Security: Neuer Bot nistet sich im Speicher ein
(Bild: Sophos)

Security Neuer Bot nistet sich im Speicher ein

Ein neu entdeckter Bot arbeitet im Arbeitsspeicher und ist damit weitaus schwerer aufzuspüren. Die Infizierung erfolgt aber auf herkömmliche Weise. Noch handelt es sich um einen Prototyp.

Anzeige

Eine neuartige Malware lädt bösartigen Programmcode in den Arbeitsspeicher und führt ihn dort aus. Das macht es ungleich schwieriger, ihn aufzuspüren, da er verschlüsselt übertragen und nicht auf der Festplatte abgelegt wird. Noch handelt es sich um einen Prototyp, sagen die Sicherheitsexperten von Sophos Labs.

Bei ihren Recherchen zu einem Angriff, der ihnen gemeldet wurde, stießen die Sophos-Forscher auf einen offensichtlich experimentellen Schadcode, den Malware-Entwickler in einem Feldversuch prüfen, samt Debugging-Informationen. Die dort enthaltene digitale Signatur wurde bereits in einem anderen Zero-Day-Exploit verwendet, den Experten bei Kaspersky Labs aufgedeckt hatten.

Infektion über Flash

Die neue Malware infiziert einen Rechner auf einem herkömmlichen Weg - nämlich über einen Link in einer Spam-E-Mail. Dieser führte auf einen Server in der Türkei, auf dem die Schadsoftware liegt. Sie nutzt eine Schwachstelle in Adobe Flash aus. Gegenwärtig zielt die Malware auf den Firefox-Browser ab. Erst nachdem die Sicherheitsexperten nachgeholfen hatten, konnten sie die experimentelle Schadsoftware ausführen.

Die landet unter dem Namen Scode.dll samt den Shellcode-Dateien Scodeexp.txt und Scode.txt auf dem Rechner eines Opfers. Die Shellcode-Dateien sind entweder an Windows XP oder an andere Windows-Versionen angepasst. Sie legen die ausführbare Datei Taskmgr.exe, die in Scode.dll eingebettet ist, in einem Temp-Ordner ab und laden eine weitere Datei namens Explorer.exe herunter, die wiederum als IAStorIcon.exe im Autostart-Ordner abgelegt wird. Ab diesem Zeitpunkt ist der Rechner infiziert und bleibt es auch nach einem Neustart.

Bot entdeckt

Hier stießen die Forscher auf Links zu zwei Debug-Dateien. Die Dateien seien ein Hinweis darauf, dass es sich um experimentelle Malware handele, schreiben die Sicherheitsexperten.

Die umbenannte Explorer.exe ist mit einem gültigen Zertifikat signiert, mit dem bereits andere Malware signiert ist. Sophos' Antivirensoftware erkennt diese unter dem Namen Troj/FSBSpy-B. IAStorIcon.exe entpuppte sich als Bot, der sich mit einem Command-and-Control-Server in den Niederlanden verbindet.

Der Bot hat drei grundlegende Funktionen: Er liest Systeminformationen aus und kann aus der Ferne gesteuert werden, um Screenshots aufzunehmen und herunterzuladen sowie weiteren Schadcode zu beziehen und auszuführen. Die Kommunikation mit dem Command-and-Control-Server erfolgt verschlüsselt nach AES. Der Schlüssel ist in der Datei IAStorIcon.exe eingebettet. Der Bot überträgt Auskünfte über die CPU, den Arbeitsspeicher, den Festplattenspeicher sowie eine Liste installierter Software.

Verschlüsselte Übertragung

Der heruntergeladene Schadcode werde aber nicht auf der Festplatte gespeichert, sondern im Arbeitsspeicher zu einer ausführbaren Datei zusammengestellt und ausgeführt. Die Datei IAStorIcon.exe übernehme dabei Funktionsimporte, Speicherzuordnungen oder Ähnliches, etwa wie es ein Betriebssystem ebenfalls mache, schreiben die Sicherheitsexperten. Sobald der Schadcode im Speicher ist, werde er gestartet - ohne eigenen Prozess oder Thread. Das sei nicht nur ungewöhnlich, so die Experten, sondern erschwere auch die Erkennung der Malware.

Noch ist die Malware aber mit Debug-Nachrichten versehen. Wenn die Datei IAStorIcon.exe über den Systemprozess mit der ID 4 gestartet werde, sei sie ziemlich mitteilsam, schreiben die Forscher.


Endwickler 17. Feb 2013

Nein. Kenne Windowsnutzer, die auch Ubuntu hernahmen und das hatte ihnen einfach nicht...

DylanD09 15. Feb 2013

@EvilShepp: Eben, nichts anderes schrieb ich ja, die IAStorIcon.exe muss anhand ihrer...

DylanD09 15. Feb 2013

Genau das meinte ich. Wäre ein gutes Feature (aus der Sicht der Kriminellen). Es kann...

Endwickler 15. Feb 2013

Soweit ich das erkennen kann, ist diese von dir gemeinte Kasperskymeldung schon fast ein...

ck2k 15. Feb 2013

Steam fragt mich vorher.

Kommentieren



Anzeige

  1. Software-Entwickler/in für IT-Lösungen im Bereich Vernetztes Fahrzeug / Telematiksysteme
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München
  2. SAP Business Process Expert (m/w)
    Brüel & Kjaer Vibro GmbH, Darmstadt
  3. Java Entwickler/in
    Robert Bosch Car Multimedia GmbH, Hildesheim
  4. IT-Prozess- und Anwendungsberater (m/w) Produktinformationsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen (bei Stuttgart)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Big Brother Awards

    Österreich prämiert die EU Kommission und Facebook

  2. iFixit

    Touch-ID-Sensor im iPad mini 3 mit Klebstoff befestigt

  3. Illegales Streaming

    Razzien gegen Betreiber von Kinox.to

  4. Android 4.4.2

    Kitkat-Update für Motorola Razr HD wird verteilt

  5. Galaxy Note 4

    4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat

  6. Archos 50 Diamond

    LTE-Smartphone mit Full-HD-Display für 200 Euro

  7. Test Dreamfall Chapters Book One

    Neue Episode von The Longest Journey

  8. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  9. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  10. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Ubuntu 14.10: Zum Geburtstag kaum Neues
Ubuntu 14.10
Zum Geburtstag kaum Neues
  1. Thomas Voß "Mir ist in zwei Jahren relevanter als Wayland"
  2. Ubuntu Unity 8 soll Standard in 16.04 werden
  3. Ubuntu Unity-Lockscreen-Bug kann Passwort verraten

Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Raumfahrt Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift
  2. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  3. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

    •  / 
    Zum Artikel