Abo
  • Services:
Anzeige
Viele Fahrzeuge haben noch keine Firewalls in ihren elektronischen Systemen.
Viele Fahrzeuge haben noch keine Firewalls in ihren elektronischen Systemen. (Bild: Screenshot Golem.de)

Autohersteller zeigen Einsicht

Anzeige

In Sachen Sicherheit hätten Autohersteller inzwischen einiges getan, um die zuvor offenen Schnittstellen der Fahrzeugdiagnosesysteme abzusichern. Das in den USA ebenfalls verwendete IVN sei mit proprietären Sicherheitssystemen ausgestattet worden. Sie seien aber relativ leicht zu knacken. Das in Europa verwendete ODB II habe mittlerweile einfache Zugriffseinschränkungen erhalten. Sie lägen etwa in Form von Codes vor. Wer die Codes besitzt, erhält die komplette Kontrolle über das entsprechende Gerät. Über IVN lasse sich das Fahrzeug aber teilweise kontrollieren, wie die verschiedenen Hacks aus den USA belegen. ODB II hingegen diene ausschließlich der Fahrzeugdiagnose.

Exponentielle Zunahme von Software im Auto

Die Gefahrenquellen stiegen mit der Zunahme der Funktionen, der integrierten elektronischen Steuergeräte (Electronic Control Unit, ECU) und der Anzahl der verwendeten Protokolle, um sie anzusprechen. Schumann verdeutlicht anhand eines Zahlenbeispiels aber, wie exponentiell der Anstieg war. Die E-Klasse von Daimler, die zwischen 1984 und 1995 hergestellt wurde, hatte ein CAN und sieben daran angeschlossene ECUs, die weniger als 100 Nachrichten über ein Bus schickten. Seit 2009 sind es hingegen neun verschiedene CANs, 70 ECUs, die etwa 6.000 Nachrichten und mehr als 50 Nachrichtentypen versenden und empfangen. Solche umfangreichen Systeme müssen Bugs enthalten, resümiert Schumann. Die Probleme der E-Klasse, die Anfang 2000 erschien, seien allesamt auf Fehler in der Software zurückzuführen gewesen. Und eben diese heute noch vorhandenen Fehler könnten für Angriffe genutzt werden. Immerhin würde Software inzwischen etwa 30 Prozent der Funktionalität eines Fahrzeugs ausmachen.

Besonders anfällig sind Fahrzeuge, bei denen sämtliche Funktionen, etwa Komfortfunktionen wie Klimaanlage oder Sitzeinstellungen, In-Vehicle-Entertainment-Systeme mit ihren Netzwerkschnittstellen GSM, Bluetooth oder inzwischen auch WLAN und zusätzlich noch die Motorsteuerung, Lenkung oder ABS (Antiblockiersystem), am gleichen Netzwerk hingen. Erst jetzt würden Hersteller diese Systeme durch Firewalls voneinander trennen. Auch diese Firewalls hätten noch Bugs, sagte Schumann, sie würden aber immer besser umgesetzt werden.

Firewalls für Fahrzeuge

Durch die Implementierung von ethernetbasierten Protokollen wie BroadR-Reach kann jedes Subsystem mit einem eigenen Gateway beziehungsweise einer eigenen Firewall ausgestattet werden. Das sei bei deutschen Herstellern inzwischen Standard, in den USA etwa aber nicht, sagte Schumann.

Man könne davon ausgehen, dass sich zumindest Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf diverse Fahrzeuge verschafft hätten, sagte Schumann. Er kenne einige, die sich seit längerem mit dem Hacken von Fahrzeugsystemen beschäftigen würden. Der nach Schumanns Meinung wichtigste Hack stammt von 2011. Den IT-Sicherheitsexperten gelang ein entfernter Angriff über das GSM-Netzwerk. Über eine manipuliere Audiodatei gelang es ihnen, die Firmware der Multimediaschnittstelle zu verändern und sich so Zugriff auf das Fahrzeug zu verschaffen. Erst kürzlich wurde ein ähnlicher Angriff über das digitale Radio (Digital Audio Broadcasting, DAB) beschrieben.

