Robotik Softbot springt durch Gasexplosion

Forscher der Harvard-Universität haben einen sehr sprunghaften Softbot entwickelt: In den Gliedmaßen des aus Silikon bestehenden, weichen Roboters wird Gas gezündet, wodurch er Riesensprünge macht.

Anzeige

Die Behauptung, dieser Roboter bewege sich explosiv fort - trifft es ziemlich genau: Die imposanten Sprünge des Dreibeiners werden durch kleine Gasexplosionen initiiert.

Der Roboter ist ein Verwandter des 2011 vorgestellten Softbots mit pneumatischem Antrieb. Dieser besteht aus Silikon; seine Gliedmaßen und Körper sind Hohlkammern, in die Luft gepumpt wird. Dadurch dehnt sich das jeweilige Körperteil aus und verformt sich. Auf diese Weise wird eine Bewegung erzeugt.

Springen statt kriechen

Der pneumatische Softbot kriecht vorwärts. Der dreibeinige Roboter hingegen vollführt regelrechte Luftsprünge. Von der Bauweise ähneln sie sich: Auch der Dreibeiner besteht aus Silikon und hat hohle Extremitäten. Darin befinden sich Sauerstoff und Methangas. Ein elektrischer Funke zündet die beiden Gase, und durch die Verbrennung wird der Roboter in die Luft geschleudert.

Werde das Gas in allen drei Beinen gleichzeitig gezündet, erreiche der Roboter eine Höhe, die dem Dreißigfachen seiner eigenen Größe entspreche, zitiert das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist die Entwickler, eine Gruppe von Forschern der Harvard-Universität. Sie glauben, dass der Roboter sogar doppelt so hoch springen könnte - die Schläuche, über die das Gas in die Beine gepumpt werde, seien aber ein Hindernis.

Schnell, aber ungerichtet

Mit seinen Riesensprüngen ist der dreibeinige Roboter deutlich schneller unterwegs als der doch recht behäbige Softbot. Dafür kann Letzterer ein Ziel geradewegs ansteuern. Der Dreibeiner hingegen springt eher unkontrolliert durch die Gegend.

Eine Möglichkeit zu entwickeln, ihn zu einem Ziel zu lenken, steht deshalb als Nächstes auf der Agenda der Wissenschaftler um George Whitesides. Daneben wollen sie die Energieeffizienz des Roboters steigern - und seine Sprunghöhe. Immerhin konnten sie zeigen, dass das Material die Hitze und die Ausdehnung, die durch die Verbrennung der Gase entstehen, aushält.

Aktoren für weiche Roboter

Die Harvard-Arbeitsgruppe um Whitesides beschäftigt sich mit alternativen Aktoren für weiche Roboter. 2011 präsentierte Stephen Morin den pneumatisch betriebenen Softbot. Im Jahr darauf bekam der durchsichtige Roboter Farbe: eine ebenfalls aus Silikon bestehende Decke, die von Kapillaren durchzogen ist. In diese wird Farbe gepumpt.

Whitesides selbst hat Aktoren für Softbots entwickelt, die vom Origami, der japanischen Kunst des Papierfaltens, inspiriert sind: Sie bestehen aus Papier, das mit Silikon beschichtet ist. Das Papier wird gefaltet. In das Gebilde wird Luft hineingepumpt, wodurch es sich um das Mehrfache seiner ursprünglichen Länge ausdehnt. Die Richtung des Ausdehnens lässt sich durch ein paar Tropfen Klebstoff verändern.


Emulex 08. Feb 2013

Dadurch dass die Menschheit zunehmend verblödet, werden immer trivialere Dinge...

Endwickler 08. Feb 2013

Ja, ich nehme ganz stark an, dass du die Ironie übersehen hast.

Kommentieren



Anzeige

  1. Business Intelligence Experte (m/w)
    Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH, Berlin
  2. Netzwerk Administrator (m/w)
    Loyalty Partner Solutions GmbH, keine Angabe
  3. Business Intelligence Analyst Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  4. Projektleiter (m/w) Java
    USU AG, Bonn (Home-Office möglich)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. MPAA und RIAA

    Film- und Musikindustrie nutzte Megaupload intensiv

  2. F-Secure

    David Hasselhoff spricht auf der Re:publica in Berlin

  3. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  4. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  5. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  6. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  7. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  8. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  9. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  10. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Bleichenbacher-Angriff TLS-Probleme in Java
  2. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  3. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

    •  / 
    Zum Artikel