Camover - Berliner Autonome zerschlagen oder klauen CCTVs.
Camover - Berliner Autonome zerschlagen oder klauen CCTVs. (Bild: Camover)

Schwacher Protest Autonome in Berlin klauen Überwachungskameras

Berliner Autonome rufen zum ernst gemeinten Spiel auf: Gemeinsam sollen Überwachungskameras zerstört oder geklaut werden. Viel passiert ist bisher jedoch nicht.

Anzeige

Mitnehmen, zerstören oder unbrauchbar machen - in Berlin geht es Linksautonomen seit Anfang Januar 2013 darum, möglichst viele Überwachungskameras auszuschalten und idealerweise auch zu entwenden. "Wir hassen Überwachungskameras. Sie waren schon seit ihrer Erfindung scheisse. In unseren Städten verfolgen sie uns mittlerweile auf Schritt und Tritt. [...] Permanent werden wir beäugt, überwacht, ausspioniert", so die Initiatoren von Camover.

Private und institutionelle Kameras würden den Eindruck vermitteln, ständiger Kontrolle zu unterliegen. "Weil wir dieser Vision schon viel zu nahe sind, jeder Moment aber der letzte sein könnte, sie zu zerstören, rufen wir zu einem Spiel auf. Ein freudiges Spiel mit einem ernsten Ziel", so die Beschreibung von Camover auf der nach einer ersten Löschung neu veröffentlichten Website zu der Protestaktion.

Zerkloppen als Protest

Ziel des Spiels sei es, über den Aktionszeitraum möglichst viele Überwachungskameras zu "entwerten", was nichts anderes heißt als sie zu klauen oder zu zerstören: "Äxte, Seile, Hämmer, Mistgabeln, Fackeln und was euch sonst noch so einfällt - all das sind legitime Mittel im Kampf für unsere Freiheit", heißt es in dem Aufruf. Ob "Kamera kaputt oder Kamera 'to go'" sei dabei vollkommen egal. Dass sich die Teilnehmer zumindest der Sachbeschädigung oder des Diebstahls strafbar machen, wird in Kauf genommen.

Zum Start der strafbaren Aktion wurde ein Camover-Videozusammenschnitt veröffentlicht. Darin ist etwa zu sehen, wie vermummte, in Schwarz gekleidete Personen von Gebäuden Überwachungskameras entfernen oder in der Berliner U-Bahn Kameras mit Farbe besprühen.

"Gewonnen hat die Gruppe, die am meisten Kameras entwertet hat oder wer durch die spektakulärsten Aktionen gegen die Überwachung (-sinfrastruktur?!) auffällt", heißt es. Friedliche und nachhaltige Aktionen gegen Überwachungsmissstände spielen da wohl eher keine Rolle. Als Hauptgewinn wird ein Ehrenplatz in der ersten Reihe der Demo gegen den europäischen Polizeikongress genannt.

Wenig Nachahmer

Wirklich gezogen hat die Aufforderung zu Straftaten aber bisher nicht, wie das Camover-Team bei Indymedia beklagt. "Eine großartige Hitzahl, ungezählte Daumen hoch auf Youtube und Facebook und Soli-Erklärungen in den Sprachen dieser Welt machen Mut. Die aktive Teilnahme am Spiel leider nicht. Aktive Teilnahme würde bedeuten: Menschen gehen raus auf die Straße, entwerten Kameras und berichten anschließend darüber, um ihr Aktionswissen zu sharen und andere zu motivieren. Das ist bisher so gut wie nicht geschehen. Lediglich zwei Teams vermelden die Zerstörung von insgesamt fünf Kameras."

Die Aktion läuft bis zum Beginn des mittlerweile 16. europäischen Polizeikongresses. Der European Police Congress tagt am 19. und 20. Februar 2013 im Berliner Congress Center (bcc). Bei den zu erwartenden Unruhen müssen die zum Schutz anwesenden Polizisten wohl auch mit ein paar ungewöhnlichen, aber deshalb nicht ungefährlichen Wurfgeschossen rechnen: Der Camover-Trostpreis soll "ein Freiwurf mit und pro erbeuteter Kamera aus der zweiten Reihe" sein.

Das Thema des Polizeikongresses, "Schutz und Sicherheit im digitalen Raum", spielt bei der Camover-Aktion nur eine untergeordnete Rolle. Immerhin heißt es aber, dass sich die zwecks Camover-Teilname gegründeten Autonomengruppen über Internetsicherheit informieren sollen.


ZeRoWaR 29. Jan 2013

Zeig mir bitte mal bitte einen Beweis für die Aluminiumkern-Bestückung von...

Endwickler 29. Jan 2013

Das kann alles sein, aber was hat das mit unmotivierter Randale zu tun? Ein wenig...

Endwickler 29. Jan 2013

Die Kameras sind dann also wie ständig spawnende Gegner in diesem Spiel. :-)

GodsBoss 28. Jan 2013

Erschreckend, dass sich hier anscheinend niemand fragt, wie es eigentlich dazu kommt...

wmayer 28. Jan 2013

Schwarze Mülltüte drüber, darauf ein Zettel "Defekt" und kein Mensch wundert sich. ;)

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter (m/w) VMware / Windows-Support
    SHD Technologie und Service GmbH & Co. KG, Andernach
  2. IT-Anforderungs- und Projektmanager (m/w)
    Stadtwerke München GmbH, München
  3. Webentwickler (m/w) für mobile Anwendungen
    ibau GmbH, Münster
  4. Teamleiter IT (m/w)
    über Baumann Unternehmensberatung AG, Schwandorf

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test

    Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln

  2. Kanzlerhandy

    Bundesanwaltschaft will NSA-Ermittlungsverfahren einstellen

  3. Internetsuche

    EU-Parlamentarier erwägen Google-Aufspaltung

  4. 15 Jahre Unreal Tournament

    Spiel, Bot und Sieg

  5. Inmarsat und Alcatel Lucent

    Internetzugang im Flugzeug mit 75 MBit/s

  6. Managed Apps

    Unternehmen können App-Store von Windows 10 anpassen

  7. Elektronikdiscounter

    Wie Preisvergleichsdienste ausgehebelt werden

  8. Open Data

    Cern befreit LHC-Kollisionsdaten

  9. Multimediabibliothek

    FFmpeg dank Debian wieder in Ubuntu

  10. Valve Software

    Neue Richtlinien für Early Access



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Zbox Pico im Test: Der Taschenrechner, der fast alles kann
Zbox Pico im Test
Der Taschenrechner, der fast alles kann

SE Android: In Lollipop wird das Rooten schwer
SE Android
In Lollipop wird das Rooten schwer
  1. Lollipop Android 5.0 für deutsche Nexus-Geräte ist da
  2. Android 5.0 Lollipop wird für Nexus-Geräte verteilt
  3. Android 5.0 Aktuelles Moto G ist erstes Smartphone mit Lollipop-Update

Battlefield Hardline angespielt: New Action Hero
Battlefield Hardline angespielt
New Action Hero
  1. Videostreaming Youtube startet 60-fps-Wiedergabe
  2. Electronic Arts Business-Ergebnisse und Battlefield-Termine
  3. Dreijahresplan EA will Spielervertrauen zurückgewinnen

    •  / 
    Zum Artikel