Kosmische Strahlung: Problem lösen, bevor interplanetarische Reisen möglich sind
Kosmische Strahlung: Problem lösen, bevor interplanetarische Reisen möglich sind (Bild: Nasa/JPL-Caltech/SwRI)

Raumfahrt Strahlen gefährden Astronauten auf Reisen zu fernen Planeten

Die Belastung durch kosmische Strahlung macht Reisen zum Mars gefährlicher als erwartet. Das haben Messungen bei der Curiosity-Mission ergeben.

Anzeige

Diverse Raumfahrtagenturen und -unternehmen planen bemannte Missionen zum Mars. Zu den Risiken einer solchen Reise gehört die Strahlenbelastung: Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) hat dem Rover Curiosity ein Messgerät mitgegeben, das Aufschluss über die Dosis gibt, der ein Raumfahrer auf dem Weg zum Nachbarplaneten ausgesetzt wäre.

  • Vergleich der Stahlenbelastungen (Bild: Nasa/JPL-Caltech/SwRI)
  • Quellen der Strahlen: Die Belastung durch Solarstrahlung ist deutlich geringer als die durch die gefährlichere kosmische Strahlung. (Bild: Nasa/JPL-Caltech/SwRI)
  • Transportkapsel von Curiosity (links) und die künftige Raumfähre Orion: Kein Schutz vor Strahlung aus der Milchstraße (Bild: Nasa/JPL-Caltech/JSC)
  • Die Werte wurden von dem Radiation Assessment Detector gemessen. Das Strahlenmessgerät wurde in Deutschland mitentwickelt. (Foto: Nasa/JPL-Caltech/SwRI)
  • Es sitzt auf der Oberseite des Marsrovers Curiosity. (Foto: Nasa/JPL-Caltech/Malin Space Science Systems)
Vergleich der Stahlenbelastungen (Bild: Nasa/JPL-Caltech/SwRI)

Diese sei deutlich höher, das Risiko für eine Besatzung somit größer als erwartet, kommentiert das Wissenschaftsmagazin Science die Ergebnisse der Studie, die ebenfalls in der Fachzeitschrift veröffentlicht worden sind. Ein Astronaut sei auf dem Weg zum Mars einer Strahlendosis von etwa 0,66 Sievert (Sv) ausgesetzt, schreiben die Forscher in Science. Zum Vergleich: In Deutschland gilt als Grenzwert beim beruflichen Umgang mit strahlendem Material eine Jahresdosis von 20 Millisievert (mSv). Für das ganze Berufsleben liegt der erlaubte Höchstwert bei 0,4 Sv.

Ein Körperscan pro Woche

Die Belastung sei so stark, als würde ein Mensch alle fünf bis sechs Tage von Kopf bis Fuß von einem Computertomografen gescannt, sagt Cary Zeitlin vom Southwest Research Institute (SwRI) in San Antonio im US-Bundesstaat Texas. Das Strahlenmessgerät Radiation Assessment Detector (Rad), das auf der Oberseite des Rovers sitzt, wurde von Wissenschaftlern des SwRI und der Christian-Albrechts-Universität in Kiel gebaut.

Zwei Arten von Strahlung war Curiosity auf dem Weg zum Mars ausgesetzt: zum einen der Solarstrahlung, geladenen Teilchen, die die Sonne emittiert (Solar Energetic Particles, SEPs), zum anderen der kosmischen Strahlung, die aus hochenergetischen Teilchen von Supernova-Explosionen und anderen Ereignissen in der Milchstraße besteht (Galactic Cosmic Rays, GCRs).

Überwiegend galaktische kosmische Strahlung

Zwar sind Raumschiffe gegen Strahlung geschützt, aber nur gegen die Solarstrahlung. Die machte nach den Messergebnissen von Rad jedoch nur etwa drei bis fünf Prozent der Strahlendosis auf der Reise aus, der Rest kam von GCRs. Curiosity sei, so berichtet die Nasa, auf der Reise zum Mars im Schnitt einer GCR-Strahlendosis von 1,8 mSv am Tag ausgesetzt gewesen - der Rover benötigte für die rund 560 Millionen Kilometer 253 Tage.

Die galaktische kosmische Strahlung besteht zu knapp 90 Prozent aus Wasserstoffkernen. Hinzu kommen Heliumkerne, die etwa 10 Prozent ausmachen, und 1 Prozent schwerere Atomkerne. Anders als gegen die Solarstrahlung sind die Schutzschilde, mit denen Raumfahrzeuge derzeit ausgerüstet werden, gegen diese Strahlung nutzlos.

Schutzlos

Um vor den Auswirkungen einer Sonneneruption zu schützen, reiche es, das Raumschiff mit einer besonderen Schutzeinrichtung auszustatten, erklärt Zeitlin. Vor der galaktischen kosmischen Strahlung hingegen würde nicht einmal eine 30 Zentimeter dicke Aluminiumhülle wirksam schützen - die aber schon aus Gewichtsgründen zudem unrealistisch wäre.

"Das Problem muss auf die eine oder andere Weise gelöst werden, bevor Menschen sich auf monate- oder jahrelange Reisen in Weltraum begeben können", warnt Zeitlin. Zumal die Strahlenbelastung auf dem Weg ja nicht die einzige wäre, der Marsfahrer ausgesetzt wären: Anders als die Erde ist der Mars nicht von einem Magnetfeld umgeben, das vor der kosmischen Strahlung schützt, sondern hat nur einzelne Magnetfelder. Eine Studie, die die ersten Rad-Messungen auf dem Mars auswertet, soll in Kürze erscheinen.


IT.Gnom 03. Jun 2013

Es ist aber sicher der intergalaktische Raum gemeint, der gegenwärtig außerhalb unserer...

Eheran 03. Jun 2013

Laut dieser Tabelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File...

GrannyStylez 02. Jun 2013

Platin Ausführung eben.

Charles Marlow 02. Jun 2013

Seit Kennedy wird jeder, der eine unbequeme Meinung hat, als "Paranoiker" hingestellt...

GodsBoss 01. Jun 2013

Oh, bei der Technik mache ich mir weniger Sorgen. Ingenieure sind recht findig beim...

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler (m/w) C# oder Java Script / HTML5
    Quintec GmbH, Karlsruhe, Fürth
  2. System Operator SAP MM / SRM (m/w)
    SICK AG, Freiburg
  3. Softwareentwickler C# / .Net (m/w)
    Müller-BBM AST GmbH, Planegg/München
  4. IT-Systemingenieur (m/w) Schwerpunkt Virtualisierungslösungen
    gkv informatik, Schwäbisch Gmünd

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. TIPP: Amazon Fire TV
    84,00€
  2. Dell 24-Zoll-Ultra-HD-Monitor
    529,90€
  3. Angebote der Woche bei Notebooksbilliger
    (u. a. Samsung Galaxy Tab 4 für 239,90€, Bosch IXO IV für 39,90€)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. ODST

    Gratis-Kampagne für Halo Collection wegen Bugs

  2. Medienbericht

    Axel Springer will T-Online.de übernehmen

  3. Directory Authorities

    Tor-Projekt befürchtet baldigen Angriff auf seine Systeme

  4. Zeitserver

    Sicherheitslücken in NTP

  5. Core M-5Y10 im Test

    Kleiner Core M fast wie ein Großer

  6. Guardians of Peace

    Sony-Hack wird zum Politikum

  7. Urheberrecht

    Flickr Wall Art nutzt keine CC-Bilder mehr

  8. Rohrpostzug

    Hyperloop entsteht nach Feierabend

  9. IT-Bereich

    China will ausländische Technik durch eigene ersetzen

  10. Chaton

    Samsung schaltet seinen Messenger ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Netzverschlüsselung: Mythen über HTTPS
Netzverschlüsselung
Mythen über HTTPS
  1. Websicherheit Chrome will vor HTTP-Verbindungen warnen
  2. SSLv3 Kaspersky-Software hebelt Schutz vor Poodle-Lücke aus
  3. TLS-Verschlüsselung Poodle kann auch TLS betreffen

ROM-Ecke: Pac Man ROM - Android gibt alles
ROM-Ecke
Pac Man ROM - Android gibt alles
  1. ROM-Ecke Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz

Jahresrückblick: Was 2014 bei Golem.de los war
Jahresrückblick
Was 2014 bei Golem.de los war
  1. In eigener Sache Golem.de sucht (Junior) Concepter/-in für Onlinewerbung
  2. In eigener Sache Golem.de offline und unplugged
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Videoredakteur/-in

    •  / 
    Zum Artikel