Abo
  • Services:
Anzeige
Auch wenn sich die Studenten über ihren Abschluss freuen, für viele Unternehmen ist dieser gar nicht so wichtig.
Auch wenn sich die Studenten über ihren Abschluss freuen, für viele Unternehmen ist dieser gar nicht so wichtig. (Bild: Jens Schlueter/Getty Images)

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger

In Zukunft könnten solche "Mikro-Abschlüsse" also weiter an Bedeutung gewinnen. "Um unsere Mitarbeiter mitnehmen zu können, müssen wir massiv in die Weiterbildung investieren", erklärte jüngst Telekom-Personalvorstand Christian P. Illek. Onlinekurse und fachspezifische Microskills oder Nano-Degrees könnten die Aus- und Weiterbildung flexibler gestalten und lebenslanges Lernen fördern.

Anzeige

Noch sind die neuen Zertifikate nicht staatlich anerkannt und in der Regel relativ neu am Markt - das macht es für einige Arbeitgeber schwer, die Seriosität einzuschätzen. Doch stehen oft etablierte Bildungsmarken dahinter: Zahlreiche renommierte US-Hochschulen wie das MIT oder Harvard bieten etwa Onlinekurse an. Auch das deutsche Hasso-Plattner-Institut hat im vergangenen Jahr einen Grundlagenkurs Java für Anfänger veranstaltet. Als Plattform dient etwa der amerikanische Anbieter Coursera oder die deutsche Iversity. Einige Tech-Unternehmen bieten zudem eigene Zertifikate an - Microsoft etwa oder auch Cisco. Diese helfen aber meist dann, wenn man mit den Produkten arbeiten will.

Recruiting wird komplizierter

Auch wenn Noten allein für die Einstellung eines neuen Mitarbeiters nicht mehr entscheidend sind - wichtig bleiben sie aber dennoch. Zwar gab in einer Umfrage der Jobbörse Staufenbiel nur noch jeder zweite Personaler an, dass die Note auf dem Studienzeugnis ein relevantes studienbezogenes Auswahlkriterium sei (eine Ausnahme bilden hier nur die Juristen, bei denen die Examensnote weiter entscheidend ist). Trotzdem: Die Abschlussnote liegt bei den Kriterien, die für die Einstellung wichtig sind, noch immer auf dem zweiten Platz.

Generell gilt nämlich weiter: Gerade Tech-Unternehmen haben meist hohe Anforderungen an ihre potenziellen Beschäftigten. Ein schlechter Abschluss muss aber kein K.-o.-Kriterium mehr sein, falls der Bewerber andere Fähigkeiten mitbringt. "Noten sind ein Referenzpunkt in der Gesamtbetrachtung und demnach nicht unwichtig", sagt Katrin Müller, Head of People and Organization des Fintech-Inkubators Finleap. Zehn bis zwanzig neue Mitarbeiter stellt das Unternehmen nach eigenen Angaben aktuell pro Monat ein. Was zählt, sind vor allem unternehmerische Erfahrungen - schließlich sollen die neuen Beschäftigten für Tempo in den Startups sorgen. "Es ist schön, wenn jemand sehr gute Noten mitbringt", sagt Müller, "man muss das Wissen jedoch auch auf die Straße bringen können."

Diese neue Mischung bei der Bewertung von potenziellen Mitarbeitern macht das Leben komplizierter - sowohl für die Unternehmen als auch für die Bewerber. Harte und weiche Kriterien für die nächste Stellenausschreibung zu definieren ist das eine, die tatsächliche Auswahl das andere. Ist der Betrieb klein, können häufig noch alle interessanten Bewerber eingeladen werden und im Gespräch über ihre spannenden Hobbys oder Studienprojekte sprechen. Wo dagegen Tausende Bewerbungen für einzelne Stellen eintrudeln, ist eine Vorsortierung notwendig.

Geschieht das mit technischer Unterstützung, wird es kniffelig: Ist ein Engagement in einer studentischen Unternehmensberatung immer interessanter als ein Freiwilligendienst in Nicaragua? Zählen solide Kenntnisse in drei Fremdsprachen mehr als ein Jahr Studium in China? "Da müssen die Recruiter oft zwischen Quantität und Qualität abwägen", sagt Wissenschaftler Beck.

Die "passende" Kultur ist wichtig

Der Recruitingprozess hat sich in den meisten technologiegetriebenen Unternehmen daher deutlich professionalisiert. Etwa 1.000 Neueinstellungen plant beispielsweise die IT-Beratung Accenture im Laufe dieses Jahres in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Multipliziert mit der Anzahl der Bewerbungen geht es hier im ersten Schritt schlicht darum, den Durchblick zu behalten. Früher half in vielen Unternehmen ein schneller Blick auf die Note, um einen Teil des Stapels direkt wieder zur Seite legen zu können. Heute plagt viele Firmen die Sorge, dabei spannende Kandidaten zu früh auszusortieren. "Es bedarf da relativ straffer Prozesse und guter Tools", sagt Simone Wamsteker, zuständig für das Recruiting und die Personalentwicklung bei Accenture.

Der Vorteil für die Unternehmen: Wer sich den Aufwand macht, der kann sich seine Mitarbeiter noch zielgerichteter aussuchen. Das passt in eine Zeit, in der es nicht mehr nur um die fachlichen Begabungen geht, sondern auch darum, dass die neuen Mitarbeiter zur firmeneigenen Unternehmenskultur passen - das, was einige als "cultural fit" bezeichnen. Früher hieß das Korpsgeist und hat sich im Idealfall in den Jahren und Jahrzehnten nach der Einstellung entwickelt - heute wollen die Firmen bevorzugt den Kandidaten einen Arbeitsvertrag anbieten, mit denen man gemeinsame Wertvorstellungen teilt.

"Wichtig ist für uns immer, zu sehen, dass jemand eine Leidenschaft hat, eine Begeisterung", sagt Google-Recruiterin Ochsendorf. Sie berichtet von einem Bewerber, der seine Leidenschaft für klassische Herrenmode im Internet auslebte. Das führte zu einer selbst erstellten Website mit "Wie binde ich mir eigentlichen einen Schlips"-Videos. Durch die Werbeeinnahmen gelang es ihm tatsächlich, sein Studium zu finanzieren - und bei den Recruitern aufzufallen. "So etwas finden wir außerordentlich beeindruckend", sagt Ochsendorf.

 Recruiting: Uni-Abschluss ist nicht mehr das WichtigsteDie Art des Recruiting ändert sich 

eye home zur Startseite
bstea 22:29

Ein Universität vermittelt neben allgemeinen Wissen auch derzeitige Forschungen, wohin...

rikimaru 22:23

Seit ihr ein Konzern oder zahlt ihr sehr gut im Vergleich zur Konkurenz? Wenn beides...

bstea 22:16

Wieso leider? Ein Studium zeigt mehr als nur die Qualifikation sich ein wenig mit der...

SchreibenderLeser 07:40

Als ich mich das letzt Mal am Arbeitsmarkt umgesehen habe, waren Abbrecher sehr...

SchreibenderLeser 07:32

Dafür gibt es Fachinformatiker. Dort können die Leute ihr Talent sinnvoll für die...

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. LEITWERK AG, Appenweier, Freiburg oder Karlsruhe
  2. STEMMER IMAGING GmbH, Puchheim bei München
  3. S&L Netzwerktechnik GmbH, Mülheim-Kärlich
  4. Landeshauptstadt München, München


Anzeige
Top-Angebote
  1. 249,00€
  2. (u. a. Fallout 4 USK 18 für 19,99€ inkl. Versand u. The Expendables Trilogy Limited Collector's...
  3. 12,00€ inkl. Versand

Folgen Sie uns
       


  1. Microsoft

    Besucher können die Hololens im Kennedy Space Center nutzen

  2. MacOS 10.12

    Fujitsu warnt vor der Nutzung von Scansnap unter Sierra

  3. IOS 10.0.2

    Apple beseitigt Ausfälle der Lightning-Audio-Kontrollen

  4. Galaxy Note 7

    Samsung tauscht das Smartphone vor der Haustür aus

  5. Falcon-9-Explosion

    SpaceX grenzt Explosionsursache ein

  6. Die Woche im Video

    Schneewittchen und das iPhone 7

  7. 950 Euro

    Abmahnwelle zu Pornofilm-Filesharing von Betrügern

  8. Jailbreak

    19-Jähriger will iPhone-7-Exploit für sich behalten

  9. Alle drei Netze

    Ericsson und Icomera bauen besseres Bahn-WLAN

  10. Oculus Rift

    Palmer Luckey im Netz als Trump-Unterstützer geoutet



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Berlin-Wahl: Wo sind all die Piraten-Wähler hin?
Berlin-Wahl
Wo sind all die Piraten-Wähler hin?
  1. Störerhaftung Auf Wiedersehen vor dem EuGH
  2. EuGH zu Störerhaftung Bei Verstößen droht Hotspot-Anbietern Nutzerregistrierung
  3. Europäisches Parlament Netzsperren - Waffe gegen Terror oder Zensur?

Forza Horizon 3 im Test: Autoparadies Australien
Forza Horizon 3 im Test
Autoparadies Australien
  1. Forza Motorsport 6 PC-Rennspiel Apex fährt aus der Beta
  2. Microsoft Play Anywhere gilt für alle Spiele der Microsoft Studios

Original und Fork im Vergleichstest: Nextcloud will das bessere Owncloud sein
Original und Fork im Vergleichstest
Nextcloud will das bessere Owncloud sein
  1. Koop mit Canonical und WDLabs Nextcloud Box soll eigenes Hosten ermöglichen
  2. Kollaborationsserver Nextcloud 10 verbessert Server-Administration
  3. Open Source Nextcloud setzt sich mit Enterprise-Support von Owncloud ab

  1. Re: 40 Millionen Kunden ohne LTE1800?

    ICH_DU | 22:38

  2. Re: O2 läuft prima

    ICH_DU | 22:37

  3. Re: Mein Sennheiser mit Audio Jack/Klinke

    unbuntu | 22:32

  4. Re: dafür sind Unis auch nicht da

    bstea | 22:29

  5. Re: Ach der qwerty

    ElMario | 22:27


  1. 12:51

  2. 11:50

  3. 11:30

  4. 11:13

  5. 11:03

  6. 09:00

  7. 18:52

  8. 17:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel