Abo
  • Services:
Anzeige
Kleines Erdwärmekraftwerk im isländischen Laugarvatn
Kleines Erdwärmekraftwerk im isländischen Laugarvatn (Bild: Stoyan Nenov/Reuters)

Seestromkabel: Island - eine Insel sucht Anschluss

Kleines Erdwärmekraftwerk im isländischen Laugarvatn
Kleines Erdwärmekraftwerk im isländischen Laugarvatn (Bild: Stoyan Nenov/Reuters)

Die Isländer wollen ihr Inseldasein auf dem Energiesektor beenden und das längste Seestromkabel der Welt bauen. Damit können sie dann auch Europa mit sauberer Elektrizität versorgen.

Anzeige

Oli Fjalars Weg zur Arbeit ist wie eine Reise nach Mordor, dem schwarzen Reich der Herr-der-Ringe-Trilogie. Im Geländewagen geht es die Straße hinauf ins isländische Hochland: eine Ödnis aus Asche und Lavafeldern, aus Geysiren, Dampfschwaden und Wasserfällen. Hier, eineinhalb Fahrtstunden von der Hauptstadt Reykjavik entfernt, liegt Búrfell, das zweitgrößte Wasserkraftwerk des Landes, über das Fjalar mit fünf Kollegen wacht.

Sechs Turbinen, groß wie Mähdrescher, erzeugen 270 Megawatt Leistung, genug für eine mittlere Großstadt. Und Búrfell ist nur eines von vielen Wasser- und Erdwärmekraftwerken auf der Vulkaninsel. Längst versorgt sich Island zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. "Wenn wir hier etwas im Überfluss haben", sagt Fjalar, "dann sind das Wasser, Wind und Wärme".

Bald soll auch Mitteleuropa vom Energiereichtum im Norden profitieren. Denn die Isländer wollen ihr Inseldasein auf dem Energiesektor beenden: Ein 1170 Kilometer langes Kabel soll ihre Heimat mit dem Elektrizitätsnetz Großbritanniens verbinden. Icelink, so sein Name, wäre das längste Unterseestromkabel der Welt.

Mit seinen Energieplänen folgt Island dem Vorbild Norwegens: Die Skandinavier exportieren bereits seit 2008 Strom aus Wasserkraftwerken über ein 580 Kilometer langes Seekabel in die Niederlande; bis 2020 sollen zwei Leitungen nach Deutschland und eine nach Schottland führen. Norwegen gilt als künftige Batterie für Mitteleuropa, die einspringt, wenn Windräder und Solarzellen nicht genug Strom liefern.

"Die größte Investition, die es in Island je gegeben hat"

Island will nun auch zum Akku in der Arktis werden. Seit rund zwei Jahren ist der staatliche Energieversorger Landsvirkjun in Gesprächen mit dem britischen Netzbetreiber National Grid. Im März erörterten die Wirtschaftsminister beider Länder die Idee, und Ende Mai war Icelink Thema einer Fragestunde im britischen Parlament.

"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Icelink Wirklichkeit wird", sagt Bjorgvin Sigurdsson, Top-Manager bei Landsvirkjun. Energie aus Wasserkraft und Erdwärme sei zuverlässig, sauber und billig. Die Hochspannungs-Gleichstrom-Verbindung soll ein Gigawatt Leistung übertragen, so viel wie ein Atomkraftwerk erzeugt. Der Strom, der in Schottland ankommt, soll preiswerter sein als aus Offshore-Windrädern.

Auf zwei Milliarden Euro schätzt Landsvirkjun die Kosten für das Unterseekabel - ein Fünftel der isländischen Wirtschaftsleistung. "Es wird die größte Investition, die es je in Island gegeben hat", sagt Energiemanager Sigurdsson. Der Versorger will seine Kraftwerke besser auslasten - und neue bauen, um Strom zu exportieren. Das aber ruft Umweltschützer auf den Plan, für die zu viele Kraftwerke das Landschaftsbild und Lebensräume stören.

