Rechtsanwalt DJ-Gema ist "höchst intransparent und kaum überprüfbar"

Der Anwalt Christian Solmecke hält die geplanten Gema-Abgaben, die DJs bezahlen sollen, für kaum praktikabel. Dass das Kopieren einer Musikdatei aber eine Vervielfältigung darstelle, wie dies auch die Gema beurteilt, bestätigt der Jurist.

Anzeige

Ab dem 1. April 2013 sollen erstmals DJs selbst Gema-Gebühren für jedes digitale Musikstück bezahlen, das sie zur Aufführung vorrätig halten. Dabei geht die Gema von der Zahl der Stücke und auch der einzelnen Kopiervorgänge aus. Golem.de hat deshalb den Rechtsanwalt Christian Solmecke gefragt, ob im musikrechtlichen Sinne eine Vervielfältigung vorliegt, wenn beispielsweise eine MP3-Datei von einer externen Festplatte auf ein Notebook kopiert wird. Der Anwalt erklärt:

"Auch bei einer privaten Kopie auf dem eigenen Rechner liegt eine Vervielfältigung vor, denn notwendig ist dafür immer eine körperliche Festlegung des Werks. Darunter fällt zum Beispiel auch das Speichern auf die Festplatte. Ein DJ, der also ein Backup seiner Musikdateien erstellt oder Dateien auf das Abspielsystem einer Diskothek kopiert, begeht in jedem dieser Fälle eine Vervielfältigungshandlung. Dabei ist es auch unerheblich, ob es sich um Datenträger derselben Person handelt. Insofern wäre die Abgabe an die Gema nach dem Vergütungssatz (0,13 €) pro Vervielfältigungsstück aus dem Gema-Repertoire auch einschlägig."

Eine rechtliche Handhabe für die Vervielfältigung hat die Gema also offenbar. Wie die dafür vorgesehenen Abgaben aber nach dem Willen der Verwertungsgesellschaft bestimmt werden sollen, das hält Solmecke für nicht praxisgerecht:

"Ein solches Abgabensystem ist jedoch höchst intransparent und kaum überprüfbar. Ein DJ verwendet sicher nie sämtliche Werke aus seiner Musik-Datenbank. Kopiert er dennoch einmal sämtliche Werke auf ein weiteres Gerät, so wäre er gehalten (auch bei Tausenden verschiedenen Werken - was üblich ist) dies dem Verwendungszweck nach (privat oder zu Aufführungszwecken) exakt aufzuschlüsseln. Dies ist einerseits zeitlich nicht umsetzbar. Wenn zum Beispiel ein DJ pro Woche mehrere Auftritte und Kopiervorgänge hat, müsste er endlose Listen führen. Andererseits ist wohl real betrachtet für keinen DJ abzusehen, welche Werke bei einem Auftritt tatsächlich verwendet werden, besonders bei Musikwünschen in Diskotheken. Zudem ist die Nachweisbarkeit der Vervielfältigungen praktisch kaum umzusetzen."

Auch die Gema selbst macht noch keine konkreten Angaben dazu, wie dieses System überwacht werden soll. Auf Facebook schreibt die Verwertungsgesellschaft nur, man werde "auch für diesen Nutzungsbereich ein Szenario entwickeln, um Urheberrechtsverletzungen festzustellen." DJs können bisher nur hoffen, dass dieses Szenario in den vier Wochen bis zum Inkrafttreten der Regelung noch bekanntgemacht wird.


Lapje 14. Mär 2013

kann gelöscht werden...

Buggie 05. Mär 2013

Aber Gesetze kann man ändern... Ist doch einfach ne unverschämtheit, dass...

Buggie 05. Mär 2013

Ich muss zugeben das ich da nicht so viel ahnung hab :)) wie läuft das... Wenn ein neuer...

posix 05. Mär 2013

Sollen sie ruhig nutz ohnehin ein HIPS in Verbindung mit MACs. Wird äusserst strikt...

wasabi 05. Mär 2013

Das stimmt nicht. Man zahlt fürs vervielfältigen, für das erstellen einer Kopie. Wenn...

Kommentieren



Anzeige

  1. SAP Inhouse Berater BI (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz
  2. DB2 Senior Consultant (m/w)
    ORDIX AG, Wiesbaden, Köln oder Neu-Ulm
  3. BW/BI Anwendungsbetreuer (m/w)
    Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg
  4. JAVA, JEE Entwickler (m/w)
    IT FRANKFURT GmbH, Frankfurt am Main

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Vic Gundotra

    Chef von Google Plus verlässt das Unternehmen

  2. Quartalsbericht

    Amazon weiter mit hohem Umsatz und etwas Gewinn

  3. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  4. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  5. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  6. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  7. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  8. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  9. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  10. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Energieversorgung: Forscher übertragen Strom drahtlos über 5 Meter
Energieversorgung
Forscher übertragen Strom drahtlos über 5 Meter

Südkoreanische Wissenschaftler haben einen Fernseher aus 5 Metern Entfernung ohne Kabel mit Strom versorgt. Sie träumen von öffentlichen Bereichen, in denen Nutzer ihre Geräte drahtlos laden können - vergleichbar mit heutigen öffentlichen WLANs.

  1. Genetik Forscher wollen Gesicht aus Genen rekonstruieren
  2. Leslie Lamport Turing-Award für LaTeX-Erfinder
  3. Bionik Pimp my Plant

LG LED Bulb ausprobiert: LED-Leuchtmittel als Ersatz für 100- und 150-Watt-Glühlampen
LG LED Bulb ausprobiert
LED-Leuchtmittel als Ersatz für 100- und 150-Watt-Glühlampen

Light + Building Zur vergangenen Lichtmesse in Frankfurt hat LG zwei LED-Lampen angekündigt, die vor allem Philips Konkurrenz machen werden. Mit 20 und 33 Watt zieht LG mit Philips gleich beziehungsweise überholt die Niederländer sogar. Wir konnten uns das 20-Watt-Exemplar bereits anschauen.

  1. Rückruf durch ESTI Schweizer Starkstrominspektorat warnt vor Billig-LED-Lampen
  2. Power over Ethernet Philips will Lichtsysteme mit Netzwerkkabeln versorgen
  3. Intelligentes Licht von Osram Lightify als Hue-Konkurrent

Test The Elder Scrolls Online: Skyrim meets Standard-MMORPG
Test The Elder Scrolls Online
Skyrim meets Standard-MMORPG

Es ist so groß wie mehrere Rollenspiele zusammen und bietet auch Soloabenteurern Unterhaltung für Wochen und Monate. Vieles in The Elder Scrolls Online erinnert an Skyrim - und leider noch mehr an das altbekannte Strickmuster gängiger MMORPGs.

  1. The Elder Scrolls Online Zenimax deaktiviert umstrittene Bezahlmethoden
  2. Abopflicht Verbraucherschützer mahnen The Elder Scrolls Online ab
  3. Zenimax Online The Elder Scrolls Online ohne Server-Schlangen gestartet

    •  / 
    Zum Artikel