Roadmap Atom-Plattform "Bay Trail" mit neuer CPU und Grafik

Gleich aus zwei Quellen gibt es Roadmap-Folien von Intels Ende 2013 erwarteter Plattform "Bay Trail". Die Atom-Kerne darin arbeiten mit neuer Architektur, und auch die Grafik soll endlich konkurrenzfähig werden.

Anzeige

Ende 2013 steht für Intels Atom die erste Generalüberholung nach über fünf Jahren an. Dann soll die bisherige In-Order-Architektur durch die bei allen anderen x86-Prozessoren übliche Out-of-Order-Technik ersetzt werden. Das geht aus inoffiziellen Roadmaps hervor, die unabhängig voneinander bei Expreview und Mobilegeeks aufgetaucht sind. Die Daten von Expreview sind schon älter, aber durch die neuen Informationen ergibt sich nun ein recht vollständiges Bild.

Während es bei ersterer Quelle einige Details auf chinesischen Folien zur gesamten Plattform gibt, gehen die Folien von Mobilegeeks mehr ins Detail zur Plattform "Bay Trail-T", Intels nächstem Design für Tablets. Es folgt dem bereits getesteten Clover Trail (Atom Z2760) nach.

Dabei gibt es wie bei Intel üblich viele Codenamen für die einzelnen Bestandteile der Plattform. Bay Trail ist der Name für das Gesamtpaket, das es in mehreren Versionen für Netbooks, Nettops, Embedded-Anwendungen und Tablets geben wird.

Die neuen Prozessorkerne tragen den Namen Silvermont, sie befinden sich in einem SoC namens Valleyview, das mit 22 Nanometern Strukturbreite hergestellt wird. Auch die aktuellen und sehr sparsamen Atoms wie der Z2760 sind noch mit 32-Nanometer-Technik hergestellt.

Vom Wechsel zu Out-of-Order-Verarbeitung verspricht sich Intel bei Bay Trail-T, also dem Nachfolger des Atom Z2760, 50 bis 60 Prozent mehr Rechenleistung. Dafür gibt es dann auch vier statt zwei Kerne, also echte Quad-Core-Tablets. Hyperthreading, das die bisherigen Atoms beherrschten, ist jedoch nicht mehr vorhanden. Offenbar handelt es sich bei den Silvermont-Kernen um eine vollständig neue Architektur, bei der Intel mit vielen Traditionen bricht. Hyperthreading, das gerade bei den Atoms viel Mehrleistung bringen kann, gibt es seit späteren Versionen der Netburst-Architektur (Pentium 4), ab 2002 wurden erste CPUs damit ausgeliefert.

Grafikkern von Intel, Videoeinheit von Imagination

Bei der Grafik steht ein ebenso radikaler Umbau bevor, sie stammt nicht mehr von Imagination (Power-VR-Kerne), sondern von Intel selbst. Die Präsentationen nennen hier "Gen 7", was auf einen abspeckten Ableger von entweder Ivy Bridge oder Haswell hindeutet. Auch DirectX-11 wird erwähnt, ebenfalls ein Novum für die Atoms, die bisher nur bis DirectX-9 kompatibel waren. Ein bisschen PowerVR steckt aber wohl noch im SoC, denn die Video-Engine wird als "VXD392" beschrieben, eine typische Imagination-Bezeichnung.

Auch zur Akkulaufzeit gibt es Angaben, wenn auch nur für die Tablet-Plattform Bay Trail-T. Hier ist wohl die Leistungsaufnahme im Standby-Modus höher als bisher, denn nur noch 20 statt bisher 30 Tage soll ein typisches Tablet durchhalten. Das wäre ein Rückschritt gegenüber dem Z2760 im Samsung Smart PC. Er benötigte in unserem Test nur 3 Prozent der Akkuleistung nach 12 Stunden Standby.

Dafür soll sich beim nächsten Atom die Leistungsaufnahme im Betrieb drücken lassen: Intels inoffizielle Folien zeigen hier bei Tablets eine Laufzeit von über 11 Stunden statt bisher rund 9 Stunden. Solche Werte sind jedoch immer von der Art der Last abhängig, unser Samsung-Tablet kam bei Installationsarbeiten auf gut sieben Stunden, bei Videowiedergabe auf über sechs Stunden. Eventuell lässt sich der zweite Wert durch die Trennung von Grafik- und Videoeinheit erhöhen.

Aus beiden Quellen geht klar hervor, dass Anwender und Gerätehersteller mit den bisherigen Atoms noch rund ein Jahr leben müssen, denn erst Ende 2013 soll die Bay-Trail-Plattform verfügbar sein. Ob damit dann auch der Marktstart gemeint ist oder die entsprechenden Geräte erst auf der CES 2014 vorgestellt werden, ist noch nicht abzusehen.


hubie 04. Dez 2012

11,6" ist ja auch noch netbooktypisch ^^

Philotech 21. Nov 2012

Zitat: "Hier ist wohl die Leistungsaufnahme im Standby-Modus höher als bisher, denn nur...

SCF 20. Nov 2012

NOCH nicht. Die Weiterentwicklung Nehalem (erste Core i-Serie) bekam dann wieder...

Kommentieren



Anzeige

  1. Business Intelligence Experte (m/w)
    Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH, Berlin
  2. Netzwerk Administrator (m/w)
    Loyalty Partner Solutions GmbH, keine Angabe
  3. Business Intelligence Analyst Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  4. Projektleiter (m/w) Java
    USU AG, Bonn (Home-Office möglich)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. MPAA und RIAA

    Film- und Musikindustrie nutzte Megaupload intensiv

  2. F-Secure

    David Hasselhoff spricht auf der Re:publica in Berlin

  3. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  4. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  5. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  6. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  7. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  8. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  9. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  10. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Bleichenbacher-Angriff TLS-Probleme in Java
  2. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  3. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

    •  / 
    Zum Artikel