Islands Regierung will nun festlegen, wo neue Dämme entstehen können. Sigurdsson hält eine Verdopplung der Erzeugung von 18 auf 36 Terawattstunden im Jahr für möglich. Bei Búrfell eröffnet Landsvirkjun im Herbst ein neues Wasserkraftwerk - und testet seit kurzem auch zwei Windräder. Island hat die besten Windverhältnisse in Europa. "Energieknappheit", sagt Sigurdsson, "ist für uns ein Fremdwort".


eye home zur Startseite
mambokurt 17. Jun 2014

Momentan exportieren wir ziemlcih viel Strom, und nicht nur den Überschuss aus...

Eopia 16. Jun 2014

Um den ganzen Mist nicht ausrechnen zu müssen haben sich die Isländer dafür entschieden...

Malocher 16. Jun 2014

Ich weiß nicht mehr wie aktuell folgendes Video ist, aber vor ein paar Jahren gab es mal...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Detecon International GmbH, Köln, Frankfurt am Main
  2. Deutsche Rückversicherung AG Verband öffentlicher Versicherer, Düsseldorf
  3. operational services GmbH & Co. KG, Berlin, Frankfurt am Main
  4. Robert Bosch GmbH, Abstatt


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Interstellar 8,99€, Django Unchained 8,99€, Das Leben des Brian 7,99€)
  2. 5,49€
  3. (u. a. Minions 11,97€, Game of Thrones, The Dark Knight Trilogy)

Folgen Sie uns
       


  1. Teilzeitarbeit

    Amazon probiert 30-Stunden-Woche aus

  2. Archos

    Neues Smartphone mit Fingerabdrucksensor für 150 Euro

  3. Sicherheit

    Operas Server wurden angegriffen

  4. Maru

    Quellcode von Desktop-Android als Open Source verfügbar

  5. Linux

    Kernel-Sicherheitsinitiative wächst "langsam aber stetig"

  6. VR-Handschuh

    Dexta Robotics' Exoskelett für Motion Capturing

  7. Dragonfly 44

    Eine Galaxie fast ganz aus dunkler Materie

  8. Gigabit-Breitband

    Google Fiber soll Alphabet zu teuer sein

  9. Google-Steuer

    EU-Kommission plädiert für europäisches Leistungsschutzrecht

  10. Code-Gründer Thomas Bachem

    "Wir wollen weg vom Frontalunterricht"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Next Gen Memory: So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
Next Gen Memory
So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
  1. Arbeitsspeicher DDR5 nähert sich langsam der Marktreife
  2. SK Hynix HBM2-Stacks mit 4 GByte ab dem dritten Quartal verfügbar
  3. Arbeitsspeicher Crucial liefert erste NVDIMMs mit DDR4 aus

Wiper Blitz 2.0 im Test: Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
Wiper Blitz 2.0 im Test
Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
  1. Softrobotik Oktopus-Roboter wird mit Gas angetrieben
  2. Warenzustellung Schweizer Post testet autonome Lieferroboter
  3. Lockheed Martin Roboter Spider repariert Luftschiffe

8K- und VR-Bilder in Rio 2016: Wenn Olympia zur virtuellen Realität wird
8K- und VR-Bilder in Rio 2016
Wenn Olympia zur virtuellen Realität wird
  1. 400 MBit/s Telefónica und Huawei starten erstes deutsches 4.5G-Netz
  2. Medienanstalten Analoge TV-Verbreitung bindet hohe Netzkapazitäten
  3. Mehr Programme Vodafone Kabel muss Preise für HD-Einspeisung senken

  1. Re: Desktop-Android - Clickbait at it's best!

    pythoneer | 20:44

  2. Re: Es beginnt...

    pythoneer | 20:42

  3. Re: Ist doch billiger

    NoLabel | 20:35

  4. Re: "Darin fanden sie 47 Galaxien, die bisher...

    Ach | 20:22

  5. Re: "Fingerabdruck verlässt das Gerät nicht"

    Sander Cohen | 20:17


  1. 15:59

  2. 15:18

  3. 13:51

  4. 12:59

  5. 15:33

  6. 15:17

  7. 14:29

  8. 12:57


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel