Raumfahrt Per Anhalter zum Mars

Der Magdeburger Fluglehrer Stephan Günther will ins All. Dass ein niederländisches Unternehmen Freiwillige für eine Marskolonie sucht, kommt ihm gerade recht. Mit einem Video bewirbt er sich als erster Deutscher für die Reise ohne Wiederkehr.

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"Ich möchte zum Mars, weil ich ein Weltraumverrückter bin", sagt der Magdeburger Fluglehrer Stephan Günther in die Kamera - in seinem einminütigen Bewerbungsvideo, das ihm eine Reise zum Mars ermöglichen soll. Die niederländische Firma Mars One will schon in zehn Jahren den Mars besiedeln und daraus eine Dokusoap machen. Auf dem Anzug hat Günther einen Sticker mit dem Apollo-11-Logo, die Mission, bei der Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betreten hat.

Als Armstrong 1969 seine ersten Schritte auf dem Erdtrabanten machte, war Stephan Günther gerade erst wenige Monate alt. Er starrte fasziniert auf die Fernsehbilder. Das erzählt ihm seine Mutter heute noch, wenn das Thema Raumfahrt besprochen wird. "Irgendwie hat sich da was eingebrannt, was seine Spuren bis heute hinterlässt", sagt Günther Golem.de. Soweit er zurückdenken könne, seien die Fliegerei und die Raumfahrt für ihn ein Thema. Von einem inneren Drang spricht er.

Um seinem Traum ein Stück näher zu kommen, hat er seine Berufspilotenlizenz gemacht. Er bildet Flugschüler aus. Nebenbei programmiert er mit seinem Unternehmen Space Dream Studios unter anderem einen Spaceshuttle-Simulator. Sein Lebensziel aber lässt sich nicht programmieren. Dafür gibt es auch keine Lizenz, die Günther kaufen kann. Er braucht Unterstützung. Als der 44-Jährige von Mars One erfährt, macht er noch am selben Tag ein Bewerbungsvideo fertig.

One-Way-Ticket

Die Mission ist eine Reise ohne Wiederkehr. Finanziell und technisch sei es nicht möglich, die vier Fluggäste zurückzubringen, sagt Mars One. Während des siebenmonatigen Fluges verlieren die Astronauten Muskelmasse. Auch die Knochen bauen sich ab. Ein Leben auf der Erde wäre nicht mehr möglich.

Was die Astronauten auf dem Mars machen werden? Das Unternehmen hält sich mit seinen Plänen bedeckt. Nach der Landung sollen weitere Versorgungsmissionen mit Unterkünften und Lebensmitteln landen. Die nächsten Kolonisten sollen 2025 folgen. Dann wäre Günther schon zwei Jahre auf dem Roten Planeten.

Zurückgelassen hätte er drei Kinder. Und eine Frau. Was die dazu sagt? "Meine Frau war natürlich nicht begeistert, als sie das erste Mal davon gehört hat. Aber sie weiß, dass das mein Lebensziel ist - sie hat mich so kennengelernt. Wir haben am ersten Tag schon über Raumfahrt und die Fliegerei gesprochen."

Übertragung im TV

Das Marsprojekt soll von Anfang an im Fernsehen übertragen werden - der Verkauf der Übertragungsrechte soll die Mission mitfinanzieren. Eine Übertragung rund um die Uhr, wie im Big-Brother-Container? Daran glaubt Günther nicht: "Es wird Möglichkeiten geben, dass die Übertragung auch mal von den Teams abgeschaltet werden kann." Das könne man bei so einer Mission auch nicht anders machen. Dafür stehe zu viel auf dem Spiel.

Für die Einreichung der Bewerbung ist eine Gebühr fällig - eine weitere Finanzierungsmöglichkeit für Mars One. Bisher sind es etwas mehr als 100 Bewerbungsvideos auf der Seite des Unternehmens. Auf Facebook schreiben die Niederländer, dass es in den ersten beiden Tagen 33.000 Registrierungen gegeben habe. Bis Ende August läuft die Bewerbungsfrist. Bis dahin wird es vermutlich viele weitere Bewerbungsvideos geben - von Menschen wie Stephan Günther.

Für den 44-Jährigen steht fest: "Ich will ins All. Mein Minimumziel war bisher eine Erdumrundung. Mars One hat den Traum auf eine ganz andere Ebene gehoben."


Ben Stan 01. Mai 2013

Hätten sich, den Boden und dann auf die Erde schwenken sollen, dann wär das ganze ein...

PCAhoi 29. Apr 2013

saW theg ,ba sgnuJ ? leivuZ enni erhöR tkcugeg ?

zwangsregistrie... 29. Apr 2013

Jetzt wo Dus sagst - Lieber auf dem Mars verrecken als das Dschungelcamp zu überleben :D

Wakarimasen 29. Apr 2013

Oha mir fällt gerade das perfekte beispiel ein um es anschaulicher zu gestalten: Der...

Phreeze 29. Apr 2013

Für Cash machen die alles. Denen ist ja eh bewusst, dass sie Leute in den Tod schicken...

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