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Philae bei der Landung
Philae bei der Landung (Bild: Esa/ATG medialab)

Man kann auch ohne Strom heizen

Auch die beiden Marsrover Spirit und Opportunity hatten ernsthafte Probleme in der kalten Umgebung des Mars, obwohl sie sich immerhin nur in 1,5 AU Entfernung von der Sonne befinden. Um trotz der extrem kalten Marsnächte immer eine ladebereite Batterie zu haben und auch andere empfindliche Teile auf ausreichend hoher Temperatur zu halten, haben die Marsrover acht Radionuklid-Heizelemente. Sie haben dort etwa die Form und Größe einer C-Batterie oder Babyzelle. Darin befindet sich eine kleine Kapsel mit knapp 2,5 Gramm Plutonium-238, die eine Wärmeleistung von etwa 1 Watt erreichen. Der Rest des Elements besteht aus einem Kohlenstoffkomposit, das im Fall eines Fehlstarts auch den Wiedereintritt in die Atmosphäre übersteht.

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Diese Heizelemente mögen selbst keinen Strom erzeugen, aber sie sind trotzdem ein wichtiger Bestandteil der Stromversorgung. Noch weiter geht natürlich der neue Marsrover Curiosity, bei dem die Nasa ganz auf eine Stromversorgung mit einer Radionuklidbatterie gesetzt hat. Das wäre für eine kleine Sonde wie Philae kaum sinnvoll gewesen. Ein beheizter und jederzeit einsatzbereiter Akku hätte hingegen den Rest der Mission gerettet. Das Laden des Akkus hätte zwar länger gedauert, aber die Sonde hätte weiter Daten geliefert und ihre Instrumente nutzen können.

Philae war keine Nebensache

In dem Zusammenhang muss nun auch das Versagen der Kaltgasdüse näher untersucht werden. Und zur Untersuchung des Versagens eines solchen Systems gehört nicht nur das letzte Glied der Kette. Es mussten mehrere Systeme versagen, um Philae in seine missliche Lage zu bringen.

Mit einem Budget von 200 Millionen Euro ist Philae kein vernachlässigbarer Teil von Rosetta, sondern das größte und teuerste Messinstrument der Mission. Von den restlichen 1,1 Milliarden Euro wurde nicht nur die Rosetta-Sonde entwickelt, sondern auch die Mission geplant, eine Rakete gestartet und einiges mehr. Philae war das einzige Element der Mission, das wirklich bis zum Kometen herankommen konnte. Die dauerhafte Beobachtung der Kometenoberfläche bei der Annäherung an die Sonne war ein wichtiges Ziel von Philae, auch wenn es nach dem Scheitern als nebensächlich bezeichnet wurde.

Datenpunkte statt Messreihen

Anstatt die Veränderungen auf der Oberfläche mit einer Auflösung von Millimetern zu sehen, mussten sich die Wissenschaftler mit einer Auflösung von einigen Metern zufriedengeben. Statt langer Messreihen von Instrumenten erhielten sie einzelne Datenpunkte. Bei einem Gelingen der Mission hätten sie möglicherweise beobachten können, dass die harte Oberfläche des Kometen mit der Zeit weicher wird. Änderungen der Plasmaumgebung und des Magnetfelds, die Philae messen sollte, wären praktisch garantiert gewesen. Die Instrumente dafür befanden sich dort nicht ohne Grund, genauso wie die Solarzellen, die alle Seiten der Sonde bedeckten - bis auf die Oberseite. Die Ingenieure hätten einen solchen Aufwand nicht betrieben, wenn alle Messungen nach der Landung tatsächlich zweitrangig oder unwichtig gewesen wären.

Die Landung auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko war ohne Frage eine große Leistung, die viele neue Erkenntnisse brachte. Aber es hätten viel mehr sein können. Ohne eine Diskussion von Fehlern mag die Stimmung nach der Mission besser sein, aber mit der Diskussion wird die nächste Mission besser sein. Und das ist Fortschritt.

 Rosetta: Philae hätte leben können

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blariog 15. Jan 2016

Nein, es kommt der Kommentar bzw. die Frage, wie er denn aussehen sollte. Über deinem...

marvas 14. Jan 2016

http://southparkstudios.mtvnimages.com/images/shows/south-park/clip-thumbnails/season-14...

FreiGeistler 14. Jan 2016

"Erosion legt eishaltiges Material auf der Kometen-Ober­fläche frei." pro-physik.de...

neocron 14. Jan 2016

du hast es missinterprietiert. Ich habe nicht gesagt sie wuerden dies entscheiden, ich...

Marple 14. Jan 2016

Da fliegt die Sonde jahrelang millionen von Kilometern, dann ist es soweit, die Welt hält...



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