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Luftschiffe und schwebende Städte in der Venus-Atmosphäre: 92 Bar, 500 Grad
Luftschiffe und schwebende Städte in der Venus-Atmosphäre: 92 Bar, 500 Grad (Bild: Nasa/Screenshot: Golem.de)

Raumfahrt: Nasa will Venus mit Luftschiffen erforschen

Solarbetriebene Luftschiffe, Städte in den Wolken: Das Konzept von zwei Forschern der US-Raumfahrtbehörde Nasa für bemannte Missionen zur Venus klingt nach Science-Fiction. Doch die Technik dafür ist weitgehend verfügbar.

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Pläne für einen bemannten Flug zum Mars gibt es zwar - Realität sind sie aber noch lange nicht. Doch die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) plant schon Missionen zu anderen Planeten, der Venus beispielsweise, wie das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum berichtet.

High Altitude Venus Operational Concept (Havoc) heißt das Konzept, das Wissenschaftler am Langley Research Center der Nasa im US-Bundesstaat Virginia entwickelt haben. Es sieht vor, die Venus mit einem Luftschiff zu erforschen.

30 Tage über der Venus

Das Luftschiff soll mit Helium gefüllt sein und mit Sonnenenergie betrieben werden. Zunächst soll das mit einem robotischen Luftschiff getestet werden. Später könnten Menschen 30 Tage lang in so einem Luftschiff über den Planeten kreuzen. Schließlich, so stellen es sich Dale Arney und Chris Jones vor, die Havoc ersonnen haben, könnten sogar schwebende Städte über der Venus entstehen.

Logistisch wäre eine solche Mission jedoch eine Herausforderung: Ein Raumschiff soll das Luftschiff zur Venus transportieren. Die Mannschaft fliegt mit einem zweiten Raumschiff. Das wird zunächst unbemannt in den Orbit geschossen. Die Mannschaft folgt mit einer Orion-Raumfähre. Diese dockt an das Venus-Raumschiff an, die Mannschaft steigt um und fliegt zur Venus.

Rendezvous im Venus-Orbit

In der Umlaufbahn treffen sich die beiden Raumschiffe und docken an. Die Astronauten steigen in das Raumschiff mit dem Luftschiff und beginnen den Abstieg Richtung Venus. In der richtigen Höhe wird die Verkleidung des Raumschiffs abgeworfen. Das Luftschiff entfaltet sich und wird aufgepumpt, so dass die Besatzung damit über die Venus fliegen kann.

Nach dem Ende der Mission wird die Gondel, in der die Mannschaft gewohnt hat, vom Luftschiff getrennt und fliegt mit ihrem eigenen Antrieb zurück zum Mannschaftsraumschiff, das im Orbit verblieben ist. Damit treten die Astronauten dann die Heimreise zur Erde an. Genauer gesagt: bis in die Erdumlaufbahn. Dort erfolgt das letzte Rendezvous: mit einer Orion-Kapsel, die die Raumfahrer zur Erde bringt.

440 Tage bis zur Venus und zurück

Die Venus als Ziel hätte einige Vorteile gegenüber dem Mars: Sie ist näher an der Erde. Ihre geringste Entfernung beträgt 38,9 Millionen Kilometer. Der Mars nähert sich der Erde auf 55,4 Millionen Kilometer. Eine Mannschaft, die für 30 Tage zur Venus fliegt, wäre demnach etwa 440 Tage unterwegs: 110 Tage soll der Hinflug, 300 Tage der Rückflug dauern. Dazu kommen die 30 Tage im Luftschiff.

Allerdings sind die Bedingungen auf der Venus nicht dazu geeignet, dass Menschen den Planeten betreten: Die Atmosphäre ist viel dichter als die der Erde, weshalb auf dem Planeten ein Druck von 92 Bar herrscht - das entspricht auf der Erde in etwa dem Druck in einer Wassertiefe von 900 Metern. Außerdem herrschen auf der Venus Temperaturen von etwa 500 Grad.

In 50 Kilometern Höhe ist es angenehmer

Deshalb die Idee mit dem Luftschiff: 50 Kilometer über der Planetenoberfläche sind die Bedingungen deutlich angenehmer. Dort herrscht ein Druck von 1 Bar, die Temperaturen liegen bei 75 Grad. Da die Venus näher an der Sonne ist als die Erde, ist die Sonneneinstrahlung intensiver und kann somit effizienter genutzt werden. In dieser Höhe soll deshalb das Luftschiff fliegen, sagen Arney und Jones.

Die für eine solche Mission nötige Technik sei weitgehend vorhanden, sagten die Nasa-Forscher. Was fehle, sei die Trägerrakete. Für den Flug zur Venus werde die Trägerrakete Space Launch System (SLS) in der großen Konfiguration gebraucht. Diese soll Ende der 2020er Jahre startklar sein. Menschen könnten also sogar noch vor dem Mars zur Venus fliegen.


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Tannenzapfen 22. Dez 2014

Weil man es vor Ort gewinnen kann.

baz 19. Dez 2014

Tun wir jap, den Mond hätte ich da ausklammern können. (Aber ich muss mich ja so schon...

baz 19. Dez 2014

Und die Venus nicht? Der Zeppelin soll auf einer Höhe fliegen bei der etwa 1 Bar...

mgh 18. Dez 2014

Mit etwas Glück findet man einen Catalysator, der bei 500Grad wundermässig funktioniert ;)

baz 18. Dez 2014

Vielleicht, weil man durch die Erforschung anderer Planeten eventuell auf Lösungen für...



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