Einige Anschlüsse angeblich nur mit Speedport-Router zu haben
Einige Anschlüsse angeblich nur mit Speedport-Router zu haben (Bild: Fabian Bimmer / Reuters)

Routerzwang Bundesnetzagentur ermittelt gegen Telekom

Der Deutschland-Chef der Telekom bekommt Ärger mit der Bundesnetzagentur. Sie prüft, ob der Konzern gegen Wettbewerbsregeln verstößt.

Anzeige

Ein so großes Sicherheitsproblem hatte die Deutsche Telekom selten zuvor. Bei Zehntausenden Kunden können Hacker offenbar trotz aktivierter Verschlüsselung auf Computer und Internetzugänge zugreifen. Bei den Telekom-Routern Speedport W 921V ist es leicht möglich, sich mit den WLAN-Zugängen zu verbinden, selbst wenn der Nutzer die Möglichkeit in der Software abgeschaltet hat. Am Freitag hatte die Telekom eine neue Firmware veröffentlicht, die das Problem beseitigt.

Eine ähnliche Lücke, die sich aber nur bei eingeschaltetem WPS nutzen lässt, weisen auch die beiden Router Speedport W 504V und W 723V Typ B auf. Für diese Geräte will die Telekom erst in der kommenden Woche neue Firmware bereitstellen, Betaversionen davon gibt es noch nicht.

Verstößt die Telekom gegen das Gesetz?

Noch brisanter ist, dass die Telekom offenbar versucht, ausgerechnet mit diesen zwei Routern den Wettbewerb bei Endgeräten zu umgehen. Das handelt Telekom-Deutschland-Chef Jan Niek van Damme nun Ärger mit der Bundesnetzagentur ein. Wie ein Behördensprecher bestätigt, prüft sie die Vorgaben des Konzerns an die Vertriebspartner. Sie vermutet Verstöße gegen das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen.

Es gibt Kunden das Recht zu entscheiden, welche Telefone oder Router sie mit ihren Telefonanschlüssen verbinden. Laut einem am 2. März 2012 vom Telekom-Vertrieb verschickten Schreiben, das der Wirtschaftswoche vorliegt, macht der Konzern Vertrieblern aber Vorgaben: Sie dürfen die zwei auf Internet-Technik basierenden Telekom-Anschlüsse "Call&Surf IP" und "Entertain IP" nur vermarkten, "wenn der Kunde den passenden Router bestellt oder bereits im Bestand hat".

Passend seien die Speedport-Modelle W723V und W921V.

Andernfalls "darf nur ein Standard- oder Universal-Anschluss angeboten werden" - also ein Analog- oder ISDN-Anschluss. Die Telekom begründet dies mit ihrem "Qualitätsversprechen": "Wir können den vollen Leistungsumfang eines IP-Anschlusses nur garantieren, wenn alle Komponenten optimal zusammenspielen." Bei Fremdgeräten könne sie das nicht.

Nun drohen van Damme Schadensersatzklagen. Entstehen wegen der Sicherheitslücken Schäden, könnten Kunden dem Düsseldorfer Anwalt Tobias Strömer zufolge Ansprüche geltend machen, "wenn die Telekom schon zum Zeitpunkt des Verkaufs wusste oder hätte wissen können, dass die Geräte Mängel haben".

Das dürfte laut einem Eintrag des Nutzers "Silencium" im Onlinebenutzerforum der Telekom der Fall gewesen sein: Er habe den Fehler im September 2011 bei einem Vorseriengerät entdeckt und die Telekom sofort informiert. Die Telekom behauptet, die Schwachstelle sei erst seit Kurzem bekannt, sie habe umgehend gewarnt.


Endwickler 02. Mai 2012

Das mag bei klassischen Anschlüssen so sein, bei IP-Anschlüssen ist das meistens weniger...

KleinerWolf 02. Mai 2012

ist da eigentlich was dran, das Telekom die Bandbreite zu Youtube drosselt? Ich hatte...

thorben 01. Mai 2012

öhm also die speedports sind AFAIK fast alle umgelabelte fritz boxen oder von siemens *G...

Blar 30. Apr 2012

Wer ist schuld wenn ich mit einem nicht zertifizierten Analogtelefon oder Mobiltelefon...

Cyruss1989 30. Apr 2012

Meine nicht "optimierte" Fritz Box 7270 läuft äußerst stabil und hat 11Mbit statt 8Mbit...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software Architekt (m/w) - Software-Platform
    Harman Becker Automotive Systems GmbH, Karlsbad (Raum Karlsruhe/Stuttgart)
  2. Senior System Analyst (m/w) Trade
    HAVI Logistics Business Services GmbH, Duisburg
  3. Test-Spezialist/in für Automotive IT-Systeme
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München
  4. Senior Software Developer (m/w)
    Rohde & Schwarz DVS GmbH, Hannover

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Linshof

    Die gut versteckte Firma hinter dem Wunder-Smartphone

  2. Gericht

    Entscheidung über Haft für Dotcom kommende Woche

  3. Star Wars Episode VII

    The Force Awakens im ersten Teaser

  4. Speedport Hybrid

    Hybrid-Tarif der Telekom ohne LTE-Drosselung

  5. Docker-Alternative

    Spoon bietet virtualisierte Container für Windows

  6. Überbewertete Superrechner

    Quantencomputer hätten kaum was zu tun

  7. FAA

    Privatdrohnen gefährden Flugverkehr

  8. Großbritannien

    Pink Floyd und Arctic Monkeys sorgen für Vinyl-Boom

  9. Raumfahrt

    Hayabusa 2 startet in wenigen Tagen

  10. Winter is coming

    Game of Thrones ab Anfang Dezember 2014



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Smarthome: Das intelligente Haus wird nie fertig
Smarthome
Das intelligente Haus wird nie fertig
  1. Smart Home Das vernetzte Zuhause hilft beim Energiesparen
  2. Leuchtmittel Die Leuchtdiode kommt aus dem 3D-Drucker
  3. Agora, Energy@home und EEBus Einheitliche Sprache für europäische Smart Homes

Star Wars X-Wing (DOS): Flugsimulation mit R2D2 im Nacken
Star Wars X-Wing (DOS)
Flugsimulation mit R2D2 im Nacken

Android-ROM: Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz
Android-ROM
Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz

    •  / 
    Zum Artikel