Raumfahrt Weltraumroboter Dextre bereitet Betanken von Satelliten vor

Der kanadische Weltraumroboter Dextre hat die im vergangenen Jahr zur ISS geschickten Werkzeuge zum Betanken von Satelliten an einem Modellsatelliten erfolgreich getestet. Im Sommer soll erstmals Treibstoff auf den Modellsatelliten transferiert werden.

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Auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) ist erstmals das Auftanken eines Satelliten simuliert worden. Das Projekt wurde von der kanadischen Raumfahrtagentur Canadian Space Agency (CSA) und der US-Weltraumbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) gemeinsam durchgeführt.

  • RRM: So stellt sich der Künstler die Weltraumtankstelle im Einsatz vor. Rechts ist Dextre zu erkennen. (Bild: Nasa)
  • RRM verfügt über eine ganze Reihe von Anschlüssen für das Betanken von Satelliten. (Bild: Nasa)
  • Mit einem besonderen Werkzeug öffnet der Roboterarm Dextre die Versiegelung am Tank eines Satelliten. (Bild: Nasa)
  • Transportgefährt: Das Spaceshuttle Atlantis steht schon für den letzten Flug bereit. (Bild: Nasa)
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RRM: So stellt sich der Künstler die Weltraumtankstelle im Einsatz vor. Rechts ist Dextre zu erkennen. (Bild: Nasa)

Der kanadische Roboter Special Purpose Dextrous Manipulator (Dextre) hat mit einem von der Nasa gebauten Modellsatelliten die erste Phase des Nachtankens ausprobiert. Dextre hat mit Hilfe der Werkzeuge der Satellitentankstelle Robotic Refueling Mission (RRM) den Satelliten bearbeitet, der in etwa so groß ist wie eine Waschmaschine.

Werkzeuge getestet

Der Modellsatellit verfügt über verschiedene Kappen, Düsen und Ventile, mit denen Satelliten üblicherweise ausgestattet sind. Das RRM enthält die Werkzeuge, um diese zu bearbeiten. Für die erste Testphase musste Dextre zunächst die Werkzeuge vorbereiten und testen, ob diese den Start und den Flug zur ISS unbeschadet überstanden haben. Dann hat Dextre einen Tankdeckel gelöst, der mit zwei winzigen Drähten verplombt war. Dazu musste der 3,70 Meter große Roboter einen winzigen Haken unter die Drähte schieben, unter denen nur etwa ein Millimeter Platz war.

Diese Aufgaben hätten geradezu chirurgische Präzision erfordert, sagte CSA-Chef Steve MacLean. "Das ist das robotische Äquivalent zu dem Versuch, auf einem Sprungbrett stehend einen Faden in eine Nadel einzufädeln." Dextre habe aber jede Aufgabe gleich beim ersten Anlauf gelöst.

Tanken im Sommer

Drei Tage lang hat Dextre an dem Satelliten gearbeitet - mit, so die CAS, "bisher unerreichter Präzision". Im Mai soll Dextre seine Arbeit wieder aufnehmen. Die spannende nächste Phase des Projekts ist für den Sommer geplant: Dann soll der Satellit wirklich betankt werden. Die schwierige Aufgabe des Roboters wird dann darin bestehen, bei Schwerelosigkeit Treibstoff in den Satelliten zu transferieren.

Ziel des ganzen Projektes ist es, Satelliten, denen der Treibstoff ausgegangen ist, wieder zu betanken, um sie länger einsetzen zu können - eine Maßnahme zur Eindämmung des Weltraumschrotts: Lassen sich die Satelliten wiederverwenden, muss kein Ersatz in den Orbit geschossen werden. Das Problem ist allerdings, dass Tanks der alten Satelliten normalerweise versiegelt sind, da bei ihrem Start nicht geplant war, sie wieder zu betanken.

Weltraumtankstelle

Außerdem will die Nasa mit RRM robotische Auftankmissionen im sogenannten Deep Space vorbereiten. Im vergangenen Jahr hatte die Nasa die Idee vorgestellt, Treibstoffdepots im Weltraum anzulegen, bei denen sich Raumfahrer auf langen Flügen, etwa auf dem Weg zum Mars, mit Treibstoff versorgen können.

RRM war im vergangenen Jahr zur ISS gebracht worden - als Nutzlast des letzten Spaceshuttles. Der kanadische Roboter Dextre ist seit März 2008 auf der ISS im Einsatz.


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