HyQ: Reaktion nur in der Zeitlupe sichtbar
HyQ: Reaktion nur in der Zeitlupe sichtbar (Bild: IIT/Screenshot: Golem.de)

Roboter HyQ stolpert nicht

Die Robotiker vom IIT haben ihrem Vierbeiner HyQ beigebracht, nicht über Hindernisse zu stolpern. Sie haben dazu eine tierische Verhaltensweise nachgebildet.

Anzeige

Der vierbeinige Roboter HyQ hat eine wichtige neue Fähigkeit erlernt: Die Robotiker vom Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) in Genua haben ihm beigebracht, nicht über ein Hindernis zu stolpern. Seine neue Fähigkeit demonstriert der Vierbeiner heute in London.

Die Forscher haben einen Reflex-Algorithmus entwickelt, der es dem Roboter ermöglicht, in dem Moment zu reagieren, wenn er einen Fuß aufsetzt. Ein solcher Reflex ermögliche es einem Roboter, schnell auf Hindernisse zu reagieren und sich dadurch in unstrukturiertem Gelände fortzubewegen, schreiben die Forscher in einem Aufsatz, den sie kürzlich auf der Conference on Climbing and Walking Robots vorgestellt haben.

Vorbild Natur

Als Vorbild habe die Natur gedient, sagen die Robotiker: Wenn ein Tier mit seiner Pfote eine Geländeunebenheit treffe, ziehe es die Pfote zunächst zurück und versuche dann, diese über das Hindernis hinwegzuschwingen. Das bildet der Reflex-Algorithmus nach: Wenn die Sensoren in einem Fuß einen Widerstand gegen die Bewegung des Fußes feststellen, wird der Reflex ausgelöst. Das funktioniere so gut und so schnell, dass die Reaktion im Video nur in der Zeitlupe erkennbar sei, sagte Claudio Semini, Leiter des Dynamic Legged Systems Labs am IIT, dem US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum.

Die IIT-Robotiker haben den HyQ, eine Abkürzung für Hydraulically Actuated Quadruped (hydraulisch angetriebener Vierbeiner) im vergangenen Jahr vorgestellt. Der Roboter ist einen Meter lang, einen halben Meter breit und knapp einen Meter hoch, er wiegt 70 Kilogramm.

Hydraulischer Roboter

Wie der Name sagt, wird er weitgehend hydraulisch betrieben: Acht seiner Gelenke werden von hydraulischen Zylindern bewegt, vier weitere von Elektromotoren. Sensoren wie hochauflösende Positions- und Drehmomentmesser, Drucksensoren in den Hydraulikzylindern und eine inertiale Messeinheit (Inertial Measurement Unit, IMU) koordinieren die Bewegungen. Die Steuerung des Roboters übernimmt ein Rechner mit einem Pentium-Prozessor, der mit dem Linux-basierten Framework Xenomai arbeitet.

Gedacht ist HyQ für den Einsatz im Gelände. Auf gerader Strecke schafft er eine Geschwindigkeit von 7 Kilometern pro Stunde. Auf dem Laufband haben die Forscher ihn auch schon eine Steigung von 13 Grad hinauflaufen lassen - dann ging es allerdings langsamer. Geplant ist, dass der Roboter eine Höchstgeschwindigkeit von über 14,4 Kilometern pro Stunde erreichen soll.

Laufen oder fahren

Dafür ist der Reflex-Algorithmus sehr wichtig. Laufen hat für den Roboter Vorteile. In unstrukturiertem Gelände etwa kommt ein Laufroboter besser voran als einer fahrender. Die Schwierigkeit ist aber, stabil zu laufen und nicht über jedes Hindernis zu stolpern - ein Sturz kann einen Roboter beschädigen.

Einige Robotiker schaffen es, ihrer Kreation einen bewundernswerten Gleichgewichtssinn zu verpassen. Ein Beispiel ist der Alpha Dog von Boston Dynamics: Der bleibt auch auf einer Eisfläche auf allen Vieren und kann einen ordentlichen Schubser gut ausbalancieren.

HyQ in London

Besucher des Naturkundemuseums in London können HyQ heute bewundern: Er wird dort im Rahmen der Konferenz Living Machines ausgestellt.