Es gibt noch viel zu tun

Ebenso beunruhigend seien die Forschungen der beiden IT-Sicherheitsforscher Charlie Miller und Chris Valasek, die vor wenigen Tagen eine gefährliche Lücke in dem Uconnect-System von Fiat Chrysler beschrieben, die über das Internet ausgenutzt werden kann. Ihr Hack sei möglich, weil das Fahrzeug keine Firewalls implementiert hatte.

In den nächsten Jahren würden solche Hacks zunehmen, sagte Schumann und beruhigte aber sogleich: Deutschen Herstellern seien diese Schwachstellen nicht nur bewusst, sie würden auch viel Arbeit investieren, um sie zu schließen oder ganz zu vermeiden - mit Hilfe von Experten wie Schumann.

 Security: Die Gefahr der vernetzten Autos

eye home zur Startseite
HexaJester 17. Aug 2015

Da frage ich mich, wann sich jemand trauen wird, das "Konzept Auto" komplett zu...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Berlin
  2. Daimler AG, Stuttgart
  3. Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH), Amberg
  4. Daimler AG, Stuttgart-Untertürkheim


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Complete Bourne Collection Blu-ray 14,99€, Harry Potter Complete Blu-ray 44,99€)
  2. (u. a. John Wick, Leon der Profi, Auf der Flucht, Das Schweigen der Lämmer)
  3. (u. a. Die große Bud Spencer-Box Blu-ray 16,97€, Club der roten Bänder 1. Staffel Blu-ray 14...

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Mit digitalen Workflows Geschäftsprozesse agiler machen
  2. Kritische Bereiche der IT-Sicherheit in Unternehmen
  3. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes


  1. Zenbook 3 im Test

    Macbook-Konkurrenz mit kleinen USB-Typ-C-Problemen

  2. id Software

    Update für Doom entfernt Denuvo

  3. Project Evo

    Microsofts Vorbereitungen für einen Echo-Konkurrenten

  4. Industrial Light & Magic

    Wenn King Kong in der Renderfarm wütet

  5. Auto

    Faraday Future zeigt neue Details seines Elektro-SUVs

  6. iTunes

    Apple plant Streaming aktueller Kinofilme

  7. Bluetooth 5

    Funkleistung wird verzehnfacht

  8. Microsofts x86-Emulator für ARM

    Yes, it can run Crysis

  9. Spielebranche

    Shadow Tactics gewinnt Deutschen Entwicklerpreis 2016

  10. Erotik-Abo-Falle

    Verdienen Mobilfunkbetreiber an WAP-Billing-Betrug mit?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Named Data Networking: NDN soll das Internet revolutionieren
Named Data Networking
NDN soll das Internet revolutionieren
  1. Geheime Überwachung Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr
  2. Bundesförderung Bundesländer lassen beim Breitbandausbau Milliarden liegen
  3. Internet Protocol Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werden

Travelers Box: Münzgeld am Flughafen tauschen
Travelers Box
Münzgeld am Flughafen tauschen
  1. Apple Siri überweist Geld per Paypal mit einem Sprachbefehl
  2. Soziales Netzwerk Paypal-Zahlungen bei Facebook und im Messenger möglich
  3. Zahlungsabwickler Paypal Deutschland bietet kostenlose Rücksendungen an

Nach Angriff auf Telekom: Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
Nach Angriff auf Telekom
Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  1. Red Star OS Sicherheitslücke in Nordkoreas Staats-Linux
  2. 0-Day Tor und Firefox patchen ausgenutzten Javascript-Exploit
  3. Pornoseite Xhamster spricht von Fake-Leak

  1. Re: Wirtschaftlich?

    luker | 10:32

  2. Re: Und jetzt Tie-Fighter bitte komplett in VR... o.0

    vulkman | 10:32

  3. Re: Kollege wollte genau das

    Niaxa | 10:32

  4. Re: Emulationen sind immer gleichbedeutend wie...

    Schnapsbrenner | 10:32

  5. Re: Verstehe euch nicht

    Niaxa | 10:31


  1. 10:37

  2. 10:28

  3. 10:00

  4. 09:00

  5. 08:01

  6. 07:44

  7. 07:35

  8. 07:19


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel