Raspberry Pi Streit um Open-Source-Treiber

Nach der Freigabe zumindest von Teilen des Grafiktreibers für das Raspberry Pi haben sich einige Open-Source-Entwickler zu Wort gemeldet. Es handele sich lediglich um einen Wrapper, kritisieren sie - in mitunter drastischen Worten.

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Gestern hatte das Raspberry-Pi-Projekt bekanntgegeben, dass Broadcom seine Grafiktreiber für das im kleinen Rechner verbaute SoC unter einer BSD-Lizenz veröffentlicht hat. Zwar heißt es auf der Webseite, dass der User-Space-Teil des Treibers freigegeben worden sei, der Text verschweigt aber weitgehend, dass ein Binär-Blob beim Start geladen werden muss, damit der Treiber funktioniert.

Darüber haben sich einige Open-Source-Entwickler in Postings unter dem Eintrag beschwert. Sie werfen dem Projekt eine allzu positive Berichterstattung vor. Tatsächlich spart der Artikel nicht mit Lob für Broadcom dafür, als erste Firma ihre ARM-Treiber unter eine offene Lizenz zu stellen.

Nur zur Hälfte frei

Unrecht haben die Kritiker - darunter auch Luc Verhaegen - nicht. Denn Broadcom hält noch große Teile des Treibers unter Verschluss. Lediglich die Schnittstellen wurden freigegeben, die Firmware selbst kann nicht modifiziert werden - eine grundlegende Voraussetzung für einen wirklich freien Treiber.

Der Ton, in dem die Open-Source-Anhänger sich aber beschweren, ist alles andere als freundlich. Die Ehefrau des Mitbegründers Eben Upton Liz hatte alle Mühe, die teils aufgebrachten Kommentare zu beantworten. Sie betreut unter anderem die Pressearbeit auf der Webseite.

Auch der Chefentwickler Alex Bradbury, der das ursprüngliche Posting geschrieben hatte, konnte die entrüsteten Entwickler nicht beruhigen. Sein Argument, dass zumindest Projekte wie Wayland künftig für das Raspberry Pi angepasst werden könnten, fand kaum Beachtung.

Offener als andere

Im Vergleich hat Broadcom tatsächlich mehr Teile seines Treibers veröffentlicht als andere SoC-Hersteller. Für Verhaegen, der an dem Freedreno-Projekt arbeitet und mühsam einen freien Treiber per Reverse-Engineering für die GPU in Qualcomms Snapdragon SoCs entwickelt, dürfte der Lobgesang auf Broadcom jedoch wie Hohn klingen.

Aber auch die Entwickler freier Treiber mussten immer wieder Kompromisse eingehen. Anfangs kam selbst der quelloffene Nvidia-Treiber-Nachbau nicht ohne proprietäre Firmware aus.


Hello_World 26. Okt 2012

Das ist Bloedsinn, man kann durch einen Treiber genauso wenig auf die Interna der...

scroogie 26. Okt 2012

Die Frage ist ja, ob es sich hierbei überhaupt um einen Treiber handelt, und da kann man...

nate 26. Okt 2012

Sie haben es provoziert. 99% des Artikels sind eine nüchterne, fachlich völlig korrekte...

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