Die Konferenz findet zum zweiten Mal statt. Sie beschäftigt sich mit Biomimetik, also technischen Systemen, die der Natur nachempfunden sind, sowie mit Biohybridtechnik - der Verbindung von lebenden und technischen Systemen.


Kampfmelone 01. Aug 2013

wer vom Militär unterstützt wird.. :)

attitudinized 01. Aug 2013

...Ich nehme mal an bei denen ist ein wild lebender Bigdog vor dem Bürofenster vorbei...

Stuffmuffin 01. Aug 2013

Aber als er schnell gelaufen ist hat es so ausgeschaut als hätte er eine Gehstörung...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software-Entwickler (m/w)
    AOK Systems GmbH, Stuttgart
  2. EDI-Spezialist (m/w)
    KNV Logistik GmbH, Erfurt
  3. IT-Projektleiter/-in für cross-funktionale Prozesse im Rahmen des Vorstandprojektes PBK
    Daimler AG, Sindelfingen
  4. Problem Manager Telematik-Endgeräte (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. TIPP: Computer-Special: Notebooks, SSDs, Speicher, Tablets u. Computer-Zubehör heute im Blitzangebot
  2. TIPP: 3 MP3-Alben für 12 EUR
  3. NUR HEUTE: Saturn Super Sunday
    (alle Angebote versandkostenfrei, u. a. Samsung Galaxy Note 4 599,00€)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. MotionX

    Schweizer Uhrenhersteller gegen Apple

  2. Grafikfehler

    Macbook-Reparaturprogramm jetzt auch in Deutschland

  3. Uber

    Taxi-Dienst wächst in Deutschland nicht weiter

  4. Überwachung

    Apple-Chef Tim Cook fordert mehr Schutz der Privatsphäre

  5. Mountain View

    Google baut neuen Unternehmenssitz

  6. Leonard Nimoys Mr. Spock

    Der außerirdische Nerd

  7. Die Woche im Video

    Abenteurer, Adware und ein fixer Anschluss

  8. Nachruf

    Dif-tor heh smusma, Mr. Spock!

  9. Click

    Beliebige Uhrenarmbänder an der Apple Watch nutzen

  10. VLC-Player 2.2.0

    Rotation, Addons-Verwaltung und digitale Kinofilme



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Freenet: Das anonyme Netzwerk mit der Schmuddelecke
Freenet
Das anonyme Netzwerk mit der Schmuddelecke
  1. Geheimdienstchef Clapper Cyber-Armageddeon ist nicht zu befürchten
  2. U-Bahn Neue Überwachungskameras können schwenken und zoomen
  3. Matthew Garrett Intel erzwingt Entscheidung zwischen Sicherheit und Freiheit

Technical Preview im Test: So fühlt sich Windows 10 für Smartphones an
Technical Preview im Test
So fühlt sich Windows 10 für Smartphones an
  1. Internet Explorer Windows 10 soll asm.js voll unterstützen
  2. Microsoft Windows 10 erhält Anmeldestandard Fido
  3. Mobiles Betriebssystem Technical Preview von Windows 10 für Smartphones ist da

Lifetab P8912 im Test: Viel Rahmen für wenig Geld
Lifetab P8912 im Test
Viel Rahmen für wenig Geld
  1. Medion Lifetab P8912 9-Zoll-Tablet mit Infrarotsender kostet 180 Euro
  2. Medion Life X5001 5-Zoll-Smartphone mit Full-HD-Display für 220 Euro
  3. Lifetab S8311 8-Zoll-Tablet mit UMTS-Modem im Metallgehäuse für 200 Euro

  1. Re: punkt für apple!

    rabatz | 08:31

  2. Re: Hochkant-Videos...

    JumpLink | 08:28

  3. Re: Ganz toll

    widdermann | 08:28

  4. Re: Neues Patent füe Apple

    Madricks | 08:18

  5. Re: Ich habe es mal versucht

    Madricks | 08:14


  1. 15:24

  2. 14:40

  3. 14:33

  4. 13:41

  5. 11:03

  6. 10:47

  7. 09:01

  8. 19:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel