Anzeige
Zielerfassung des "Smart Rifles" von Tracking Point
Zielerfassung des "Smart Rifles" von Tracking Point (Bild: Tracking Point)

Scharfschützengewehr Smart Rifle Das Internet der tödlichen Dinge

Die US-Army testet "Smart Rifles" der Firma Tracking Point. Der Computer der Gewehre macht aus jedem einen Scharfschützen und gibt einmal markierte Ziele per WLAN weiter.

Anzeige

John McHale hat gewissermaßen das Smartphone unter den Gewehren erfunden. Sein Smart Rifle, sein schlaues Gewehr, besitzt einen Computer mit Linux-Betriebssystem und ein WLAN-Modul, um sich mit anderen Gewehren übers Internet zu verbinden, und es gibt Apps dafür.

Seit Mai 2013 verkauft McHales Firma Tracking Point die Techno-Gewehre. Nun ist die amerikanische Armee auf die vernetzten Waffen aufmerksam geworden. "Mehrere Testexemplare" habe die Armee erworben, sagte ein Unternehmenssprecher vergangene Woche auf der Waffenmesse Shot Show in Las Vegas.

Das Internet der Dinge hält Einzug in den Krieg. Überraschend ist das nicht wirklich. Wenn schon Zahnbürsten, Kloschüsseln und Topfpflanzen online sind, warum dann nicht auch Schusswaffen?

Ans Militär hatte McHale ursprünglich gar nicht gedacht, er hatte eine ganz andere, pardon, Zielgruppe im Sinn: Hobby-Jäger mit wenig Talent und viel Geld. Ein Smart Rifle kostet je nach Modell zwischen 10.000 und 27.000 US-Dollar. Dafür bekommt der Käufer eine elektronische Zielerfassung, wie man sie aus Kampfjets und Panzern kennt. Sie nimmt dem Schützen das Zielen mehr oder weniger ab. Danebenschießen wird zum Kunststück, selbst wenn das Ziel weit entfernt ist.

Mit dem integrierten WLAN-Server kann der Schütze zudem jeden Schuss aufnehmen und das Video davon in Echtzeit an ein Tablet oder Smartphone übertragen. Um mit dem kill zu prahlen, beziehungsweise um es mit Freunden auf Facebook oder Twitter zu teilen, wie der Hersteller sagt.

Die Vernetzung ermöglicht es aber auch, dass ein Schütze ein Ziel markiert und diese Markierung an einen weiteren Schützen weitergibt - beispielsweise weil dieser einen besseren Schusswinkel hat.

Kein Wunder also, dass die Armee an der Waffe interessiert ist. Jeder Soldat kann damit zum Scharfschützen werden. Möglicherweise steht das kleine texanische Unternehmen mit seinen 75 Mitarbeitern vor einem ganz dicken Geschäft. Bisher produziert es nur 400 bis 500 Smart Rifles im Jahr.

Schon jetzt übersteigt die Nachfrage das Angebot, die Warteliste ist lang. Käufer bekommen ein Gerät, das aus dem Zielgebiet eine digitalisierte Umgebung macht. Der Computer sammelt über seine Sensoren verschiedene Daten zu Temperatur, Luftdruck, Neigung und Gefälle. Alle Informationen werden auf einem Display im Zielfernrohr sichtbar.

"Es sieht aus wie ein Videospiel", bestätigt eine Journalistin, die das Gewehr vor einem halben Jahr ausprobiert hat.

Mit PIN-Code für die Zielerfassung

Hat der Schütze sein Ziel einmal erfasst, markiert er es mit einem Knopfdruck. Ein kleiner roter Kreis erscheint. Der bleibt auch am Ziel "haften", wenn sich das bewegt. Anschließend justiert der Schütze die Waffe so lange, bis ein Fadenkreuz deckungsgleich mit dem Punkt ist. Schießen kann er erst, wenn das Fadenkreuz genau über dem roten Punkt liegt. Das macht es schwer, ein Ziel noch zu verfehlen.

Die Vereinigung Coalition to Stop Gun Violence kritisiert die Hersteller der Techno-Waffe: "Damit kann jeder Tom, Dick oder Harry ganz ohne Können und komplett unerkannt einen Politiker oder jemand anderen aus großer Entfernung erschießen."

Die zivile Version des smarten Gewehrs hat als Sicherung eine Zahlensperre. Um die elektronische Zielerfassung zu nutzen, muss der Schütze zunächst eine PIN eingeben, ähnlich wie beim Smartphone. Schießen kann er aber auch ohne die Elektronik. Sollte die US-Armee die Waffe haben wollen, dürfte sie wohl auf einer Version ohne Codesperre bestehen.

Wie sinnvoll die WLAN-Verbindung der Waffen untereinander im Einsatz wäre, ist schwer zu sagen. Zuerst einmal müsste es auf dem Schlachtfeld eine Netzverbindung geben. Das Netzwerk müsste dann auch in Kampfsituationen stabil und sicher vor Störsendern und Hackern sein. Und schließlich könnte das Signal der Waffe dem Feind sogar helfen, die Soldaten zu orten. Aus dem Gewehr würde eine Zielscheibe.


eye home zur Startseite
alexbohl 11. Mär 2014

Können die Menschen in der Umgebung von soonem Teil nur hoffen, dass die Smart Rifle...

Komischer_Phreak 24. Jan 2014

Ich verstehe Deinen Gegendiskutanten da auch nicht. Wenn ich für meine Software nicht...

Komischer_Phreak 24. Jan 2014

Der längste erfolgreiche Blattschuss mit dem Gewehr liegt bei einem Kilometer. Und das...

Kiwi 24. Jan 2014

Gewinnen würden sie wahrscheinlich auch noch. die Amis sind eben nunmal kranke typen ;D

Anonymer Nutzer 23. Jan 2014

Ne du bist nur der einzige "Vollintelligente" der glaubt das Waffen Menschen Töten so...

Kommentieren



Anzeige

  1. SAP Modulbetreuer / Anwendungsentwickler HCM (m/w)
    HiPP-Werk Georg Hipp OHG, Pfaffenhofen Raum Ingolstadt
  2. Projektleiter Kommunikation und Führung (Heer) (m/w)
    IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH, Ottobrunn bei München
  3. Leiter (m/w) Strategische Weiterentwicklung im Bereich Disposition
    TÜV SÜD Gruppe, München
  4. Teamleiter Software-Entwicklung (m/w)
    GIGATRONIK Köln GmbH, Köln

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. Gehalt.de

    Was Frauen in IT-Jobs verdienen

  2. Kurzstreckenflüge

    Lufthansa verspricht 15 MBit/s für jeden an Bord

  3. Anonymisierungsprojekt

    Darf ein Ex-Geheimdienstler für Tor arbeiten?

  4. Schalke 04

    Erst League of Legends und nun Fifa

  5. Patentverletzungen

    Qualcomm verklagt Meizu

  6. Deep Learning

    Algorithmus sagt menschliche Verhaltensweisen voraus

  7. Bungie

    Destiny-Karriere auf PS3 und Xbox 360 endet im August 2016

  8. Vive-Headset

    HTC muss sich auf Virtual Reality verlassen

  9. Mobilfunk

    Datenvolumen steigt während EM-Spiel um 25 Prozent

  10. Software Guard Extentions

    Linux-Code kann auf Intel-CPUs besser geschützt werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Telefonabzocke: Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt
Telefonabzocke
Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt
  1. Security Ransomware-Bosse verdienen 90.000 US-Dollar pro Jahr
  2. Security-Studie Mit Schokolade zum Passwort
  3. Festnahme und Razzien Koordinierte Aktion gegen Cybercrime

Schulunterricht: "Wir zocken die ganze Zeit Minecraft"
Schulunterricht
"Wir zocken die ganze Zeit Minecraft"
  1. MCreator für Arduino Mit Klötzchen LEDs steuern
  2. Lifeboat-Community Minecraft-Spieler müssen sich neues Passwort craften
  3. Minecraft Befehlsblöcke und Mods für die Pocket Edition

Oneplus Three im Test: Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
Oneplus Three im Test
Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
  1. Android-Smartphone Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three
  2. Smartphones Oneplus soll keine günstigeren Modellreihen mehr planen
  3. Ohne Einladung Oneplus Three kommt mit 6 GByte RAM für 400 Euro

  1. Re: Herstellerangaben vom Spritverbrauch übertragbar?

    Carlo Escobar | 20:21

  2. Re: Frauen in der EDV ...

    phybr | 20:20

  3. Re: Vorinstallierte Programme sind die Pest

    Eheran | 20:20

  4. Re: Bluetooth muss standard werden!

    DrWatson | 20:14

  5. Es ist schon da!

    Harald.L | 20:08


  1. 18:37

  2. 17:43

  3. 17:29

  4. 16:56

  5. 16:40

  6. 16:18

  7. 16:00

  8. 15:47


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel