Barack Obama, John McCain (am 19. Januar 2009): Reaktion vor dem Brief
Barack Obama, John McCain (am 19. Januar 2009): Reaktion vor dem Brief (Bild: Jim Young/Reuters)

Security Obama und McCain im Wahlkampf ausspioniert

Barack Obama und sein politischer Gegner John McCain wurden während des Wahlkampfes 2008 ausspioniert. Hinter der Aktion steckten mutmaßlich chinesische Hacker mit Verbindungen zur Regierung. Das haben US-Geheimdienstler vor dem chinesisch-amerikanischen Gipfeltreffen enthüllt - auf dessen Tagesordnung auch Cyberspionage steht.

Anzeige

Wenn am heutigen Freitag US-Präsident Barack Obama erstmals den neuen chinesischen Präsidenten Xi Jinping trifft, wird auch das Thema Cyberspionage behandelt werden. Unmittelbar vor dem Gipfeltreffen haben US-Geheimdienste Details eines spektakulären Falls von Cyberspionage bekanntgemacht: Obama und sein Konkurrent John McCain wurden während des Wahlkampfs 2008 ausspioniert - mutmaßlich aus China.

Die Täter hätten demnach Computer und Laptops von wichtigen Wahlkampfhelfern und Beratern der beiden Politiker infiltriert und von dort große Mengen an Daten kopiert, darunter interne Positionspapiere, Wahlkampfunterlagen und Reisepläne, sagten Geheimdienstmitarbeiter dem US-Fernsehsender NBC News.

Korrespondenz abgefangen

Es seien auch private E-Mails betroffen gewesen - unter anderem der Entwurf eines Schreibens McCains an den taiwanischen Staatschef Ma Ying-jeou, der gerade sein Amt angetreten hatte. McCain habe darin Ma die Freundschaft der USA sowie Unterstützung bei der Modernisierung der taiwanischen Streitkräfte zugesichert. Ein Berater des republikanischen Kandidaten habe damals einen erbosten Anruf eines chinesischen Diplomaten in Washington erhalten - noch bevor McCain den Brief abgeschickt hatte.

Die Angreifer hätten im Falle Obamas E-Mails mit Malware im Anhang an die Wahlkampfhelfer verschickt. Die Schadsoftware habe sich dann über die Computer des Teams verbreitet; sie sei auf dem neuesten Stand der Technik gewesen, sagte Alan Brill vom Sicherheitsunternehmen Kroll Advisory Solutions, das die infizierten Computer säuberte.

Ausgeklügelte Aktion

Die US-Bundespolizei Federal Bureau of Investigation (FBI) hatte die ausgeklügelten Cyberangriffe bereits im Sommer 2008 entdeckt. Sie seien danach noch einige Monate weitergegangen, so dass die Ermittler sie nach China zurückverfolgen konnten. Die Angreifer seien mutmaßlich chinesische Hacker, die von der Regierung in Peking unterstützt worden seien.

Das sei seinem Kenntnisstand nach "ein Fall politischer Cyberspionage der chinesischen Regierung gegen die beiden amerikanischen politischen Parteien", sagte Dennis Blair, Direktor Nationale Nachrichtendienste (Director of National Intelligence, DNI) unter Präsident Obama von 2009 bis 2010, dem Sender. Ziel sei gewesen, Informationen über die Positionen der Parteien zu China herauszubekommen.

Ausmaß unbekannt

Dass Obamas Wahlkampfteam ausspioniert wurde, war in groben Zügen bekannt. Obama selbst hatte die Aktion einmal öffentlich erwähnt. Allerdings waren weder die mutmaßlichen Täter noch das Ausmaß bisher bekannt. Offiziell war China noch nicht damit in Verbindung gebracht worden. Wie schwerwiegend die Sicherheitslücke gewesen sei, sei bis dato nicht bekannt gewesen, versicherten Wahlkämpfer beider Seiten und Geheimdienstmitarbeiter NBC News.

Für Obama kommt die Veröffentlichung der Affäre zum Auftakt des Gipfeltreffens zu einem günstigen Zeitpunkt. Es stärkt noch einmal die Position der USA, die seit längerem ein Ende der chinesischen Cyberspionage fordern.


