Raumfahrt Curiosity grillt Marsgestein

Der Marsrover Curiosity hat eines seiner wissenschaftlichen Instrumente in Betrieb genommen: Er hat einen Marsstein mit einem Laser beschossen und den entstandenen Funken analysiert.

Anzeige

Der Marsrover Curiosity hat sein Instrument Chemistry and Camera (Chemcam) in Betrieb genommen. Das Instrument beschießt Marsgestein mit einem Laser und analysiert die Reflexion.

Laserpulse auf Marsstein

Coronation, Krönung, haben die Nasa-Techniker einen etwa faustgroßen Stein in der Nähe von Curiosity genannt. Auf diesen hat der Laser Lichtpulse abgeschossen - 30 Pulse über einen Zeitraum von 10 Sekunden. Jeder dieser Pulse hat eine Energie von 1 Million Watt über den Zeitraum von 5 Nanosekunden. Bei dem Laser handelt es sich um einen Laser, dessen Licht für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Nach dem Test war auf Coronation ein kleiner Punkt zu erkennen, wo der Laser den Stein getroffen hat.

Die Laserpulse regen die Elektronen an, so dass sie einen Funken aus elektrisch geladenem Plasma emittieren. Dieser Funke ist auch für das Auge sichtbar. Ein Teleskop, das auf dem Kameramast des Rovers angebracht ist, beobachtet ihn und leitet das aufgefangene Licht durch Glasfaser in das Innere von Curiosity. Dort analysieren drei Spektrometer den Blitz und erkennen, aus welchen Stoffen der Stein zusammengesetzt ist. Die Instrumente können 6.144 Wellenlängen von sichtbarem und unsichtbarem Licht untersuchen.

Ferndiagnose

Chemcam ermögliche es Curiosity, einen Stein aus bis zu 7 Metern Entfernung zu untersuchen. Curiosity sei deshalb effizienter als seine Vorgänger, erklärt das Chemcam-Team: Spirit und Opportunity mussten direkten Kontakt zu einem Stein haben. Eine Untersuchung konnte deshalb zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen.

Ziel des Tests am Sonntag war, die Funktionsfähigkeit des Instruments zu überprüfen. Der Test verlief offensichtlich zufriedenstellend: "Wir haben ein tolles Spektrum von Coronation bekommen - jede Menge Signale", sagte Roger Wiens vom Los Alamos National Laboratory, der wissenschaftliche Leiter von Chemcam. Was das Signal-Rausch-Verhältnis betreffe, seien die Daten sogar besser als bei den Tests des Instruments auf der Erde, ergänzte sein Kollege Sylvestre Maurice vom Institut de Recherche en Astrophysique et Planetologie (IRAP) in Toulouse.

Ergebnisse auswerten

Nach dem Test sei das Team begeistert. Jetzt gelte es, die Ergebnisse auszuwerten. Damit sei es gerade schwer beschäftigt. "Nach acht Jahren Bauzeit für das Instrument haben wir jetzt den Erfolg", resümierte Wiens.

Die Nasa will in den kommenden Tagen das Fahrwerk des Rovers testen: Zunächst soll die Funktionsfähigkeit der Räder geprüft werden. Als Erstes will die Nasa testen, ob sich die vier drehbaren Räder auch drehen lassen. Einige Tage später soll der Rover dann erstmals fahren: etwa drei Meter vorwärts, dann soll er eine 90-Grad-Drehung ausführen und anschließend 2 Meter rückwärts fahren.

Bohren an Glenelg

Läuft alles zufriedenstellend, soll Curiosity sein erstes Ziel ansteuern, einen Punkt etwa 400 Meter südöstlich von seinem jetzigen Standpunkt. Der interessiert die Forscher, weil dort drei Geländeformationen aufeinandertreffen. Dort wird Curiosity auch erstmals seinen Gesteinsbohrer in Betrieb nehmen. Die Fahrt soll etwa drei bis vier Wochen dauern.

Etwa einen Monat soll der Rover an diesem Platz, der die Bezeichnung Glenelg bekommen hat, bleiben. Danach wird er sich zum Fuße des Mount Sharp aufmachen. Curiosity war vor zwei Wochen auf dem Mars gelandet.


teleborian 22. Aug 2012

Aber dennoch so eine Tag hat durchaus mehrere Stunden nicht nur Minuten. Da können...

clulfdp 21. Aug 2012

nachdem es aus Neugier mehrere hochenergetische Laserblitze verschossen hat, wird es...

jayrworthington 21. Aug 2012

Der sieht doch nix in der Nacht :-P. Kann's sein das Du da irgendwie an sowas wie WALL-E...

morningstar 20. Aug 2012

Ah, danke. Das erklärt natürlich die Bilder...

elgooG 20. Aug 2012

Stein N165 hat sich einen Twitter-Account erstellt und beschwert sich bereits: https...

Kommentieren




Anzeige
  1. Applikationsadministrator/-in
    Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
  2. Software-Quality-Assurance-S- pezialist (m/w)
    Continental AG, Frankfurt
  3. Research Fellow (m/w)
    Universität Passau, Passau
  4. Teamleiter (m/w) Projektmanagement
    DEXINA AG, Raum Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  2. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  3. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  4. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  5. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  6. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  7. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  8. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000

  9. E-Ink

    Das E-Paper errötet

  10. Security

    WLAN-Suche als Einfallstor bei Android und iOS



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
München: Limux bleibt technisch anspruchsvoll
München
Limux bleibt technisch anspruchsvoll

Linuxtag 2013 Das Limux-Projekt geht in den Regelbetrieb über. Viel Arbeit fällt bei der Umstellung der Münchner Stadtverwaltung auf Linux trotzdem noch an - für die Techniker und die Stadtverwaltung, die eine Strategie für den Umgang mit Open-Source-Projekten erarbeiten muss.

  1. Clark Asay Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?
  2. Adobes CFF Engine Bessere Schriftdarstellung für Android, iOS und Linux
  3. Entwicklerplatinen Spark Core mit WLAN und Cortex-M3-Prozessor

In eigener Sache: Bitte schalte deinen Adblocker aus!
In eigener Sache
Bitte schalte deinen Adblocker aus!

Viele Nutzer betrachten Adblocker als legitime Notwehr gegen die aggressive Werbung im Netz. Für Websites wie Golem.de ist das ein großes Problem. Am Ende verlieren alle. Suche nach Auswegen aus dem Dilemma.

  1. In eigener Sache Golem.de und das Leistungsschutzrecht

Innodisk: Winzige NanoSSD erreicht 480 MByte/s
Innodisk
Winzige NanoSSD erreicht 480 MByte/s

Der taiwanische SSD-Hersteller Innodisk stellt mit seiner NanoSSD eine regelrecht winzige SSD mit SATA-Unterstützung vor. Die NanoSSD hat nur etwa 1 Prozent der Größe einer 2,5-Zoll-SSD und speichert bis zu 64 GByte.

  1. SSDs Seagate meint es ernst
  2. HGST SSD erreicht 1,2 GByte pro Sekunde dank SAS12
  3. Toshiba SSDs bis 512 GByte mit 19-Nanometer-Flash

Zum Artikel