Abo
  • Services:
Anzeige
Keine Chance: Eine eigene Fritzbox 6490 an einem Vodafone-Kabelanschluss bietet IPv6 aktuell nur per Tunnel an, nicht aber nativ.
Keine Chance: Eine eigene Fritzbox 6490 an einem Vodafone-Kabelanschluss bietet IPv6 aktuell nur per Tunnel an, nicht aber nativ. (Bild: AVM)

Routerfreiheit: Noch kein IPv6 bei Vodafone mit eigenem AVM-Kabelmodem

Keine Chance: Eine eigene Fritzbox 6490 an einem Vodafone-Kabelanschluss bietet IPv6 aktuell nur per Tunnel an, nicht aber nativ.
Keine Chance: Eine eigene Fritzbox 6490 an einem Vodafone-Kabelanschluss bietet IPv6 aktuell nur per Tunnel an, nicht aber nativ. (Bild: AVM)

Wer Internet von Vodafone bezieht und eine eigene Fritzbox als Kabelmodem nutzt, muss aktuell auf IPv6 verzichten. Beide Unternehmen schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

Das Gesetz zur Auswahl und zum Anschluss von Telekommunikationsendgeräten gilt trotz seines sperrigen Namens als großer Fortschritt bei der Internetgesetzgebung in Deutschland: Seit dem 1. August 2016 dürfen Verbraucher ein beliebiges eigenes Modem für den Internetzugang nutzen. Bisher konnten Anbieter ihren Kunden per Routerzwang ihre Geräte vorschreiben.

Anzeige

Bis zuletzt hatten die großen Kabelnetzbetreiber in Deutschland gegen das Gesetz lobbyiert - letztlich erfolglos. Umso vorbildlicher begleitete Vodafone als neuer Eigentümer von Kabel Deutschland die Einführung der Kundenmodems: Im Kundenforum veröffentlichte der Anbieter mehrere FAQ für die verschiedenen Anschlusstypen, also DSL, Kabel und Mobilfunk/LTE.

Ernüchterung: Kein IPv6

In den FAQ für Kabelzugänge gab es von Vodafone obendrein ein Versprechen: Wer vom 1. August an ein eigenes Kabelmodem betreibe, bekomme automatisch eine echte Dual-Stack-Konfiguration, also IP-Adressen sowohl für IPv4 als auch für IPv6. Beachtlich ist das vor allem deshalb, weil diese Möglichkeit bisher nur mit dem Zwangsrouter von Vodafone und auf Nachfrage gegeben war. Wer lieber einen eigenen Router nutzen wollte und den Vodafone-Router dazu in den Bridge-Modus umschaltete, verzichtete implizit auf IPv6.

Kein Wunder also, dass einige Nutzer zum 1. August bereits mit der passenden Hardware ausgestattet waren und diese nutzen wollten. Leider ist der Markt funktionierender Kabelmodems noch sehr übersichtlich: Einzig die Fritzbox 6490 von AVM ist im Handel realistisch zu bekommen - wohl auch, weil eben dieses Gerät bei diversen Anbietern mit Provider-Brand bereits als Zwangsrouter zum Einsatz kommt.

Vorbildlich wickelt Vodafone die Registrierung des kundeneigenen Modems ab: Nach dem Anschluss öffnet sich im Browser automatisch eine Registrierungsseite, auf der der Nutzer sein Modem selbst anmelden kann. Danach erhält es eine IPv4-Adresse und funktioniert. Die Ernüchterung folgt allerdings sofort danach: Vom versprochenen nativen IPv6 ist bei Vodafone bisher nichts zu sehen. Der entsprechende Konfigurationsdialog der Fritzbox bietet für IPv6 lediglich die Möglichkeit einer Tunnel-Konfiguration. Dabei soll Tunneling durch echtes IPv6 gerade vermieden werden.

Chaos beim Kundendienst

Nachfragen beim Kundendienst verliefen zunächst chaotisch: Die technische Hotline von Vodafone erklärte kurzerhand, Dual-Stack sei bei Vodafone im Augenblick gar nicht zu bekommen. Die Hinweise auf die eigene Vodafone-FAQ bügelte die Vertreterin des Vodafone-Kundendienstes brüsk ab. Im Forum kam auf Nachfrage sogleich das Dementi: Es müsse sich um ein Missverständnis handeln und selbstverständlich böte Vodafone Dual-Stack. Ein Blick in das Kundenforum zeigt allerdings, dass aktuell offenbar alle Kunden mit eigener Fritzbox 6490 von fehlendem IPv6 betroffen sind.

Zwar nahmen sich die Vodafone-Mitarbeiter im Vodafone-Forum der Anfragen der Kunden an, wussten letztlich aber auch keinen Rat. Mittlerweile verkündete der Anbieter, ebenfalls per Forenposting, AVM als Schuldigen ausgemacht zu haben. Hoffnung bestehe für Kunden lediglich durch ein Firmware-Upgrade, das die fehlende Dual-Stack-Möglichkeit nachrüste.

