Rapid Prototyping: 3D-Druck mit - imitiertem - Mondgestein
Gegenstände aus imitiertem Mondsediment: kein Schönheitspreis, aber brauchbar (Bild: WSU)

Rapid Prototyping 3D-Druck mit - imitiertem - Mondgestein

US-Wissenschaftler haben getestet, ob Mondgestein für Rapid Prototyping taugt. Es lässt sich, so haben sie herausgefunden, mit einem Laser schmelzen und zu neuen Gegenständen verarbeiten. Astronauten können also in Zukunft auf fremden Himmelskörpern mit einem 3D-Drucker Gegenstände aufbauen.

Anzeige

Was machen Astronauten auf einem anderen Himmelskörper, wenn ihnen ein Werkzeug fehlt? Sie bauen sich eines, sagt Amit Bandyopadhyay von der Universität des US-Bundesstaates Washington (Washington State University, WSU) in Seattle. Mit einem 3D-Drucker.

Bandyopadhyay hat im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa erkundet, ob es ein 3D-Druckverfahren gibt, das es ermöglicht, Gegenstände aus vorhandenem Material aufzubauen. Nach zwei Jahren Arbeit sind die Forscher zu dem Schluss gekommen: Ja, das geht. Das schreiben sie in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Rapid Prototyping Journal.

Mondsteinimitat

Die Nasa hat Bandyopadhyays Team, zu dem auch seine Ehefrau Susmita Bose gehört, fünf Kilogramm Imitat von Mondsediment, Regolith genannt, zur Verfügung gestellt. Mit diesem Material konnten die Forscher arbeiten. Die Nasa selbst testet derzeit 3D-Druckverfahren für den Raketenbau.

Die Forscher haben den Regolith mit dem Verfahren Laser Engineered Net Shaping (Lens) verarbeitet. Der Regolith wird in Schichten aufgetragen und dann mit einem Laser verschmolzen. Auf diese Weise wird ein Gegenstand nach einem Computermodell angefertigt.

Regolith verschmelzen

Regolith besteht aus Aluminium, Eisen, Kalzium, Magnesiumoxiden und Silizium. Anfangs hatten die WSU-Forscher befürchtet, dass der Laser das Mondsediment nicht schmelzen würde. Das ließ sich aber schnell entkräften: "Die Ergebnisse zeigen, dass sich kristalliner Regolith mit der Lens-Lasertechnik durch vollständiges Schmelzen und Wiedererstarren in nanokristalline und/oder amorphe Regolith-Strukturen verwandeln lässt", resümieren die Forscher. Dabei habe sich die Zusammensetzung des Regoliths nur wenig verändert.

Die Forscher bauten verschiedene Gegenstände auf und schickten sie der Nasa zur Begutachtung. Mit der Technik sei es aber nicht nur möglich, Gegenstände aufzubauen. Es ließen sich damit auch stabile Verbindungen herstellen - sprich: zerbrochene Gegenstände wieder zusammenfügen. Schönheitspreise indes ließen sich damit nicht gewinnen, gibt Bandyopadhyay zu: "Es sieht nicht großartig aus, aber es lässt sich etwas damit anfangen."

Selbst machen statt mitnehmen

Rapid Prototyping ist für die Raumfahrt recht attraktiv: Fracht ins Weltall zu befördern, ist sehr teuer. Je weniger Nutzlast die Rakete mitnehmen muss, desto besser. Andererseits braucht eine Mannschaft, die auf dem Mond oder dem Mars eine Station errichten soll, dafür Werkzeuge oder Ersatzteile, oder sie muss kaputte Gegenstände reparieren. Per 3D-Druck könnten die Astronauten die benötigten Teile vor Ort anfertigen.

Diese Technik sei sicher nichts für morgen oder übermorgen, sagt Bandyopadhyay. In Zukunft, vielleicht in 50, vielleicht auch erst in 100 Jahren, werde das aber ein Standardverfahren sein.


sofias 03. Dez 2012

bio-nachhilfe: ein dna-sequencer wird zum _lesen_ von vorhandener dna verwendet...

sofias 03. Dez 2012

bitte :3

Moe479 30. Nov 2012

es ist sicherlich nicht alles damit möglich, gerade sachen die organischer verbindungen...

Rulf 29. Nov 2012

soll (echter) mondstaub nicht extrem krebserregend sein?...also vorsicht bei solchen...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Consultant (m/w) SAP SuccessFactors
    metafinanz Informationssysteme GmbH, München
  2. Informatikerin / Informatiker oder Wirtschaftsinformatikerin / Wirtschaftsinformatiker
    Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Bamberg
  3. IT-Demand- und -Projektmanger für Business Units mit Fokus Logistik / SCM (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz
  4. (Senior-)Business Partner IS (m/w)
    AstraZeneca GmbH, Wedel bei Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Deutsche Grammophon

    Klassik streamen mit bis zu 320 Kbps

  2. Alibaba

    Milliardenschwerer Börsengang wohl Mitte September

  3. Test Infamous First Light

    Neonbunter Actionspaß

  4. Nach Wurstfirmeninsolvenz

    Redtube-Abmahn-Anwalt verliert Zulassung

  5. Gat out of Hell

    Saints Row und die Froschplage in der Hölle

  6. Ridesharing

    Taxidienst Uber in 200 Städten verfügbar

  7. Telefónica und E-Plus

    "Haben endgültige Freigabe von EU-Kommission bekommen"

  8. Intel Core i7-5960X im Test

    Die PC-Revolution beginnt mit Octacore und DDR4

  9. Nintendo

    Neuer 3DS mit NFC und zweitem Analogstick

  10. Onlinereiseplattform

    Opodo darf Nutzern keine Versicherungen unterschieben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Star Wars Commander: Die dunkle Seite der Monetarisierung
Test Star Wars Commander
Die dunkle Seite der Monetarisierung

Alienware Alpha ausprobiert: Fast lautlose Steam-Machine mit eigenem Windows-UI
Alienware Alpha ausprobiert
Fast lautlose Steam-Machine mit eigenem Windows-UI
  1. Deutschland E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung
  2. Crytek Ryse für PC mit 4K-Videos belegt über 120 GByte
  3. Wirtschaftssimulation Golem Labs entwickelt die Gilde 3

Digitale Agenda: Ein Papier, das alle enttäuscht
Digitale Agenda
Ein Papier, das alle enttäuscht
  1. Breitbandausbau Telekom will zehn Milliarden Euro vom Staat für DSL-Ausbau
  2. Zwiespältig Gesetz gegen WLAN-Störerhaftung von Cafés und Hotels fertig
  3. Digitale Agenda Bund will finanzielle Breitbandförderung festschreiben

    •  / 
    Zum Artikel