Routeranbieter Viprinet: "Telekom lügt bei Begründung für Flatrate-Abschaffung"
Multichannel VPN Router 500 (Bild: Viprinet)

Routeranbieter Viprinet "Telekom lügt bei Begründung für Flatrate-Abschaffung"

Der deutsche Routerhersteller Viprinet setzt sich kritisch mit den Behauptungen der Telekom zu den Kosten durch hohes Datenvolumen beim Nutzer auseinander. "In Deutschland gibt es gigantische Backbone-Überkapazitäten", der Datenverkehr sei dort zu Spottpreisen zu realisieren.

Anzeige

Der deutsche Hersteller von Business-Internetroutern Viprinet wirft der Deutschen Telekom falsche Aussagen bei der Abschaffung der Flatrate vor. "Die Begründung, dass die Drosselung eingeführt werde, damit die Backbones nicht überlastet werden", sei unglaublich, so Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel. "In Deutschland gibt es gigantische Backbone-Überkapazitäten", der Datenverkehr sei dort zu Spottpreisen zu realisieren.

"Bei einem DSL-Zugang macht das in der Gesamtkalkulation des Providers nur Cent-Beträge aus." Viprinet sieht seinen Heimatmarkt Deutschland und den dortigen Breitbandausbau massiv gefährdet.

Die Telekom argumentiert: "Wir wollen den Kunden auch in Zukunft das beste Netz bieten und dafür investieren wir weiterhin Milliarden. Immer höhere Bandbreiten lassen sich aber nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren. Den Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen werden wir in Zukunft mehr berechnen müssen. Volumentarife sind im Mobilfunk längst üblich. Und sie haben den Vorteil, dass nur die Kunden mehr zahlen müssen, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen."

Es ist unglaublich, dass Deutschland als einziges westliches Industrieland im Jahre 2013 zu volumenbasierten Internetzugängen zurückkehren wolle, so Kissel.

Drosselung und Routerzwang

Zugleich wehrt sich der Routeranbieter gegen den sogenannten Routerzwang. Internet Service Provider dürfen ihre Kunden daran hindern, andere Router einzusetzen, um etwa Beschränkungen bei Call-by-Call und VoIP zu überwinden, hatte die Bundesnetzagentur entschieden. Der Routerzwang wird durch Geheimhaltung der detaillierten Zugangsdaten erreicht, die im Router voreingestellt sind oder vom Betreiber fernkonfiguriert werden. Die Bundesnetzagentur habe "keine rechtliche Handhabe gegen die Kopplung 'Vertrag nur mit bestimmtem Router' Ihres Netzbetreibers", hieß es von der Behörde.

"Das ist ein Horrorszenario für die Verbraucher, wie auch für die gesamte Branche der Modem- und Routerhersteller in Deutschland", sagte Kissel. Die Telekom würde kaum noch Geräte von europäischen Herstellern ausliefern, sondern auf Geräte aus China setzen.

In Deutschland gibt es eine hohe Zahl von Diensten, zum Beispiel in den Bereichen öffentliche Sicherheit, KV-Safenet aus dem Gesundheitsbereich oder Finanztransaktionen, bei denen besonders gesicherte und zertifizierte Router an das Netz angeschlossen werden müssten.


Martin F. 12. Jun 2013

Schon verrückt. Auf der einen Seite gibt es All you can eat, wo der Ressourceneinsatz...

Captain 27. Apr 2013

deswegen habe ich auch kein Alice genommen, obwohl es seinerzeit billiger war...

NeoTiger 26. Apr 2013

Sind eh viel zu viel Kunden beim Ex-Monopolisten geblieben.

swissmess 26. Apr 2013

Und das soll dann wie heissen? Anti-Netzneutralität oder besser T-Service-Neutralität...

idk 26. Apr 2013

Sie werden dich auf deine vertraglichen Pflichten hinweisen. Zu der ganzen Geschichte ist...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Architekt (m/w) Banken und Versicherungen
    Capgemini Deutschland GmbH, Frankfurt am Main, Düsseldorf, München, Hannover
  2. IT-Koordinator (m/w)
    KVT-Fastening GmbH, Illerrieden
  3. Projektmanager (m/w) für Lohn / Baulohn
    Agenda Informationssysteme GmbH & Co. KG, Rosenheim
  4. Scrum Master (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Berlin

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Age of Wonders 3

    Erweiterung Golden Realms mit Halblingen

  2. Programmierschnittstelle

    Nvidias Cuda 6.5 für mehr Tempo und ARM64

  3. Laufzeitumgebung

    Teile von Unity werden quelloffen

  4. Megaupload

    Kim Dotcoms Vermögen bleibt weiter eingefroren

  5. Router

    AVM schließt Sicherheitslücke in MyFritz-App

  6. AntMe V2

    Programmieren lernen mit Ameisen

  7. Android

    Motorola arbeitet an einem 7-Zoll-Tablet

  8. Oculix

    Netflix mit Oculus Rift und Leap Motion steuern

  9. Frequenzen für Mobilfunker

    Wechsel von DVB-T auf DVB-T2 soll 2016 starten

  10. Xbox One

    Microsoft bietet Reparatur oder Umtausch an



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Ultimate Evil Edition: Diablo 3 zum Dritten
Test Ultimate Evil Edition
Diablo 3 zum Dritten
  1. Activision Blizzard World of Warcraft fällt auf 6,8 Millionen Abonnenten
  2. Diablo 3 auf PS4 angespielt 20 Minuten in der neuen Hölle
  3. Sacred 3 Angespielt Kein Warten beim Laden

Banana Pi im Test: Bananen sind keine Himbeeren
Banana Pi im Test
Bananen sind keine Himbeeren
  1. Eric Anholt Freier Grafiktreiber für Raspberry Pi von Broadcom
  2. Raspberry Pi Compute Module ist lieferbar
  3. PiUSV im Test Raspberry Pi per USV sauber herunterfahren

Deutschland: E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung
Deutschland
E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung
  1. Dead Island 2 angespielt Nur ein kopfloser Zombie ist ein guter Zombie
  2. Grey Goo angespielt Echtzeit-Innovation mit grauer Tentakel-Schmiere
  3. No Man's Sky Wie aus einer Telefonnummer ein Universum entsteht

    •  / 
    Zum Artikel