AVM dementiert

Bei AVM ist man sich allerdings keiner Schuld bewusst: Kunden, die schon mit dem Berliner Hersteller wegen des Problems in Kontakt waren, erhielten von dort eine gegenteilige Antwort. Demnach sei Vodafone verantwortlich und AVM habe Vodafone sogar bereits mitgeteilt, welche Änderungen die Firma durchführen müsse, um ihren Kunden natives IPv6 als Dual-Stack-Konfiguration zu bieten. Beide Unternehmen schieben sich also die Verantwortung zu. Allerdings fällt auf, dass weder Vodafone noch AVM eine technische Erklärung des Problems veröffentlicht haben. So ist es für Kunden schlicht nicht möglich, die Behauptungen der Unternehmen nachzuvollziehen - oder sich an eine der beiden Firmen mit einer konkreten Forderung zu wenden.

Problem-Pingpong

Auf eine Anfrage an die Pressestellen von Vodafone und AVM reagierten beide Unternehmen bis heute Morgen nicht. Betroffenen Nutzern bleibt vorerst also nur die Hoffnung, dass sich beide Firmen zusammenraufen und für die gemeinsamen Kunden eine Lösung finden. Das ist dringend geboten: Sinn und Zweck des Gesetzes zur Endgerätefreiheit ist es nicht, Kunden mit nur einem halben Internet-Anschluss auszustatten und technische Probleme auf dem Rücken der Kundschaft auszutragen. Ärgerlich ist in diesem Fall zudem, dass IPv6 mal wieder als Protokoll zweiter Klasse gilt: Ein ähnliches Vorgehen scheint undenkbar, wenn es sich stattdessen um eine defekte IPv4-Konfiguration handeln würde. Fest steht: AVM und Vodafone müssen dringend liefern.


eye home zur Startseite
treffer 15. Aug 2016

Die checksum steht am Ende der Datei im Klartext, einfach editieren.

applebenny 12. Aug 2016

Kann man, man bekommt die SIP-Zugangsdaten über die Aktivierungsseite wenn man seine...

Surfy 12. Aug 2016

Beleidige bitte keine anderen User und provoziere nicht ständig. Ich bin bestimmt nicht...

logged_in 11. Aug 2016

IPv6 hat einen so großen Adressbereich, dass man jedem Sandkorn auf der Erde eine...

CrasherAtWeb 11. Aug 2016

Okay, das ist mal seltsam.

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Dataport, Hamburg, Altenholz/Kiel
  2. regiocom consult GmbH, Magdeburg
  3. Vodafone Kabel Deutschland GmbH, Raum Hamburg, Flensburg, Kiel, Lübeck, Rostock (Home-Office)
  4. über Robert Half Technology, Koblenz


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 399,00€ (Lieferung am 10. November)
  2. 22,99€
  3. 59,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation
  2. Mehr dazu im aktuellen Whitepaper von Freudenberg IT


  1. USB Audio Device Class 3.0

    USB Audio over USB Type-C ist fertig

  2. HY4

    Das erste Brennstoffzellen-Passagierflugzeug hebt ab

  3. Docsis 3.1

    Erster Betreiber versorgt alle Haushalte im Netz mit GBit/s

  4. Messenger

    Welche Metadaten Apple in iMessage speichert

  5. Systems-on-a-Chip

    Qualcomm verkauft Snapdragons erstmals einzeln

  6. Virtual Reality Developer

    Udacity gibt Weiterbildungen zum VR-Entwickler

  7. Gewährleistungsfristen

    Verbraucherschützer wollen EU-Plan verhindern

  8. UBBF2016

    Wo 83 Prozent der Haushalte Glasfaser haben

  9. NBase-T alias IEEE 802.3bz

    Schnelle und doch sparsame Kabelverbindungen

  10. Autonomes Fahren

    Komatsu baut Schwerlaster ohne Führerstand



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mi Notebook Air im Test: Xiaomis geglückte Notebook-Premiere
Mi Notebook Air im Test
Xiaomis geglückte Notebook-Premiere
  1. Mi Notebook Air Xiaomi steigt mit Kampfpreisen ins Notebook-Geschäft ein
  2. Xiaomi Mi Band 2 im Hands on Fitness-Preisbrecher mit Hack-App
  3. Xiaomi Hugo Barra verkündet Premium-Smartphone

Rocketlab: Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
Rocketlab
Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
  1. Osiris Rex Asteroid Bennu, wir kommen!
  2. Raumfahrt Erster Apollo-Bordcomputer aus dem Schrott gerettet
  3. Startups Wie Billig-Raketen die Raumfahrt revolutionieren

Recruiting: Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
Recruiting
Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
  1. Friends Conrad vermittelt Studenten für Serviceleistungen
  2. IT-Jobs Bayerische Firmen finden nicht genügend Programmierer
  3. Fest angestellt Wie viele Informatiker es in Deutschland gibt

  1. Re: Mit wie viel GBit/s? 0,1? Wenn Überschriften...

    Areon | 15:29

  2. Und jetzt brauchen wir noch einen Winkelstecker...

    Graveangel | 15:28

  3. Re: Wie siehts mit Autonomen fahren aus?

    SJ | 15:27

  4. Re: @Argument: 3 Milliarden Menschen

    TheUnichi | 15:25

  5. Foto: RJ45 Steckergehäuse aus undurchsichtigem...

    M.P. | 15:25


  1. 15:20

  2. 15:08

  3. 14:45

  4. 14:26

  5. 14:10

  6. 13:00

  7. 12:46

  8. 12:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel