Shield: Nvidias Handheld mit Android, Tegra 4 und Steam-Stream
Nvidia stellt ein eigenes Spielehandheld vor. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Shield Nvidias Handheld mit Android, Tegra 4 und Steam-Stream

Nvidia baut ein Konkurrenzprodukt zu Nintendos 3DS und der PS Vita auf. Das Android-basierte Shield ist ein Handheld mit Nvidias neuen Quad-Core-A15, HDMI-Schnittstelle und einem erstaunlich großen Akku.

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Nvidia hat auf der Unterhaltungselektronikmesse CES überraschend sein erstes eigenes Handheld vorgestellt. Das Shield genannte Gerät (Projekt Thor) arbeitet mit Nvidias Tegra 4, den wir im Detail in einem separaten Artikel betrachten. Das neue System-on-a-Chip (SoC) soll verglichen mit dem Tegra 3 dank seiner A15-Kerne und der neuen GPU-Kerne noch einmal deutlich schneller arbeiten.

Aus den veröffentlichten Renderings der Hardwareinterna lässt sich schließen, dass Nvidia für das Shield-Handheld einen hochgetakteten Tegra 4 verwendet, der wohl so nicht in Tablets oder gar Smartphones zum Einsatz kommt. Die Bilder lassen einen dicken Kühlkörper erkennen, um das SoC zu kühlen. Shield bietet ein 720p-Multitouch-Display mit 5 Zoll in der Diagonalen, das wohl in Anlehnung an Apples Displaynamen Retina "Retinal-Display" genannt wird. Zwei Analogsticks und typische Tasten eines Joypads samt Vierwegekreuz und Schultertasten gehören zur handheldtypischen Ausstattung. Etwas ungewöhnlich sind die Ports an der Rückseite. Es gibt einen Micro-USB-Anschluss, der anscheinend als AB-Variante ausgeführt wird, HDMI, Micro-SD und einen 3,5-mm-Audioanschluss.

Nvidia zeigt lauffähiges Handheld

Nvidia demonstrierte auf der Pressekonferenz in Las Vegas aber nicht nur Renderings, sondern auch ein funktionsfähiges Gerät, das an einen 4K-Fernseher angeschlossen und demonstriert wurde. Auch 4K-Videomaterial führte Nvidia vor. Dazu wurde der Trailer des kommenden Films After Earth direkt vom Shield auf dem Fernseher gezeigt. Shield arbeitet laut Nvidia mit einem herkömmlichen "puren" Android-Betriebssystem. Die Version von Android wird nur mit Jelly Bean bezeichnet, es könnte also Android 4.1 oder 4.2 sein. Das Handheld lässt sich über einen Shield-Button in einen Spielemodus versetzen. Gezeigt wurden unter anderem Spiele aus der Nvidia-Tegra-Zone, die so schon heruntergeladen werden können. Anpassungen an die neue Tegra-4-Hardware dürften dementsprechend noch fehlen. Aber auch das Spielestreaming und der Zugriff auf Steam wurden gezeigt. Dazu nutzte Nvidia den Big-Picture-Modus.

Während der Demo war eine sichtbare Verzögerung auf zwei Ebenen zu sehen. Zum einen war ein HDMI-Lag zwischen dem Handheld und dem 4K-Fernseher zu sehen. Bei HDMI-Geräten ist das nichts Ungewöhnliches und könnte auch ein Problem des Fernsehers gewesen sein. Hoffentlich dem frühen Stand der Hardware ist die sichtbare Verzögerung bei Stream-Spielen geschuldet. Sollte Nvidia diese Probleme bis zum Ende der Entwicklung nicht beseitigen, dürften Spiele, die eine schnelle Reaktionszeit verlangen, für Shield nicht geeignet sein. Auf der Pressekonferenz hat Nvidia Shield per Ethernet mit dem Spiele-PC verbunden. WLAN funktioniert in solchen Präsentationen häufig wegen überfüllter Frequenzbänder nicht.

  • Nvidias Shield Handheld im Rendering (Fotos: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Aufklappbar...
  • ... und mit großem Joypad
  • Im Inneren arbeitet das Tegra-4-SoC.
  • Der Akku bietet 38 Wattstunden.
  • Nvidia verspricht trotz kleinem Gehäuse einen guten Bass.
  • Joypad
  • Anschlüsse
  • Die Rückseite kann ausgetauscht werden.
  • Das Retinal genannte Display bietet 1.280 x 720.
  • Jen-Hsun Huang zeigt einen Prototyp von Shield.
  • Android-Demo
  • Android-Demo
  • Android-Demo
  • Streaming vom PC auf das Handheld
  • Steam-Spiele im Handheld
  • Shield-Demo beim Streamen
  • Sichtbarer HDMI-Lag
  • Nvidia baut eine komplette Infrastruktur auf.
Nvidias Shield Handheld im Rendering (Fotos: Andreas Sebayang/Golem.de)

Nvidia empfiehlt für die Nutzung des Streamings einen Dual-Band-Access-Point. Daraus lässt sich schließen, dass Nvidia 802.11a/n unterstützt. Das Streaming wird nur unterstützt, wenn der Rechner eine Kepler-basierte GPU besitzt, also ab einer Geforce GTX 650 oder 660M sowie größeren Modellnummern. Nur dann lassen sich PC-Spiele auch vom Shield aus spielen. Außerdem müssen die neuen Geforce-Experience-Treiber installiert sein.

Gestreamt werden kann nicht nur vom eigenen PC, sondern auch vom neuen Grid-System von Nvidia. Somit baut Nvidia gerade die Voraussetzungen für eine komplette Infrastruktur rund ums Spielen auf.

Sehr lange Laufzeit im Videobetrieb

Die Laufzeit gibt Nvidia derzeit recht grob an. Im Spielebetrieb soll der Akku mit seinen 38 Wattstunden zwischen 5 und 10 Stunden durchhalten. Er bietet damit fast so viel Kapazität wie der eines iPad 4 oder auch so manchen Notebooks. Die Laufzeit ist also erstaunlich kurz. Genügsamer soll Nvidias Shield im Videobetrieb sein. Hier soll die Laufzeit bis zu 24 Stunden betragen.

Nvidia will mit dem Handheld auch eine gute Audioausgabe mit dem sogenannten "Custom Bass Reflex"-System ermöglichen. Die interne Tonhardware soll trotz kleinen Volumens einen guten Ton bringen. Die Firma gab an, dass der Ton dem Untergrund entsprechend angepasst wird. Das Handheld registriert also, ob es gerade auf einem Tisch oder in der Hand liegt.

Zu einem Preis oder der Verfügbarkeit macht Nvidia trotz lauffähiger Hardware bisher keine offiziellen Angaben. Hinter vorgehaltener Hand deutete Nvidia an, dass Shield innerhalb eines halben Jahres fertig sein könnte.

Nachtrag vom 7. Januar 2013, 11:45 Uhr

Dem Text wurde ein Video hinzugefügt.


Levial 10. Jan 2013

Is quasi schon gekauft. Allerdings hätte ich mir einen bildschirm gewünscht den man um...

irata 07. Jan 2013

Stimmt, Ergonomie gibt es erst seit etwa 1857 (die Ägypter und Griechen lassen wir mal...

Niriel 07. Jan 2013

Ich finde das mit dem Streaming schon interessant. Mein Rechner steht weit weg vom grö...

sonicsox 07. Jan 2013

würde mich auch interessieren. Im ersten Moment dachte ich vielleicht daran das er den...

derKlaus 07. Jan 2013

Eher was für die Zukunft. Die Hardware ist ja schön kompakt. Eigentlich kommt das...

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