Wakarimasen 10. Jun 2013

Nur kann ein Diplomat nicht dafür belangt werden informationen bekommen zu haben. Um...

pholem 08. Jun 2013

Das klingt als wärst du der Meinung, Drohnen wären dazu programmiert, Kinder zu töten...

Charles Marlow 08. Jun 2013

Denn der überwacht ja sowieso schon alles. Aber danach kräht kein Hahn, denn das ist ja...

__destruct() 08. Jun 2013

Sorry, aber das finde ich das Erschreckendste im ganzen Artikel. Wie soll da...

tf (Golem.de) 07. Jun 2013

Danke für den Hinweis, wir haben ihn von der Schizophrenie erlöst ...

Kommentieren



Anzeige

  1. (Senior) Consultant SAP BI IP (m/w)
    Media-Saturn-Holding GmbH, Ingolstadt
  2. Softwareentwickler (m/w)
    PES-Ingenieurgesellschaft mbH, Hösbach
  3. Mitarbeiter Testmanagement (m/w)
    afb Application Services AG, München
  4. System Administrator Helpdesk (m/w)
    Schwäbische Hüttenwerke Automotive GmbH, Bad Schussenried

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. PS4 + The Witcher 3 + Comic
    399,00€
  2. The Witcher 3: Wild Hunt
    44,99€ USK 18
  3. VORBESTELLAKTION: Star Wars Battlefront (PC/PS4/Xbox One)
    ab 59,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie) - Release 19.11.

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. BND-Skandal

    EU-Kommissar Oettinger testet Kryptohandy

  2. BND-Affäre

    Keine Frage der Ehre

  3. Sensor ausgetrickst

    So klaut man eine Apple Watch

  4. CD Projekt Red

    The Witcher 3 hat Speicherproblem auf Xbox One

  5. Microsoft

    OneClip soll eine Cloud-Zwischenablage werden

  6. VR-Headset

    Klage gegen Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey

  7. Salesforce

    55 Milliarden US-Dollar von Microsoft waren zu wenig

  8. Freedom Act

    US-Senat lehnt Gesetz zur NSA-Reform ab

  9. Die Woche im Video

    Pappe von Google, Fragen zur Überwachung und SSD im Test

  10. One Earth Message

    Bilder und Töne für Außerirdische



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Apps für Googles Cardboard: Her mit der Pappe!
Apps für Googles Cardboard
Her mit der Pappe!
  1. Game of Thrones Auf der Mauer weht ein eisiger Wind
  2. VR im Journalismus So nah, dass es fast wehtut
  3. Deep angespielt "Atme tief ein und tauche durch die virtuelle Welt"

BND-Selektorenaffäre: Die stille Löschaktion des W. O.
BND-Selektorenaffäre
Die stille Löschaktion des W. O.
  1. BND-Chef Schindler "Wir sind abhängig von der NSA"
  2. BND-Metadatensuche "Die Nadel im Heuhaufen ist zerbrochen"
  3. NSA Streit um Selektoren-Liste zwischen Gabriel und Steinmeier

SSD HyperX Predator im Test: Kingstons Mischung ist gelungen
SSD HyperX Predator im Test
Kingstons Mischung ist gelungen
  1. Z-Drive 6300 Neue SSD bietet bis zu 6,4 TByte Speicherplatz
  2. Crucial BX100 und MX200 im Test Mehr SSD pro Euro gibt's derzeit nicht
  3. Plextor M6e Black Edition im Kurztest Auch eine günstige SSD kann teuer erkauft sein

  1. Re: Hirn aus, Burger rein.

    Der Held vom... | 11:18

  2. Geht doch

    exxo | 11:10

  3. Die Roaminggebühren sind mir egal

    RipClaw | 11:10

  4. BND-Führung = Fensterarbeitsplätze

    Braineh | 11:07

  5. Re: Wenns was zu holen gibt kreisen die Geier....

    exxo | 11:06


  1. 10:53

  2. 09:00

  3. 15:05

  4. 14:35

  5. 14:14

  6. 13:52

  7. 12:42

  8. 11:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel