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Roboy: so süß wie möglich
Roboy: so süß wie möglich (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Roboter: Muskelmännchen Roboy wird rot

Um den Roboter Roboy sammelt sich stets eine große Menschenmenge. Golem.de hat sich den sympathischen Roboter, ein Forschungsprojekt aus der Schweiz, erklären lassen.

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"Ich bin Roboy. Es freut mich, Sie kennenzulernen", begrüßt ein kleiner humanoider Roboter die Cebit-Besucher (Halle 9, Stand A28). Er plinkert sie mit seinen großen blauen Augen an, errötet und gibt ihnen sogar einen Kuss. Dabei wackelt er fröhlich mit den Beinen und bewegt seine Arme.

Ja, Roboy ist süß - mit Absicht, wie Rafael Hostettler im Gespräch mit Golem.de erzählt. Er ist Projektmanager am Labor für künstliche Intelligenz der Universität in Zürich, wo der Roboter in nur neun Monaten gebaut wurde. Am auffälligsten an ihm ist sein großer Kopf mit den animierten Augen und dem animierten Mund. Er soll ein wenig vom Körper des Roboters ablenken, der dem menschlichen Skelett nachempfunden ist.

Muskeln und Sehnen imitieren

Ziel des Projekts sei nämlich, einen Roboter zu bauen, der das menschliche Muskel-Sehnen-Konstrukt imitiere. Er werde also nicht wie andere Roboter von Motoren in den Gelenken angetrieben, sondern von künstlichen Muskeln und Sehnen, erklärt Hostettler.

  • Der Roboter Roboy auf der Cebit 2014. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Er wird mit künstlichen Muskeln und Sehnen animiert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Robotiker haben den menschlichen Bewegungsapparat nachgebildet. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Um den Eindruck des skelletartigen Körpers abzumildern, hat Roboy einen sympathischen Gesichtsausdruck: Er kann zwinkern... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • .. oder Küsschen verteilen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Blick in den Kopf - die Gesichtsausdrücke werden mit einem Beamer von innen auf das Gesicht projiziert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Der Roboter Roboy auf der Cebit 2014. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Die Aktoren bestehen aus Motoren, die jeweils ein Seil aufwickeln. Das Seil ist durch eine Feder geführt und wird an dem Knochen des Roboters festgemacht, und zwar jeweils an der Stelle, an der Sehnen und Muskeln am Knochen ansetzen. Wickelt der Motor das Seil auf, wird die Feder vorgespannt. Die in der Feder gespeicherte Energie kann dann in eine Bewegung umgesetzt werden.

Neun Muskeln in der Schulter

"Wir haben versucht, die passive Dynamik von menschlichen Systemen zu verstehen und zu imitieren", erklärt Hostettler. "In der Schulter ist das besonders realistisch: Hier haben wir alle neun Muskeln, die bei uns auch vorkommen, abgebildet." Nun gelte es zu verstehen, wie diese Muskeln angesteuert werden können, und die Controller zu entwickeln, um die Muskeln präzise anzusteuern.

Für uns Menschen ist das kein Problem: In unserem Körper gibt es rund 600 Muskeln, die wir dauernd ansteuern, ohne darüber nachzudenken. Für die Robotik hingegen schon. "Es ist für die Forschung ärgerlich, wenn man sieht, dass etwas sehr gut funktioniert, aber man nicht versteht, wie", gibt der Wissenschaftler zu.

Zu schwach zum Laufen

Die Motoren sind in Roboys Brustkorb untergebracht, insgesamt 48, darunter jeweils neun für eine Schulter, drei für jeden Arm und vier für den Kopf. Damit kann der Roboter seine Gliedmaßen bewegen. Gehen kann er allerdings nicht - theoretisch könnte er schon. Praktisch waren die neun Monate des Projekts zu kurz, um ihm das Laufen beizubringen. Außerdem hätten sie in Simulationen festgestellt, dass die Motoren zu schwach seien, dass Roboy laufen könne, erzählt Hostettler.

Mit dem Roboter führen die Schweizer ihre Technik vor, unter anderem auf Messen wie der Cebit. Deshalb hat Roboy auch den großen Kopf mit der sympathischen Mimik bekommen. Der Körper sehe mit seinem Knochengerüst, den künstlichen Sehnen und Motoren etwas einschüchternd aus. Deshalb müsse der Kopf "so süß wie möglich sein", erzählt Hostettler. "Wir wollten, dass er sympathisch wirkt, dass er ein positiver Botschafter für diese Technologie ist."

Comic-artiges Gesicht

Im Kopf sitzt ein Beamer, der die Augen und den Mund von innen auf das Gesicht projiziert. Zwei Linsen vor dem Beamer sorgen dafür, dass die Mimik auch groß genug ist. Diese sei absichtlich auch Comic-artig ausgefallen, um Uncanny-Valley-Effekte auszuschließen.

"Ich kann schlafen gehen", sagt Roboy zum Abschluss der Präsentation. Er schließt seine Augen, lässt den Kopf hängen und gibt keinen Laut mehr von sich.


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wlorenz65 17. Mär 2014

So funktioniert herkömmliche Programmierung. Gehirne funktionieren aber anders. Der...

Anonymer Nutzer 15. Mär 2014

Das ist mir sehr wohl bewußt. Aber das ist ja wohl trotzdem kein Grund für ein...

Sarkastius 14. Mär 2014

Ich weine doch nicht. Wenn es effektiver, sicherer und günstiger als herkömmliche...

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