten zu trainieren.

Die "Compensators" sind eine Gruppe, die etwa wegen altersbedingter Beeinträchtigungen nicht mehr ohne weiteres aus dem Haus kann. Sie ersetzen das durch Erlebnisse in virtuellen Welten, etwa in Second Live oder in MMORPGs. Dann haben wir die "Freedom Fighters", die einfach die Welt um sich herum vergessen wollen, indem sie sich mit Bejeweled oder ähnlichen Casualgames beschäftigen.

Die "Value Seeker" möchten kulturell wichtige Games, oder herausfordernde: etwa Simulationen oder historische Strategiespiele wie Civilization oder Total War. Die "Ludophilen" schließlich sind am ehesten die klassischen Gamer: Sie zocken fast alles, und es ist ein Teil ihres Lebensalltags geworden.

Golem.de: Was ist mit ernsten Themen wie dem Tod?

De Schutter: Ich finde, dass viele Mainstream-Games sehr schlecht mit solchen Themen umgehen. Es gibt Titel, in denen wir ständig mit dem Tod konfrontiert sind, aber irgendwelche ernsthaften Auswirkungen sind nicht zu spüren. Wenn moralische Entscheidungen eine Rolle spielen, dann haben wir uns daran gewöhnt herauszufinden, welche Wahl uns im Spiel die meisten Vorteile bringt.

Allerdings glaube ich, dass Indiegames hier gute Ansätze finden können. Gone Home und Papers, please haben sich bereits sehr gut mit ernsten Themen beschäftigt. Ältere mögen es, sich damit auseinanderzusetzen. Wenn ich unabhängigen Entwicklern einen Rat gebe, dann den: Wenn ihr wirtschaftlich erfolgreich sein wollt, dann beschäftigt euch mit ernsten Themen für die älteren Spieler!


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Spiritogre 15. Mär 2016

@ Micha123456 Es gibt keine spezifischen Gruppierungen bei den Silver-Gamern! Es gibt...

glacius 15. Mär 2016

Geld macht man mit den Jüngeren? Das wage ich zu bezweifeln. Ist das gleiche wie mit...

Menplant 15. Mär 2016

Kenne Gone Home bis auf ein paar vereinzelte Szenen nicht, aber Papers Please war doch...



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