Security: US-Regierung fordert Ende von Chinas Cyberspionage
Tom Donilon mit Chinas neuem Staatschef Xi Jinping (2012 in Peking): Gespräche über Sicherheit im Internet (Bild: Andy Wong/AFP/GettyImages)

Security US-Regierung fordert Ende von Chinas Cyberspionage

Erstmals hat ein Vertreter der US-Regierung China der Cyberspionage bezichtigt und deren Ende gefordert. Die Reaktion aus Peking ist überraschend.

Anzeige

Die US-Regierung hat China aufgefordert, Cyberspionage und Cyberattacken auf Computersysteme in den USA einzustellen. Derartige Aktivitäten könnten nicht toleriert werden, erklärte der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama öffentlich.

Er spreche nicht "vom alltäglichen Cyberverbrechen oder Hacking", sagte Thomas Donilon in einer Rede, die er am Montag in New York vor der Asia Society hielt. "US-Unternehmen drücken zunehmend ihre Besorgnis aus über ausgefeilte, gezielte Diebstähle von vertraulichen Geschäftsdaten und eigener Technologien durch Cybereinbrüche, die in bisher nicht dagewesenem Maße von China ausgehen."

Bislang nur Anspielungen

Cyberspionage sei ein wichtiges Thema auf allen Ebenen in der US-Regierung. Bisher habe diese jedoch China nicht direkt erwähnt, wenn es um das Thema Cyberspionage ging, berichtet die New York Times. Offiziell seien nur vielsagende Anspielungen gemacht worden: In seiner Rede zur Lage der Nation im Februar etwa hatte Obama von Ländern gesprochen, die Unternehmensgeheimnisse stehlen.

In Donilons Rede spreche die US-Regierung China zum ersten Mal offiziell auf Cyberspionage an und fordere deren Ende. "Die Völkergemeinschaft kann es sich nicht leisten, solche Aktivitäten von irgendeinem Staat zu dulden", betonte Donilon.

Drei Forderungen

Die USA hätten drei Forderungen an die Regierung in Peking, sagte Donilon: "Erstens wollen wir, dass die Dringlichkeit und die Tragweite dieses Problems anerkannt werden und das Risiko, das es darstellt - für den internationalen Handel, den Ruf der chinesischen Wirtschaft und unsere Beziehungen. Zweitens sollte Peking ernstzunehmende Schritte unternehmen, diese Aktivitäten zu untersuchen und zu beenden. Schließlich müssen wir mit China konstruktive Gespräche führen, um akzeptable Verhaltensregeln für den Cyberspace zu festzulegen."

Zumindest die Umsetzung der zweiten Forderung dürfte schwierig sein: Mandiant hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der das US-Sicherheitsunternehmen die Aktivitäten einer Gruppe untersucht hat, die im Westen als Comment Crew oder Shanghai Group bekannt ist. Die Gruppe gilt als überaus versiert - und ist mutmaßlich eine Einheit der Volksbefreiungsarmee.

Reaktion aus Peking

Normalerweise weisen die Behörden Vorwürfe, Unternehmen und Regierungen im Ausland würden über das Internet ausspioniert, rigoros zurück. Cyberspionage und -kriminalität sei in China ebenso wie in den westlichen Ländern verboten. Verstöße würden verfolgt. Die Vorwürfe werden zudem gern damit gekontert, dass die USA ihrerseits Cyberspionage in China betrieben. So sollen die Angriffe auf zwei Websites des chinesischen Militärs im vergangenen Monat von den USA aus durchgeführt worden sein.

Umso überraschender ist die Reaktion aus Peking auf Donilons Vortrag: Statt empörter Dementis kommt aus der chinesischen Hauptstadt das Angebot zu Gesprächen über Internetsicherheit. Diese sei ein globales Problem, sagte Hua Chuying, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. China sei bereit, mit der Völkergemeinschaft inklusive den USA einen konstruktiven Dialog darüber zu führen und zu kooperieren, "um die Sicherheit, die Offenheit und den Frieden des Internet aufrechtzuerhalten".


Endwickler 14. Mär 2013

Nein, ich hatte es frei formuliert und mir wurde auch versichert, dass sich garantiert...

commander1975 13. Mär 2013

Das kannst du aber nicht vergleichen. Was die USA tun ist zu unser aller Wohl, deswegen...

commander1975 13. Mär 2013

Ich denke damit ist eben nicht "der Hacker" in seinem stillen Kämmerlein gemeint...

Komischer_Phreak 13. Mär 2013

Ich stimme Dir, bis auf diesen Absatz, zu. Quelloffene Software ist aber für gezieltes...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Prozess- und Anwendungsberater (m/w) Produktinformationsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen (bei Stuttgart)
  2. Senior Manager CRM (m/w)
    Kontron AG, Augsburg
  3. Software-Entwickler Java / JavaScript (m/w)
    TONBELLER AG, Bensheim
  4. Abteilungsleiter/in
    Robert Bosch GmbH, Renningen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Android 4.4.2

    Kitkat-Update für Motorola Razr HD wird verteilt

  2. Galaxy Note 4

    4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat

  3. Archos 50 Diamond

    LTE-Smartphone mit Full-HD-Display für 200 Euro

  4. Test Dreamfall Chapters Book One

    Neue Episode von The Longest Journey

  5. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  6. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  7. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  8. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  9. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  10. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Sony Alpha 7S im Test: Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
Sony Alpha 7S im Test
Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
  1. FPS 1000 Kamera soll 18.500 Frames pro Sekunde aufnehmen
  2. Bericht Sony will 4K-Superzoom-Kamera entwickeln
  3. Minikamera Ai-Ball Die WLAN-Kamera aus dem Überraschungsei

IT-Gipfel 2014: De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"
IT-Gipfel 2014
De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"
  1. Digitale Agenda 38 Seiten Angst vor festen Zusagen
  2. E-Mail Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Yahoo Mail

Retro-Netzwerk: Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern
Retro-Netzwerk
Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern

    •  / 
    Zum Artikel