RFID: Digitalcourage e.V. ruft zur Hilfe gegen Funk-Kleidung auf
Im Congress Centrum Hamburg wird RFID wieder zum Thema. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

RFID Digitalcourage e.V. ruft zur Hilfe gegen Funk-Kleidung auf

Der vormals als Foebud bekannte Verein Digitalcourage will nächstes Jahr verstärkt gegen den Einsatz von RFID-Chips vorgehen. Die Technik erlaubt es mittlerweile Läden vom Schaufenster aus auf ihre Waren hin zu scannen und Chips mit hoher Reichweite ermöglichen es Kunden von Luxusmarken leichter zu identifizieren.

Anzeige

Der Bürgerrechtsverein Digitalcourage warnt auf dem 29. Chaos Communication Congress vor den Gefahren von immer weiter verbreiteten RFID-Chips (Radio-Frequency Identification) in Produkten und Etiketten. Mittlerweile sollen die eingesetzten RFID-Chips dank erhöhter Reichweite sehr gut ausgelesen werden können. Bis zu 8 Meter sollen es offiziell sein. Mit krimineller Energie sind auch höhere Reichweiten möglich. Verbote zum Einsatz höherer Leistung in Messgeräten dürften kaum Kriminelle aufhalten, die beispielsweise einen Diebstahl planen.

Durch die hohe Reichweite können Läden sogar bereits vom Schaufenster aus gescannt werden. Digitalcourage nannte zwar keine Angriffszenarien gegen Läden, doch gerade kleinere Luxusläden dürften sich gut vom Eingang aus inventarisieren lassen, denn einige Luxusmarken nutzen RFID-Chips bereits für ihre Modeartikel, um Schwarzkopien zu verhindern. Billige, nachgemachte Kleidung hat keinen Chip samt weltweit eindeutiger Seriennummer. Digitalcourage bemängelt nicht nur, dass die Kunden mit aktivem Chip aus dem Laden gelassen werden, sondern dass auch noch Chips mit hoher Reichweite zum Einsatz kommen.

Die Aktivisten möchten in erster Linie verhindern, dass die Technik sich weiter verbreitet. Sie verlangen, dass die Chips, die für die Inventur oder auch als Diebstahlsicherung verwendet werden, vom Händler ohne Aufforderung beim Einkaufen deaktiviert werden. Mit Gerry Weber gibt es diesbezüglich bereits Gespräche und die Firma fordert sogar gesetzliche Standards. Der Verein bewirkt also bereits einiges. Er bemängelt allerdings, dass bei anderen Firmen die Mitarbeiter teils gar nicht wüssten, dass sie mit RFID versehene Kleidung verkaufen. Hier braucht es mehr Aufklärung. Außerdem wird es immer schwieriger herauszufinden welche Firmen bereits RFID einsetzen. Das lässt sich nicht mehr auf bestimmte Marken eingrenzen.

Für das nächste Jahr zur Bundestagswahl soll die Kampagne gegen RFID in Produkten noch ausgeweitet werden. Die Parteien sollen dann einen Wunschkatalog bezüglich des Themas bekommen. Dazu braucht der Verein aber Hilfe. Wer RFID-Chips in Produkten findet, soll die dem Verein zuschicken. Der kann sich dann einen Überblick machen, da die Mittel für Großeinkäufe, nur um Chips zu finden und zu sammeln, nicht reichen. Hilfe braucht der Verein aber nicht nur beim reinen Sammeln sondern auch für Aktivitäten.

Die Gefahr sieht Digitalcourage an vielen Stellen. So könnten Kundenkarten irgendwann überflüssig werden, wenn die Kleidungsseriennummern per Funk vom Kunden abgestrahlt werden. Solange die Kunden nicht untereinander ihre Kleidung tauschen, dürften sie mit ausreichend Daten einfach identifizierbar sein, spätestens an der Kasse. Das hat zwar auch Vorteile für den Kunden, da er seine Kundenkarte gar nicht erst vorlegen muss, aber eventuell möchte der Kunde nicht, dass er überall mit einem Lesegerät gescannt und mit entsprechendem Datensatz auch identifiziert werden kann.

Digitalcourage hatte bereits Anfang des Jahres 2012 gegen RFID in Kleidung protestiert. Damals noch als Foebud e.V. Den alten Namen hat der Verein abgelegt, weil er zu kompliziert war. In Beiträgen wurden die Mitglieder häufig nur noch als Aktivisten bezeichnet, was Nachteile für den Verein hatte.


theonlyone 30. Dez 2012

Müssen die Leute eben alles erst lernen. Frag mal auf der Straße Leute was RFID ist, das...

theonlyone 30. Dez 2012

Die sache mit "identifizierung" und paranoide Verfolgungswahn ist schon sehr hergeholt...

paradigmshift 29. Dez 2012

bin da voll deiner Meinung Genau, wo kommen wir denn da hin wenn man pausenlos unter...

benji83 29. Dez 2012

Nicht jeder Kunde besitzt nur ein einzelnen Artikel mit RFID Chip. z.B. Kreditkarte...

Endwickler 29. Dez 2012

"Mit krimineller Energie sind auch höhere Reichweiten möglich." Klingt interessant. Jetzt...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Entwickler / Consultant SAP BI (m/w)
    evosoft GmbH, Nürnberg
  2. Web-Entwickler (m/w) mit Schwerpunkt PHP
    LLG Media GmbH, Bonn
  3. Diplom-Informatiker / Diplom-Ingenieur (m/w)
    Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, Kassel
  4. Lead Knowledge Analyst (m/w) Statistical Analytics - Knowledge Practice Analytics
    The Boston Consulting Group GmbH, Munich or Düsseldorf

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. 20-Nanometer-DRAM

    Samsung fertigt Chips für DDR4-Module mit 32 bis 128 GByte

  2. Qubes OS angeschaut

    Abschottung bringt mehr Sicherheit

  3. Die Verwandlung

    Ein Roboter spielt Gregor Samsa

  4. VDSL2-Nachfolgestandard

    Deutsche Telekom testet G.fast weiter

  5. Selfie-Smartphone

    Nokia Lumia 730 in Deutschland erhältlich

  6. Passport

    Lenovo soll erneut vor Blackberry-Übernahme stehen

  7. Benchmark

    PCMark für Android misst auch Akkulaufzeit

  8. KDE Plasma

    KWin-Wayland wird Libinput und Logind verwenden

  9. iPhone und iPad

    Apple fordert 64-Bit-Unterstützung für alle iOS-Apps

  10. Microsoft

    Neue Fensteranimationen für Windows 10



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Dell Latitude 12 Rugged Extreme im Test: Convertible zum Fallenlassen
Dell Latitude 12 Rugged Extreme im Test
Convertible zum Fallenlassen
  1. Lenovo Neues Thinkpad Helix wird dank Core M lüfterlos
  2. PLA, ABS und Primalloy 3D-Druckermaterial und M-Discs von Verbatim
  3. Samsung Curved Display Gebogener 21:9-Monitor für PCs

Kazam Tornado 348 ausprobiert: Das dünnste Smartphone der Welt hat ein versichertes Display
Kazam Tornado 348 ausprobiert
Das dünnste Smartphone der Welt hat ein versichertes Display

OS X 10.10: Yosemite ist da
OS X 10.10
Yosemite ist da
  1. Betriebssystem Apple bringt dritte öffentliche Beta von OS X 10.10
  2. Apple OS X Yosemite - die zweite öffentliche Beta ist da
  3. Apple verkraftet Ansturm nicht OS X Yosemite - die öffentliche Beta ist da

    •  / 
    Zum Artikel