Sensoren: US-Militär plant unbemanntes Spionagenetz für Afghanistan
Ausbringen eines Sensors: jahrelange Überwachung (Bild: Lockheed Martin)

Sensoren US-Militär plant unbemanntes Spionagenetz für Afghanistan

Tausende Sensoren, teilweise getarnt als Steine, will das US-Militär in Afghanistan verteilen. Die Sensoren dienen der Überwachung bestimmter Gebiete: Sie melden, wenn sich Menschen oder Fahrzeuge nähern.

Anzeige

Sehende Steine will das US-Militär in großer Anzahl in Afghanistan verteilen. Sie enthalten Sensoren, die teilweise über eine eigene Stromversorgung verfügen, mit denen es das Land auch nach dem Abzug überwachen will - zum Teil jahrelang.

Unattended Ground Sensors (UGS), unbeaufsichtigte oder wartungslose Bodensensoren, nennt sich die Klasse von Spionagegeräten, die das US-Militär in der afghanischen Landschaft ausbringen will. Sie heißen beispielsweise Micro Observer oder Scorpion und informieren das US-Militär darüber, wenn beispielsweise ein Bergpass im Hindukusch oder eine Piste im Grenzgebiet zu Pakistan benutzt wird.

Automatische Überwachung

Solche Sensoren würden eingesetzt, um ein Gebiet zu überwachen, über das man sich Sorgen mache, das aber mit herkömmlichen Überwachungs- und Aufklärungsmethoden nicht abgedeckt werden könne, erklärte Matt Russell dem US-Technologiemagazin Wired. Der Oberstleutnant der US-Armee beaufsichtigt das Ausbringen von UGS.

Die teilweise nur wenige Zentimeter großen Geräte sind mit Mikrofonen, verschiedenen Kameras, magnetischen oder seismischen Sensoren bestückt. Einige der Sensoren wie etwa die aus Northrop Grummans Scorpion-Baureihe sehen nach dem aus, was sie sind: technische Geräte. Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hingegen versteckt die Sensoren seines Span-Systems (von: Self Powered Adhoc Networks) in einer Tarnhülle, so dass sie aussehen wie ein beliebiger Stein am Wegrand.

Mesh-Netz

Die Sensoren werden in Gruppen bis zu 50 Stück ausgebracht und bilden ein Mesh-Netz. Wird ein Sensor aktiviert, gibt er ein Signal an den nächsten weiter, der es wieder weiterreicht, bis es bei einer Kommunikationsstation eintrifft. Diese funkt es beispielsweise über Satellit an eine Kommandozentrale, die sich irgendwo auf der Welt befinden kann.

Die Sensoren sind mit Solarzellen und einem Akku ausgestattet. Der Akku halte 80.000 Ladezyklen durch, sagte Matt Plyburn von Lockheed Martin. Das bedeute, die Sensoren könnten 20 Jahre einsatzbereit sein. Solche Systeme könnten auch zum Schutz von Gebäuden und Anlagen oder zur Überwachung von Grenzen eingesetzt werden.

Mikrofone auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad

Es ist nicht das erste Mal, dass das US-Militär so etwas plant. Schon im Vietnamkrieg hatte es akustische Sensoren über dem sogenannten Ho-Chi-Minh-Pfad abgeworfen, um den Nachschub des Vietkong zu unterbrechen. Seither sind die Sensoren jedoch viel leistungsfähiger und vor allem haltbarer geworden.

Auch in Afghanistan und im Irak hat die US-Armee solche Sensoren bereits im Einsatz: So hat sie über 1.000 Scorpion-II-Systeme angeschafft. Diese erfassen Menschen aus 800 Metern und Fahrzeuge aus 2.100 Metern Entfernung. Die Akkulaufzeit beträgt rund einen Monat.


mochiman 31. Mai 2012

Das hier im Artikel angesprochene System ist de facto keine Waffe. Auch wenn du Recht...

madMatt 31. Mai 2012

Nein sind wir nicht und waren wir zu keinem Zeitpunkt seit der Gründung der BRD. Hier...

madMatt 31. Mai 2012

Wenn die Truppen abgezogen werden, kann man die Opiumfelder auch weiterhin wunderbar...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Consultant (m/w) SAP SuccessFactors
    metafinanz Informationssysteme GmbH, München
  2. Softwareentwickler GUI, HMI (m/w)
    GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple GmbH, Kaufering (Raum München)
  3. SAP CRM Berater (m/w)
    SPIRIT/21, Braunschweig
  4. JAVA Softwareentwickler (m/w)
    MPDV Mikrolab GmbH, Heimsheim

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Deutsche Grammophon

    Klassik streamen mit bis zu 320 Kbps

  2. Alibaba

    Milliardenschwerer Börsengang wohl Mitte September

  3. Test Infamous First Light

    Neonbunter Actionspaß

  4. Nach Wurstfirmeninsolvenz

    Redtube-Abmahn-Anwalt verliert Zulassung

  5. Gat out of Hell

    Saints Row und die Froschplage in der Hölle

  6. Ridesharing

    Taxidienst Uber in 200 Städten verfügbar

  7. Telefónica und E-Plus

    "Haben endgültige Freigabe von EU-Kommission bekommen"

  8. Intel Core i7-5960X im Test

    Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4

  9. Nintendo

    Neuer 3DS mit NFC und zweitem Analogstick

  10. Onlinereiseplattform

    Opodo darf Nutzern keine Versicherungen unterschieben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



IPv6: Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen
IPv6
Der holprige Weg zu neuen IP-Adressen
  1. Containerverwaltung Docker 1.2 erlaubt Regelung von Containerneustarts
  2. Stellenanzeige Facebook will Linux-Netzwerkstack wie in FreeBSD
  3. Für Azure Microsoft gehen US-IPv4-Adressen aus

Formel E: Motorsport zum Zuhören
Formel E
Motorsport zum Zuhören

Raspberry B+ im Test: Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
Raspberry B+ im Test
Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
  1. Erweiterungsplatinen Der Raspberry Pi bekommt Hüte
  2. Odroid W Raspberry Pi-Klon für Fortgeschrittene
  3. Eric Anholt Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

    •  / 
    Zum Artikel