Sicherheit Überwachungswerkzeug wird zum Trojaner

Eine funktionsreiche Verwaltungssoftware wird von Hackern genutzt und ist jetzt von verschiedenen Herstellern als gefährlicher Trojaner eingestuft worden. Sie soll nicht nur unter Windows, sondern auch unter Mac OS X, Linux und Solaris funktionieren.

Anzeige

Gegenwärtig warnt der Antivirensoftwarehersteller Dr. Web vor dem Trojaner Wirenet. Dieser soll auf Linux- und Mac-OS-X-Rechnern unter anderem Passwörter aus Browsern auslesen und einen Keylogger installieren. Die Daten sollen an einen C&C-Server in Polen übertragen werden. Allerdings handelt es sich offensichtlich um eine Administrations- und Überwachungssoftware, die von Hackern missbraucht wird.

Wie The H berichtet, heißt die ursprüngliche Software Netwire und wird von dem Unternehmen World Wired Labs entwickelt. Die Software wird für Linux, Mac OS X, aber auch für Windows und Solaris angeboten. Der Anbieter wirbt damit, dass die Netwire-Software von Anitvirensoftware nicht entdeckt werden kann. Die Software soll für die Administration, aber auch für Eltern zur Überwachung ihrer Kinder geeignet sein, schreibt World Wired Labs.

Durch die Firewall

Für Hacker ist die Software deshalb interessant, weil sie per Reverse Proxy Firewalls umgehen kann, schreibt The H. Außerdem soll sie nicht nur Browserpasswörter auslesen, sondern auch Screenshots machen können. Es sollen weiterhin Erweiterungen in der Entwicklung sein, die Truecrypt-Passwörter auslesen oder Unterhaltungen in Instant-Messaging-Applikationen mitschneiden können. Der Keylogger lasse sich auch ohne Administratorrechte installieren und nutzen.

Das Unternehmen sei offensichtlich nicht darüber glücklich, dass seine Software missbraucht werde, schreibt The H. Denn bei der Installation müssen Nutzer zustimmen, Netwire nicht unerlaubt auf fremden Rechnern zu installieren oder anderweitig illegal zu nutzen.

Als Trojaner eingestuft

Dass Hacker die Software selbst nutzen und Erweiterungen schreiben, wie die Überwachungssoftware vor Antivirensoftware versteckt werden kann, hat nun einige Sicherheitsunternehmen auf den Plan gerufen, die Netwire als Trojaner einzustufen, darunter auch das Sicherheitsunternehmen Dr. Web. Dort wird Netwire als Trojaner unter dem Namen Backdoor.Wirenet.1 gelistet. Dr. Web verspricht, seine Software könne den Trojaner aufspüren und unschädlich machen. Das gleiche Unternehmen hatte im April 2012 auf den Flashback-Trojaner hingewiesen, der zahlreiche Apple-Rechner infizierte.

Bei dem Trojaner soll es sich um eine ausführbare Datei handeln, die sich im Home-Verzeichnis einen Nutzers installiert. Sie gibt sich den Namen "WIFIADAPT". Die Daten, die der Trojaner sammelt, sollen mit AES verschlüsselt an die IP-Adresse 212.7.208.65 weitergegeben werden, die in Warschau in Polen registriert ist.

Fragwürdige Gegenmaßnahmen

Nach eigenen Angaben untersuchen die Entwickler bei Dr. Web noch, wie sich der Trojaner verbreitet. Außerdem macht das Sicherheitsunternehmen keine Angaben dazu, wie verbreitet der Trojaner ist. Mit ihrer Software seien Anwender aber geschützt, schreibt Dr. Web auf seiner Webseite.

Nutzer weisen darauf hin, dass die IP-Adresse zunächst in der Firewall der Systeme geblockt werden kann. Außerdem können Anwender eine gleichnamige Datei oder ein Verzeichnis erstellen, um die Installation der Software zu verhindern. Ob diese einfachen Maßnahmen reichen, um sich dauerhaft gegen den Trojaner zu wehren, ist allerdings fraglich.

Immerhin steht fest, dass die Datei ausgeführt werden muss, damit sich der Trojaner installiert. Und es handelt sich nicht um eine Java-basierte Anwendung.


IrgendeinNutzer 06. Sep 2012

Ich dachte eigentlich umgekehrt? Außer dein Beitrag enthält Sarkasmus.

Anonymer Nutzer 04. Sep 2012

Der Preis fuer die Vollversion wird nicht angegeben und duerfte mehr als 100,- EURO...

Kommentieren



Anzeige

  1. Junior Process Consultant MES (m/w)
    Fresenius Kabi Deutschland GmbH, Oberursel
  2. Anwendungsbetreuer / Administrator (m/w) für Medizinische Informationssysteme
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg
  3. Entwic­kler Con­trol­ling­sys­teme (m/w)
    Bitburger Braugruppe GmbH, Bitburg
  4. IT-Projektmanager (m/w) Systemgestaltung im Arbeitsgebiet Fahrzeugeinplanung / Programmplanung
    Daimler AG, Sindelfingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. IBM Power8

    Mit 96 Threads pro Sockel gegen Intels Übermacht

  2. Printoo

    Arduino kannste jetzt knicken

  3. Cloud-Dienste

    Streem verspricht unbegrenzten Speicherplatz

  4. Streaming

    HBO-Serien für US-Kunden von Amazon Prime

  5. Theo de Raadt

    OpenSSL ist nicht reparierbar

  6. Xplore XC6 DMSR

    Blendend hell und hart im Nehmen

  7. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  8. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende

  9. Flappy 48

    Zahlen statt Vögel

  10. Port 32764

    Netgear will angebliche Router-Lücke schließen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Freedesktop-Summit Desktops erarbeiten gemeinsam Wayland und KDBus
  2. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  3. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion

First-Person-Walker: Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?
First-Person-Walker
Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

Walking-Simulator-Spiele nennen sie die einen, experimentelle Spiele die anderen. Rainer Sigl hat einen neuen Begriff für das junge Genre der atmosphärisch dichten Indie-Games erfunden: First-Person-Walker - Spiele aus der Ich-Perspektive mit wenig Gameplay.

  1. A Maze 2014 Tanzen mit der Perfect Woman
  2. Festival A Maze Ist das noch Indie?
  3. Test Cut The Rope 2 für Android Grün, knuddlig und hungrig nach Geld

Techniktagebuch auf Tumblr: "Das Scheitern ist viel interessanter"
Techniktagebuch auf Tumblr
"Das Scheitern ist viel interessanter"

Im Techniktagebuch schreiben zwei Dutzend Autoren über den Alltag mit Computern, Handys und anderen Geräten. Im Gespräch mit Golem.de erläutert die Initiatorin Kathrin Passig, warum nicht jeder Artikel eine Pointe und nicht jeder Autor ein hohe Technikkompetenz haben muss.


    •  / 
    Zum Artikel