Re:publica Twittern aus dem All

Twittern lässt sich auch aus dem All - direkt von der ISS wie Paulo Nespoli oder, indem das Bodenpersonal in die Rolle eines Raumfahrzeugs schlüpft. Nespoli berichtet außerdem, wie es dazu kam, dass er das Spaceshuttle an der ISS fotografieren konnte.

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Das Fenster in der Sojus-Raumfähre sei zwar winzig gewesen, aber der Blick hinaus "einfach großartig", erzählt Paolo Nespoli. Der italienische Astronaut zückte seine Kamera und schoss am 23. Mai 2011 einzigartige Bilder: das Spaceshuttle Endeavour, das an die Internationale Raumstation (ISS) angedockt war.

Twittern statt schlafen

Nespoli saß am 2. Mai auf dem Podium bei der Re:publica 2012 und diskutierte über Twittern aus dem All für die digitale Öffentlichkeitsarbeit. Während seines Aufenthaltes auf der ISS von Dezember 2010 bis Mai 2011 twitterte der Italiener fleißig aus dem All - "zu Zeiten, als ich eigentlich hätte schlafen sollen."

 
Video: Twittern aus dem All für die digitale Öffentlichkeitsarbeit - Republica 2012

Nespoli twitterte jede Menge Fotos aus dem Weltall, veranstaltete Ratespiele mit Bildern von merkwürdigen Strukturen oder Städten oder nahm sogar auf Anfrage von der Erde Fotos auf - außer von Großbritannien, da über der Insel meistens Wolken hingen.

Aufmerksamkeit für Raumfahrtthemen

Über Twitter, Blogs oder soziale Netze lasse sich viel Aufmerksamkeit für Raumfahrtthemen erzielen, erzählte Nasa-Sprecher Bob Jacobs. So habe die US-Weltraumbehörde über die sozialen Medien vor einigen Jahren ein großes Publikum erreichen können, als die traditionellen Medien kaum über Raumfahrtthemen berichteten.

Die Nasa habe schon früh Twitter genutzt: Im November 2008 wurde @Nasa eingerichtet, das inzwischen knapp 2,2 Millionen Follower hat. Im Frühjahr des Jahres gab es schon einen Twitter-Feed zu der Mars-Phoenix-Mission. Dabei ging es durchaus kreativ zu: Für die Tweets schlüpfte Veronica McGregor in die Rolle des Marsfahrzeugs Phoenix und twitterte aus dessen Perspektive in der ersten Person. Obwohl die Raumfahrt zu der Zeit laut Jacobs nur wenig Medienecho bekam, hatte Phoenix bald 40.000 Follower. Inzwischen sind es knapp 190.000.

Direkter Draht zum Steuerzahler

Vorteil sei der direkte Draht zum Publikum, das nicht zuletzt mit seinen Steuern die Raumfahrt finanziere, erklärte Jocelyne Landeau-Constantin, Kommunikationschefin des Europäischen Raumflugkontrollzentrums (European Space Operations Centre, Esoc) in Darmstadt.

Natürlich könne sie eine Pressemitteilung hinausschicken, wenn etwas Wichtiges passiere. Aber es sei etwas ganz anderes, wenn die Beteiligten sich direkt an die Nutzer wendeten. Wenn diese wie etwa bei der Rosetta-Mission inklusive Vorbereitung 14 Jahre darauf gewartet hätten, dass die Sonde den ersten Asteroiden passierte, dann wollten sie diese Erfahrung eben unmittelbar und direkt mit der Öffentlichkeit teilen, und dafür seien die sozialen Medien ideal.

Keine Einschränkungen

Einschränkungen gibt es offenbar nicht: Gefragt, ob seine Nachrichten vor der Veröffentlichung überprüft worden seien, antwortete Nespoli mit einem klaren Nein. "Der Account gehört mir", sagte er. Keiner habe ihn überwacht oder zensiert, während er aus dem Weltraum twitterte.

Seine Rückkehr zur Erde sei dann etwas ganz Besonderes geworden: Es sei die letzte Gelegenheit gewesen, ein Foto von einem Spaceshuttle an der ISS zu bekommen, berichtete Jacobs - der Flug der Endeavour zur ISS im Frühjahr 2011 war die vorletzte Spaceshuttle-Mission überhaupt. Es habe aber durchaus auch technische Gründe gegeben, die Fotos zu schießen: Anhand der Fotos werde die ISS auf Schäden überprüft.

Richtiger Zeitpunkt

"Ich hatte Glück - ich flog ab", erzählte Nespoli. Deshalb habe er die Gelegenheit bekommen, diese einzigartigen Fotos zu machen. Im Vorfeld habe es einige Diskussionen über die Aktion gegeben: So durfte normalerweise kein Sojus von der ISS ablegen, wenn dort ein Spaceshuttle angedockt war - die russische Raumfähre war dem Heck der amerikanischen recht nahe, und keiner wolle schließlich einen Zusammenstoß im All riskieren.

Kurz nach dem Abdocken stoppte dann die Sojus und drehte sich. Doch an Bord der Sojus sei es nicht unkompliziert gewesen, die Fotos aufzunehmen. Für den Flug werden alle Luken verriegelt, die Astronauten tragen Anzüge. Er habe seinen zum Teil ausziehen und dann über den Piloten klettern müssen, um an das kleine Fenster zu gelangen, durch das er dann die einzigen Fotos eines Spaceshuttles an der ISS aufnehmen konnte, erzählte Nespoli.


ap (Golem.de) 03. Mai 2012

Und hier ist er ja auch http://www.golem.de/news/hands-on-galaxy-s3-mit-quadcore...

Garwarir 03. Mai 2012

Könntet ihr mir den gefallen tun und 'Space Shuttle' schreiben? Von 'Spaceshuttle...

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