Rabattportal: Groupon bringt kleine Firmen an den Rand des Ruins
(Bild: Scott Olson/Getty Images)

Rabattportal Groupon bringt kleine Firmen an den Rand des Ruins

Von Gutscheinaktionen auf Groupon erhoffen sich Unternehmen einen Anschub für ihr Geschäft - doch oft enden sie im Fiasko. Groupon und die Händler geben sich gegenseitig die Schuld.

Anzeige

Wenn Sascha Branse die Probleme schildert, die ihm eine Gutscheinaktion mit dem Internet-Rabattportal Groupon eingebrockt hat, sinkt seine Stimmung. An die 34.000 Kunden kauften bei Groupon einen Gutschein für 9,99 Euro, um damit in seinem Onlineshop Wandwerke.de Schmuck für blankes Gemäuer im Wert von 40 Euro zu erstehen.

Die fünfstellige Zahl an Kunden auf einen Schlag bringt den Kleinunternehmer aus Gronau an der niederländischen Grenze mit seinen 14 Mitarbeitern an den Rand des Ruins. Zum einen ist Branse mit seinen Lieferungen Monate im Rückstand, weswegen sich die Kunden bitter auf Facebook über ihn beschweren. Zum anderen landen von den 9,99 Euro, die sie für den 40-Euro-Wertgutschein zum Einkauf bei ihm gezahlt haben, gerade einmal fünf Euro in seiner Firmenkasse.

So enttäuscht wie Sascha Branse sind viele Kleinunternehmer, die sich von Gutscheinen via Groupon einen Schub für ihr Geschäft versprochen haben. Stattdessen brechen sie unter der Last der ungeheuren Zahl der eingelösten Gutscheine zusammen. Ihre Läden sind zu klein, um dem Kundenansturm standzuhalten. Trifft es Onlineversandhändler, verspäten die sich hoffnungslos mit ihrer Lieferung. Im Gegenzug schäumen die Käufer der Gutscheine, weil sie wochenlang auf einen Tisch im Restaurant warten oder ohne den erhofften Champagner zur Hochzeit oder zum Geburtstag dastehen. Enttäuschte Kunden machen in sozialen Netzwerken oder Verbraucherportalen ihrer Wut Luft.

Groupon wird der Verlierer sein

Wer auch immer die Schuld trägt, geht das Chaos so weiter, läuft alles auf einen großen Verlierer hinaus: Groupon. Der Stifter all der vertrackten Dreierbeziehungen scheint die Probleme nicht in den Griff zu bekommen. Die wachsende Zahl neuer Vorwürfe wecken Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells.

Dabei ist die Idee so genial wie einfach: Das amerikanische Internetportal, das im November vergangenen Jahres an die Börse ging, bietet Unternehmen an, Gutscheine für ihre Produkte oder Dienstleistungen online zu verkaufen: für eine Massage, eine Autowäsche, eine Reinigung, einen Flammkuchen oder ein Wandtattoo mit der Skyline von Magdeburg. Dazu schließen die Unternehmen mit Groupon einen Vertrag. Interessiert sich eine bestimmte Zahl Konsumenten für einen Gutschein, kommt ein sogenannter Deal zustande. Das heißt, Groupon stellt die Gutscheine aus, zieht das Geld dafür bei den Käufern ein und sendet ihnen den Gutschein zu, den sie dann beim Unternehmen einlösen können. Das Unternehmen erhält in der Regel die Hälfte des Gutscheinwerts. Die andere Hälfte behält Groupon als Provision.

Was auf den ersten Blick wie ein wohlüberlegtes Kalkül dreier Parteien aussieht, nämlich des Unternehmens, der Kunden und von Groupon, endet aber in der Praxis offenbar immer wieder im Fiasko. Unmittelbar rechnet sich die Aktion für die Unternehmen fast nie. Denn der Gutscheinrabatt ist oft so hoch, dass er im besten Fall die Kosten des Unternehmers deckt. Viele Firmen machen deshalb mit, weil sie darauf hoffen, dass zufriedene Kunden auch ohne Gutschein wiederkommen.

Gefahr für das Image 

spYro 06. Aug 2012

Ich glaube das Hauptproblem ist, dass du das ganze eher von der Business-Seite siehst und...

DresdnerRand 06. Aug 2012

Ich vermute mal, Noppen wollte damit die Ausbeutung der freien Journalisten anprangern.

detructor15 06. Aug 2012

man sollte den Artiel ganz lesen, sorry.

tilmank 05. Aug 2012

Kannst ja mal nachfragen ;-) rundflug-berlinbrandenburg.de

Technikfreak 05. Aug 2012

Ich will dir da natürlich nicht widersprechen, weil ich ja deinen Fall nicht kenne. Und...

Kommentieren



Anzeige

  1. Application-Manager (m/w)
    Swiss Post Solutions GmbH, Dettingen unter Teck (bei Stuttgart)
  2. IT Manager (m/w)
    Kavlico GmbH, Minden
  3. Projektleiter/in
    UnternehmerTUM GmbH, Garching
  4. Leiterin / Leiter des Fachbereichs Standard-Arbeitsplatz Service
    ITDZ Berlin, Berlin

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Sony

    Smartwatch mit Armband aus E-Paper geplant

  2. Samsung SDC

    Displays werden bunter, biegsamer und fast durchsichtig

  3. Mozilla

    Ein-Klick-Suche im Firefox

  4. EU-Richtlinien beschlossen

    Recht auf Vergessen soll weltweit gelten

  5. Rekord

    Apple kommt Börsenwert von einer Billion US-Dollar näher

  6. Systemd und Launchd

    FreeBSD-Gründer sieht Notwendigkeit für modernes Init-System

  7. Internet und Energie

    EU will 315 Milliarden Euro für Netze mobilisieren

  8. Mobile Bürosuite

    Dropbox mit Microsoft-Office-Anschluss

  9. High Bandwith Memory

    SK Hynix liefert schnelleren Grafikkartenspeicher aus

  10. Streaming

    Wuaki lockt mit 4K-Filmen für Smart-TVs



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Next-Gen-Geburtstag: Xbox One und Playstation 4 sind eins
Next-Gen-Geburtstag
Xbox One und Playstation 4 sind eins
  1. Big Fish Games Bis zu 885 Millionen US-Dollar für Casualgames-Anbieter
  2. This War of Mine Das traurigste Spiel des Jahres
  3. Qbert & Co 901 Spielhallenklassiker im Onlinearchiv

NSA-Ausschuss: Meisterschule für Geheimniskrämer
NSA-Ausschuss
Meisterschule für Geheimniskrämer
  1. Kanzlerhandy Bundesanwaltschaft will NSA-Ermittlungsverfahren einstellen
  2. NSA und Co. US-Geheimdienste melden viele Zero-Day-Lücken vertraulich
  3. IT-Sicherheitsgesetz BSI soll Sicherheitslücken nicht geheim halten

Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test: Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln
Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test
Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln
  1. Systemkamera Sony Alpha 7 II mit 5-Achsen-Bildstabilisierung
  2. Canon PowerShot G7 X im Test Canons Konkurrenz zu Sonys 1-Zoll-Kamera
  3. Interne Dokumente Neuer Sony-Sensor könnte Kameras kraftvoller machen

    •  / 
    Zum Artikel