Roboter Baxter lernt durch Vorführen
Roboter Baxter lernt durch Vorführen (Bild: Rethink Robotics)

Roboter Baxter, der freundliche Industrieroboter

Baxter sieht so gar nicht aus wie ein Industrieroboter: Er hat eine humanoide Statur, zwei Arme und ein Gesicht. Der Roboter soll in der Industrie eingesetzt werden, vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen.

Anzeige

Industrieroboter sind Maschinen, die auf eine bestimmte Funktion ausgelegt sind: Sie schweißen, montieren oder wuchten große Gewichte, beispielsweise ein ganzes Auto. Auf eine besonders menschliche Gestaltung wurde bisher selten Wert gelegt. Ganz anders bei Baxter: Der von dem US-Unternehmen Rethink Robotics entwickelte Industrieroboter hat ein Gesicht mit Mienenspiel.

Baxter ist gut 1,80 Meter groß und wiegt 136 Kilogramm. Er hat zwei Arme, an die verschiedene Greifer oder ein Saugnapf angesetzt werden. Jeder der Arme hat sieben Freiheitsgrade und kann ein Gewicht von etwa 2,3 Kilogramm heben. Baxters Wahrnehmung funktioniert über fünf Kameras, die im Kopf, im Brustkorb und an den Enden der Arme sitzen. Der humanoide Roboter steht auf einem Gestell, das weggerollt werden kann, zumal er sich nicht selbst bewegen kann.

Fließbandarbeiter

Der Roboter sei für den Einsatz in der Industrie gedacht, erklärt Hersteller Rethink Robotics. So solle er Werkstücke auf ein Fließband legen oder herunternehmen, sie aus- oder verpacken oder eine Maschine bedienen. Dabei könne sich der Roboter automatisch an die Gegebenheiten anpassen. Er erkenne etwa, wenn das Fließband seine Geschwindigkeit ändere oder wenn die Werkstücke anders auf dem Band platziert werden.

Anders als der herkömmliche Industrieroboter hat Baxter ein Gesicht, ein Display, auf dem zwei Augen dargestellt werden. Nach dem Vorbild eines Menschen zeichnet sich auch auf seinem Gesicht ein Mienenspiel ab, an dem seine menschlichen Kollegen seinen Status ablesen können. So schaue Baxter beispielsweise besorgt drein, wenn er einen Fehler gemacht habe, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin Technology Review.

Einfach zu bedienen

Die Bedienung sei denkbar einfach, verspricht Rethink Robotics. Eine aufwendige Programmierung des Roboters sei nicht notwendig. Ein neuer Gegenstand, mit dem der Roboter umgehen solle, werde vor eine der Kameras gehalten. Neue Aktionen lerne er, indem seine menschlichen Kollegen seine Arme in der gewünschten Weise bewegten. Außerdem könnten über Schalter an den Armen und über das Display vorprogrammierte Aktionen abgerufen werden.

Anders als etwa Roboter in der Automobilindustrie, die strikt von den Menschen getrennt sind, brauche Baxter keine Sicherheitszone: Mit seinen Kameras und einem Rundumsonar erkenne er, wenn ein Mensch sich ihm nähere. Dann ändere sich sein Gesichtsausdruck - damit zeige er dem Menschen, dass er ihn gesehen habe. Sei ein Mensch in der Nähe, bremse er seine Bewegungen ab. Außerdem sei er an diversen Stellen gepolstert, so dass bei einem Zusammenstoß nicht viel passieren könne.

Baxter, der im Oktober auf den Markt kommen soll, wird rund 22.000 US-Dollar kosten. Wegen des relativ niedrigen Preises und der einfachen Handhabung sei der Roboter auch für kleine und mittlere Unternehmen interessant, sagt der Erfinder. Diese könnten einen Teil ihrer Arbeiten automatisieren, dadurch Kosten senken und im Wettbewerb mit Billiglohnländern konkurrenzfähig bleiben, erklärt der Hersteller.

