Abo
  • Services:
Anzeige
Roboterforscherin Kate Darling bei der Republica 2013
Roboterforscherin Kate Darling bei der Republica 2013 (Bild: CC BY 2.0 Gregor Fischer/re:publica)

Roboter-Ethik: Brauchen wir Roboterschutz-Gesetze?

Roboterforscherin Kate Darling bei der Republica 2013
Roboterforscherin Kate Darling bei der Republica 2013 (Bild: CC BY 2.0 Gregor Fischer/re:publica)

Die Wissenschaftlerin Kate Darling erforscht, warum Menschen Mitleid mit Robotern haben. Eine ihrer Schlussfolgerungen: Wir sollten Roboter schützen, wie wir es mit Tieren tun.

Ein Minenroboter ist eine Maschine, die Minen sprengt - im Zweifel, indem er darauf tritt. Das ist die effektivste Art, eine Mine zu entschärfen. Aus Sicht des Roboters ist es kein Problem, wenn er dabei kaputt geht, Maschinen können ersetzt werden. Doch Menschen sind nicht rational, Menschen fühlen.

Anzeige

Vor einigen Jahren führten Forscher auf dem Yuma-Testgelände in Arizona der amerikanischen Armee einen neuen Minensuchroboter vor. Insektengleich stakste er mit seinen sechs Beinen über den Boden. Immer, wenn er auf eine Mine trat, löste er sie aus. Dass er dabei nach und nach seine Gliedmaßen verlor, war die Idee. Der Wissenschaftler Mark Tilden war begeistert, dass seine Maschine sogar funktionierte, als sie nur noch ein Bein hatte. Ein Oberst der US-Army stoppte den Test jedoch entrüstet. Er konnte den Anblick des verbeulten Roboters, der sich auf einem Bein durch die Landschaft zog, nicht ertragen. Der Test sei unmenschlich, sagte er. Er hatte Mitleid.

 
Video: Republica 2013 - Kate Darling Robot Ethics

Kate Darling ist Wissenschaftlerin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und hat in einem Vortrag bei der Konferenz Republica von dem Minensuchroboter erzählt. Sie versucht die Frage zu beantworten, unter welchen Umständen Roboter derlei Gefühle auslösen. Ihr Arbeitsfeld nennt sie Roboter-Ethik.

Darling hat dazu ein Experiment entwickelt. Sie ließ ihre Probanden eine Stunde lang mit einem süßen Dino-Roboter spielen. Anschließend gab sie ihnen die Anweisung, den Roboter zu zerstören. Die meisten weigerten sich. "Eine Teilnehmerin umklammerte den Dino und entfernte die Batterie. Als ich fragte, warum sie das tue, erklärte sie, dem Roboter sollten Schmerzen erspart bleiben", sagt Darling.

Eine Studie der Universität Duisburg kam vor einigen Wochen zu einem ähnlichen Ergebnis. Auch dort war es ein Pleo, ein Spielzeug-Dino, der gequält wurde; auch dort zeigten die Probanden Gefühle für den Roboter.

Der Begriff zu diesem Phänomen heißt Anthropomorphismus und meint, dass wir Gegenständen und Tieren menschliche Eigenschaften zuschreiben. Deutlich zeigt sich das in Kinderbüchern. Dort sind Bären, Hasen und Füchse oft mit menschlichen Zügen dargestellt. Sie laufen aufrecht, tragen Hosen und ahmen menschliche Mimik nach.

Wir tun das, bei Tieren genau wie bei den Robotern, eben weil wir Menschen sind und menschlich bleiben wollen, glaubt Darling.

Warum schützen wir Tiere wirklich? Der Tiere wegen? 

eye home zur Startseite
Mary Roboticdream 05. Mär 2014

Ja, ich glaube auch, dass es erhebliche Probleme mit unserer Emotionalität geben wird...

Joerg B. 12. Jul 2013

Vielen Dank lolig, dass Sie auf Real Humans hingewiesen haben! Ich war...

RhinigtasSalvex 04. Jun 2013

Der mienen Roboter um den es hier geht ist aber nicht menschen ähnlich sondern wenn...

Natchil 14. Mai 2013

Was soll sich denn ändern? Das der Mensch unzufrieden ist gehört wohl auch zum Vorteil...

Pwain 14. Mai 2013

Um die Roboter gehts auch gar nicht, es geht um die Menschen die es mitansehen müssen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. FRITZ & MACZIOL group, deutschlandweit
  2. INCONY AG, Paderborn
  3. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Stuttgart, Sindelfingen, Neu-Ulm, Ulm
  4. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Sindelfingen, Stuttgart, Neu-Ulm, Ulm


Anzeige
Top-Angebote
  1. 49,90€ (Vergleichspreis: 62,90€)
  2. 59,90€ (Vergleichspreis: 71,30€)

Folgen Sie uns
       


  1. Linux

    Kernel-Sicherheitsinitiative wächst "langsam aber stetig"

  2. VR-Handschuh

    Dexta Robotics' Exoskelett für Motion Capturing

  3. Dragonfly 44

    Eine Galaxie fast ganz aus dunkler Materie

  4. Gigabit-Breitband

    Google Fiber soll Alphabet zu teuer sein

  5. Google-Steuer

    EU-Kommission plädiert für europäisches Leistungsschutzrecht

  6. Code-Gründer Thomas Bachem

    "Wir wollen weg vom Frontalunterricht"

  7. Pegasus

    Ausgeklügelte Spyware attackiert gezielt iPhones

  8. Fenix Chronos

    Garmins neue Sport-Smartwatch kostet ab 1.000 Euro

  9. C-94

    Cratoni baut vernetzten Fahrradhelm mit Crash-Sensor

  10. Hybridluftschiff

    Airlander 10 streifte Überlandleitung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Xfel: Riesenkamera nimmt Filme von Atomen auf
Xfel
Riesenkamera nimmt Filme von Atomen auf
  1. US Air Force Modifikation der Ionosphäre soll Funk verbessern
  2. Teilchenbeschleuniger Mögliches neues Boson weist auf fünfte Fundamentalkraft hin
  3. Materialforschung Glas wechselt zwischen durchsichtig und schwarz

Deus Ex Mankind Divided im Test: Der Agent aus dem Hardwarelabor
Deus Ex Mankind Divided im Test
Der Agent aus dem Hardwarelabor
  1. Summit Ridge AMDs Zen-Chip ist so schnell wie Intels 1.000-Euro-Core-i7
  2. Doom Denuvo schützt offenbar nicht mehr
  3. Deus Ex angespielt Eine Steuerung für fast jeden Agenten

Avegant Glyph aufgesetzt: Echtes Kopfkino
Avegant Glyph aufgesetzt
Echtes Kopfkino

  1. Re: Ich empfehle an dieser Stelle: The Truth...

    Proctrap | 01:56

  2. Re: Und der Rest ist Zuckerwatte

    johnsonmonsen | 01:47

  3. Re: iOS, na klar!

    plutoniumsulfat | 01:17

  4. Re: Diebstahl leicht gemacht

    plutoniumsulfat | 01:12

  5. Re: Oder einfach USB kabel

    plutoniumsulfat | 01:08


  1. 15:33

  2. 15:17

  3. 14:29

  4. 12:57

  5. 12:30

  6. 12:01

  7. 11:57

  8. 10:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel