Der Sitecom WLM-3500 hat zwei Backdoors.
Der Sitecom WLM-3500 hat zwei Backdoors. (Bild: Sitecom)

Security Neu entdeckte Sicherheitslücken in vielen Routern

Zwei Sicherheitsprojekte haben sich zahlreiche Router vorgenommen und teilweise erschreckende Sicherheitslücken gefunden. Die Geräte stammen unter anderem von Belkin, Linksys, Netgear und Sitecom.

Anzeige

Zahlreiche Security-Unternehmen und unabhängige Projekte widmen sich in letzter Zeit den sogenannten Soho-Routern, die vor allem für private Netze vorgesehen sind. Fündig wurde nun die italienische Firma eMaze, die im dort verbreiteten Router WLM-3500 eine Hintertür entdeckte.

In der Firmware des Geräts sind ab Werk zwei Benutzerkonten angelegt, mit denen man sich auch über das Internet in die Weboberfläche einloggen kann. Danach ist es auf einfache Weise möglich, auch Adminrechte auf dem Gerät zu erlangen und somit das vermeintlich private Netz wie das eigene zu behandeln und auch beliebigen Traffic über den Router umzuleiten. Die Lücke wurde von eMaze bereits an Sitecom gemeldet, das daraufhin die Firmware 1.07 bereitstellte, die keine Backdoors mehr enthalten soll.

Das ist noch nicht bei all den Routern so, die von dem US-Unternehmen IMS untersucht wurden. Dessen Sicherheitsforscher haben insgesamt 13 Geräte untersucht, bei allen fanden sie Schwachstellen. Dokumentiert hat IMS das bisher nur für die Modelle Linksys WRT310N v2, Belkin F5D8236-4 v2, Belkin N300, Belkin N900, Netgear WNDR4700, TP-Link WR1043N, Verizon Actiontec und D-Link DIR-865L. Fünf weitere nicht genannte Modelle, mit deren Herstellern das Unternehmen noch in Kontakt steht, sollen ebenfalls Lücken aufweisen.

Manche dieser Sicherheitsprobleme lassen sich auch über das Internet ausnutzen, um wie oben beschrieben den Router zu übernehmen. Teilweise ist es dafür nötig, dass der rechtmäßige Nutzer eines Routers die Konfigurationsseite des Geräts geöffnet hat, dann kann er über präparierte Links einem Angreifer Zugang zu dem Router ermöglichen. Vorstellbar ist das beispielsweise durch Phishing-Mails, die vorgeben, vom Provider oder Routerhersteller zu stammen. Wie sich zeigt, sind neben Cross-Site-Scripting (XSS) auch andere bekannte Angriffsmethoden wie Cross-Site Request Forgery (CSRF) bei solchen Routern möglich.

IMS rät daher, sich nach Benutzen der Konfigurationsoberfläche eines Router stets bei dieser wieder abzumelden. Außerdem sollte man die voreingestellten Kennwörter für den Zugang zu dieser Oberfläche ändern und die Konfiguration über das Internet abschalten. Beides sind keine neuen Tipps, sie werden aber offenbar immer noch nicht von der Mehrzahl der Nutzer beherzigt.

Die Routerhersteller ihrerseits tun aber auch wenig dafür, das Erscheinen neuer Firmware und die Behebung von Sicherheitslücken bekanntzumachen. Automatische Updates für Firmware, wie sie beispielsweise manche Speedport-Router der Telekom beherrschen, bieten noch längst nicht alle Router.

Router registrieren und selbst nach Updates suchen

Eine Benachrichtigung der Nutzer ist auf einfachem Wege auch nicht immer möglich. Dazu müssten sich die Kunden zunächst einmal beim Hersteller registrieren, was viele Menschen wegen der Preisgabe persönlicher Daten scheuen. Gerade bei einem sicherheitsrelevanten Teil eines Netzwerkes wie einem Router ist das aber sinnvoll.

Damit bleibt, bis die Hersteller von Soho-Routern die Sicherheit ihrer Geräte ernster nehmen, nur übrig, regelmäßig von Hand auf den Webseiten der Firmen nach neuer Firmware Ausschau zu halten. Die sollte auch dann installiert werden, wenn der Hinweis auf eine behobene Lücke fehlt, oft geben die Unternehmen diesen Umstand nicht unmittelbar an.

Soho-Router sind in den vergangenen Jahren zunehmend Ziel von Hackerangriffen geworden. Schwere Lücken wiesen unter anderem viele Speedport-Modelle der Telekom auf, sowie etliche Geräte von D-Link. Eine grundlegende Lücke in vielen Geräten, die UPnP beherrschen, führte sogar zu einer Warnung des US-CERT.


MarcoW75 08. Mai 2013

Aber zumindest würde ein Backdoor-Zugang so einige Vorkommnisse erklären. Etwa,wieso sich...

Nitram1234 30. Apr 2013

Was heißt das jetzt geanu? Bringt mir mein VPN client a la Okay Freedom gar nichts oder...

NochEinLeser 23. Apr 2013

Es gibt ein paar, aber leider nicht für die Masse an Router, sondern nur für Ausnahmefälle.

Smartcom5 23. Apr 2013

und ein Firmwareupdate ändert jetzt am Vorhandensein etwaiger geheimer Zugänge...

Smartcom5 23. Apr 2013

und ein Firmwareupdate ändert jetzt am Vorhandensein etwaiger geheimer Zugänge...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Projektleiter (m/w)
    AVL DiTEST über M & P Leading Search Partners GmbH, Fürth
  2. Mitarbeiter / Mitarbeiterin für IT-Systemadministration
    Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V., Marburg
  3. Junior Consultant Finance Processes & Applications (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  4. Analog Test / Product Engineer (m/w)
    TEXAS INSTRUMENTS Deutschland GmbH, Freising near Munich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test

    Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln

  2. Kanzlerhandy

    Bundesanwaltschaft will NSA-Ermittlungsverfahren einstellen

  3. Internetsuche

    EU-Parlamentarier erwägen Google-Aufspaltung

  4. 15 Jahre Unreal Tournament

    Spiel, Bot und Sieg

  5. Inmarsat und Alcatel Lucent

    Internetzugang im Flugzeug mit 75 MBit/s

  6. Managed Apps

    Unternehmen können App-Store von Windows 10 anpassen

  7. Elektronikdiscounter

    Wie Preisvergleichsdienste ausgehebelt werden

  8. Open Data

    Cern befreit LHC-Kollisionsdaten

  9. Multimediabibliothek

    FFmpeg dank Debian wieder in Ubuntu

  10. Valve Software

    Neue Richtlinien für Early Access



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Schlaf gut, Philae: Die aufregenden letzten Tage des Kometenlanders
Schlaf gut, Philae
Die aufregenden letzten Tage des Kometenlanders
  1. Rosetta-Mission Philae ist im Tiefschlaf
  2. Philae Kometen-Lander driftet ab
  3. Philae Erstes Raumschiff landet auf einem Kometen

Chaos Computer Club: Der ungeklärte Btx-Hack
Chaos Computer Club
Der ungeklärte Btx-Hack
  1. Geheimdienst BND möchte sich vor Gesichtserkennung schützen
  2. Sicherheitstechnik Wie der BND Verschlüsselung knacken will
  3. BND-Kauf von Zero Days CCC warnt vor "Mitmischen im Schwachstellen-Schwarzmarkt"

Core M-5Y70 im Test: Vom Turbo zur Vollbremsung
Core M-5Y70 im Test
Vom Turbo zur Vollbremsung
  1. Prozessor Schnellster Core M erreicht bis zu 2,9 GHz
  2. Die-Analyse Intels Core M besteht aus 13 Schichten
  3. Yoga 3 Pro Lenovos erstes Convertible mit Core M wiegt 1,2 Kilogramm

    •  / 
    Zum Artikel