Robotik: Hearbo, der hörende Roboter
Stimme, Geräusch oder Musik - Hearbo kann unterscheiden. (Bild: HRI-JP/Screenshot: Golem.de)

Robotik Hearbo, der hörende Roboter

Der von Honda entwickelte humanoide Roboter Hearbo versteht genau, was ein Mensch ihm sagt: Er verfügt über ein besonderes System zur akustischen Wahrnehmung, das ihm ermöglicht, vier Geräuschquellen zu unterscheiden und zu verarbeiten.

Anzeige

Hearbo (von: Hearing Robot) ist ein von Honda entwickelter Roboter, der auf akustische Wahrnehmung spezialisiert ist. Entwickelt wurde er am Honda Research Institute Japan (HRI-JP).

Roboter sollen künftig Menschen im Haushalt unterstützen - als eine Art Maschinen-Butler: Der Mensch trägt ihm eine Aufgabe auf, und der Roboter erledigt sie. Für Letzteres ist Ersteres grundlegend: Der Roboter muss verstehen, was er tun soll - und zwar nicht nur vom Sinn her, sondern auch akustisch. Dazu haben die Forscher um Kazuhiro Nakadai das Open-Source-Wahrnehmungssystem Hark (Abkürzung für: HRI-JP Audition for Robots with Kyoto University) entwickelt. Es ermöglicht Hearbo, Sprachkommandos auch in einer Umgebung mit Hintergrundgeräuschen zu verstehen.

Geräusche unterdrücken

Herkömmliche Spracherkennungsverfahren beruhen meist auf einer Methode namens Beamforming: Das System lokalisiert den Sprechenden, unterdrückt Hintergrundlärm und wendet dann Spracherkennung an.

Das Hark-System arbeitet etwas anders: Der Roboter lokalisiert mit seinen acht Mikrofonen alle Geräuschquellen im Raum, also den Sprecher sowie die Quellen von Hintergrundgeräuschen wie etwa den Fernseher. Dann werden die Geräuschquellen getrennt und verarbeitet. Gleichzeitig läuft ständig eine Ego-Noise Suppression. Das bedeutet, der Roboter filtert die Geräusche, die seine 17 Motoren erzeugen, aus, damit sie die akustische Wahrnehmung nicht stören.

Krach oder Information

Hark kann eine Geräuschquelle auf ein Grad genau lokalisieren. Es erkennt und verarbeitet vier verschiedene Geräuschquellen und Stimmen. Die Idee des Ansatzes sei, dass Geräusche auch wichtige Informationen enthalten könnten und deshalb nicht einfach unterdrückt werden sollten, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Das Schreien eines Säuglings sei zwar eine Störung beim Zuhören, aber auch eine Nachricht, die beachtet werden müsse.

Das System kann Geräuschquellen auch qualitativ einordnen. Die Forscher haben Hearbo gelehrt, Musik zu erkennen, indem sie ihm viele Musikstücke vorgespielt haben. Irgendwann war der Roboter in der Lage, einen Song, den er nie zuvor gehört hatte, als Musik zu klassifizieren. Das bedeutet, Hearbo ist auch in der Lage, eine Stimme, die ihm Anweisungen erteilt, von der Stimme eines Sängers zu unterscheiden.


amp amp nico 26. Nov 2012

Das Langzeitgedächtnis des Menschen ist auch nur eine Datenbank mit wild verknüpften...

Kommentieren



Anzeige

  1. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  2. Senior Manager CRM (m/w)
    Kontron AG, Augsburg
  3. Manager (m/w) of End User Support Services
    CSM Deutschland GmbH, Bremen
  4. Java-Anwendungsentwickler / -innen
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Tor-Router

    Invizbox will besser sein als die Anonabox

  2. Moore's Law

    Totgesagte schrumpfen länger

  3. Agents of Storm

    Free-to-Play-Strategie von den Max-Payne-Machern

  4. Sipgate

    Dienste nach DDoS-Angriff wiederhergestellt

  5. Rockstar Games

    GTA San Andreas erscheint neu für die Xbox 360

  6. G3 Screen

    LGs erstes Smartphone mit eigenem Nuclun-Prozessor

  7. Apple Watch

    Apples Saphirglas-Hersteller stellt Produktion ein

  8. LG G Watch R

    Runde Smartwatch von LG kommt nach Deutschland

  9. Systemanforderungen

    Ohne 200-Euro-Grafikkarte läuft Assassin's Creed Unity nicht

  10. App Rooms

    Facebook macht die Foren mobil



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Hoverboard: Schweben wie Marty McFly
Hoverboard
Schweben wie Marty McFly
  1. Design-Fahrzeuge U-Bahnen in London sollen autonom fahren
  2. Fahrassistenzsystem Volvos virtueller Lkw-Beifahrer soll Unfälle verhindern
  3. Computergrafik US-Forscher modellieren Gesichter in Videos dreidimensional

Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
Merkel auf IT-Gipfel
Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
  1. Digitale Verwaltung 2020 E-Mail soll Briefe und Amtsbesuche ersetzen
  2. Digitale Agenda Ein Papier, das alle enttäuscht
  3. Webmail Web.de kritisiert langsame De-Mail-Einführung der Regierung

Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Raumfahrt Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift
  2. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  3. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars

    •  / 
    Zum Artikel