MIT und iRobot

Hinter dem in Boston ansässigen Unternehmen steht Rodney Brooks, ehemals Professor für Robotik am Massachusetts Institute of Technology. Rethink Robotics ist nicht Brooks' erstes Unternehmen: 1990 hatte er zusammen mit seinen Studenten Helen Greiner und Colin Angle iRobot gegründet, das inzwischen mit Robotern für die Armee und den Haushalt erfolgreich ist. Rodney verließ das MIT und iRobot 2008, um Heartland Robotics zu gründen, das vor wenigen Monaten in Rethink Robotics umbenannt wurde.

Die Idee zu Baxter sei ihm gekommen, als iRobot nach einem Produzenten für seine Roboter suchte, sagte Brooks der Technology Review. Ihm sei aufgefallen, dass in der Elektronikbranche immer noch sehr viel Arbeit per Hand erledigt werde und dass deshalb viele Prozesse nach Asien verlagert würden. Er fand, dass es dafür Alternativen geben müsse und entwickelte Baxter.


pholem 21. Sep 2012

1) Das Trickle-down Prinzip existiert immer noch. -> Das Geld verpufft ja nicht bei den...

Kommentieren



Anzeige

  1. Application-Manager (m/w)
    Swiss Post Solutions GmbH, Dettingen unter Teck (bei Stuttgart)
  2. Projektleiter Automotive (m/w)
    KSE GmbH, Ingolstadt
  3. IT-Consultant HP PPM (m/w)
    Media-Saturn IT Services GmbH, Ingolstadt
  4. Leiterin / Leiter des Fachbereichs Standard-Arbeitsplatz Service
    ITDZ Berlin, Berlin

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Merkel-Handy

    NSA-Ausschuss kritisiert Stopp von Ermittlungen

  2. Unitymedia

    Liberty Global schafft Marke KabelBW ab

  3. NSA-Ausschuss

    BND trickst bei Auslandsüberwachung in Deutschland

  4. IT-Anwalt

    "Facebook geht bei neuen AGB illegal vor"

  5. Erbgut

    DNA überlebt Ausflug ins All

  6. Windows-Nachbau

    ReactOS bekommt neuen Explorer

  7. Bundesgerichtshof

    Kopierschutzmaßnamen für Konsolen sind zulässig

  8. Linshof i8

    Achteck-Smartphone mit Übertaktung und Turbo-Speicher

  9. Media Player

    Windows 10 unterstützt FLAC für verlustfreie Musik

  10. VDSL2-Nachfolgestandard

    G.fast in Deutschland wohl kaum einsetzbar



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Crowdfunding für Games: Der Goldrausch auf Kickstarter ist vorbei
Crowdfunding für Games
Der Goldrausch auf Kickstarter ist vorbei
  1. Pono Neil Youngs Highres-Player kommt auch ohne Kickstarter
  2. The Flame in the Flood Reise am prozedural generierten Fluss
  3. Jolt Schnurloses Laden für die Gopro

Next-Gen-Geburtstag: Xbox One und Playstation 4 sind eins
Next-Gen-Geburtstag
Xbox One und Playstation 4 sind eins
  1. Big Fish Games Bis zu 885 Millionen US-Dollar für Casualgames-Anbieter
  2. This War of Mine Das traurigste Spiel des Jahres
  3. Qbert & Co 901 Spielhallenklassiker im Onlinearchiv

NSA-Ausschuss: Meisterschule für Geheimniskrämer
NSA-Ausschuss
Meisterschule für Geheimniskrämer
  1. Kanzlerhandy Bundesanwaltschaft will NSA-Ermittlungsverfahren einstellen
  2. NSA und Co. US-Geheimdienste melden viele Zero-Day-Lücken vertraulich
  3. IT-Sicherheitsgesetz BSI soll Sicherheitslücken nicht geheim halten

    •  / 
    Zum Artikel