Die des Itanium Poulson
Die des Itanium Poulson (Bild: Intel)

Prozessoren Intel lässt den Itanium langsam sterben

Eine bisher unbemerkte Ankündigung auf Intels Webseite läutet nach zwölf Jahren das Ende der Itanium-Architektur ein. Zwar soll es noch ein neues Modell geben, dieses wird aber nicht wie bisher angekündigt für die Sockel von Xeon-Prozessoren erscheinen.

Anzeige

Bereits am 31. Januar 2013 hat Intel einen Vermerk auf seiner Webseite veröffentlicht, aufgefallen ist das bisher aber kaum. Dabei kündigt das Unternehmen für seine Prozessoren der Serie Itanium einen recht radikalen Strategiewechsel an.

Das aktuelle Modell mit Codenamen Poulson und Modellnummer 9500 des Itanium soll zwar noch den bereits angekündigten Nachfolger Kittson erhalten, dieser soll aber anders ausfallen, als es Intel bisher versprochen hatte. So soll Kittson wie Poulson mit 32-Nanometer-Technik gefertigt werden und auch in den Sockel seines Vorgängers passen. In zwei bis drei Jahren, so sagte Intel kürzlich PC World, soll die CPU erscheinen.

Bis dahin ist 32-Nanometer-Fertigung für schnelle Prozessoren hoffnungslos veraltet, bereits seit zehn Monaten liefert Intel 22-Nanometer-CPUs (Ivy Bridge) aus, und für 2014 ist ein Wechsel auf 14 Nanometer geplant. Falls Kittson wie Intel bisher sagte, noch 2014 erscheint, wäre sein Fertigungsverfahren damit schon zwei Generationen hinterher. Große Steigerungen der Taktfrequenzen von aktuell 2,53 GHz beim Poulson-Itanium 9560 sind für Kittson also nicht zu erwarten.

Zudem wird Kittson laut Intels jüngstem Vermerk weiterhin für den Sockel FCLGA1248 erscheinen, also sockelkompatibel zu Poulson und dessen Vorgänger Tukwila bleiben. Das ist für die Serverhersteller eine Erleichterung beim Aufrüsten, schließt aber mangels neuer Chipsätze viele moderne Schnittstellen wie PCI Express 3.0 aus. Bisher hatte Intel versprochen, mit Kittson die Sockel der Xeons und Itaniums zu vereinheitlichen, damit beide Prozessorfamilien gegenseitig von Weiterentwicklungen der Interfaces profitieren können.

Keine Erweiterung der Architektur erwartet

Diese Option will sich Intel für künftige Itaniums offenhalten, betont das Unternehmen - ob aber nach Kittson überhaupt noch ein neuer Itanium erscheint, ist nun mehr als fraglich. Vielmehr sieht der renommierte Chip-Analyst Nathan Brookwood im Gespräch mit PC World die Entscheidung als "Ausstiegsstrategie" für Intel. Seiner Meinung nach könnte Intel die mit Poulson überarbeitete Architektur beibehalten und nur die Strukturbreite nach und nach anpassen. Damit könnte Intel sein letztes Versprechen, nämlich den Itanium bis 2020 zu unterstützen, ohne großen Aufwand einhalten.

Der 2001 als erste komplett neue Architektur nach x86 vorgestellte Itanium, der Supercomputer und große Server antreiben sollte, konnte sich am Markt nie richtig durchsetzen. Gerade im Bereich der schnellsten technisch-wissenschaftlichen Maschinen hat er in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren - viele x86-Kerne, IBMs Power-Prozessoren und GPUs haben dort die Führung übernommen. So findet sich in der aktuellen Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer kein einziges Itanium-System mehr.


zonk 19. Feb 2013

das wuerde ich auch so sehen ;)

ursfoum14 19. Feb 2013

Intel kann auch nicht soviel Parallel. Die müssen um ihre Zukunft bangen und züchten nun...

oSu. 18. Feb 2013

AIX auf Itanium? Habe ich irgendwas nicht mitbekommen?

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektleiter/in
    Lecos GmbH, Leipzig
  2. Mitarbeiter Service Desk/IT-Support (m/w)
    Augustinum gemeinnützige GmbH, München
  3. HW Engineer / Expert for Telematics & Connectivity Systems / Hardware Ingenieur (m/w)
    Harman Becker Automotive Systems GmbH, Ulm
  4. Integration Tester (m/w) (Divison Issuing)
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. Watch Dogs - Deluxe Digital Edition [PC Download]
    22,97€
  2. NEU: Diablo III - Ultimate Evil Edition (PS4)
    32,97€
  3. Battlefield 4 Download
    11,97€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Guardians of Peace

    Sony-Hack wird zum Politikum

  2. Urheberrecht

    Flickr Wall Art nutzt keine CC-Bilder mehr

  3. Rohrpostzug

    Hyperloop entsteht nach Feierabend

  4. IT-Bereich

    China will ausländische Technik durch eigene ersetzen

  5. Chaton

    Samsung schaltet seinen Messenger ab

  6. Lehrreiche Geschenke

    Stille Nacht, Bastelnacht

  7. Samsung NX300

    Unabhängige Firmware verschlüsselt Fotos

  8. Arbeiter in China

    BBC findet schlechte Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferer

  9. Misfortune Cookie

    Sicherheitslücke in Routern angeblich weit verbreitet

  10. Deutscher Entwicklerpreis 2014 Summit

    Das dreifache Balancing für den E-Sport



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Linshof: Die gut versteckte Firma hinter dem Wunder-Smartphone
Linshof
Die gut versteckte Firma hinter dem Wunder-Smartphone
  1. Smartphone-Markt Samsung schwächelt weiter, Xiaomi drängt in die Top 5
  2. Xodiom Spitzensmartphone scheint ein Schwindel zu sein
  3. Puzzle Phone Neues modulares Smartphone soll 2015 erscheinen

Yotaphone 2 im Test: Das Smartphone neu gedacht - und endlich auch durchdacht
Yotaphone 2 im Test
Das Smartphone neu gedacht - und endlich auch durchdacht

Grafiktreiber im Test: AMD wagt mit Catalyst Omega Neuanfang samt Downsampling
Grafiktreiber im Test
AMD wagt mit Catalyst Omega Neuanfang samt Downsampling
  1. Partikelsimulation Nvidias Flex rührt das Müsli an
  2. Geforce GTX 980 Matrix Asus' Overclocker-Grafikkarte schmilzt Eis
  3. Dual-GPU-Grafikkarte AMDs Radeon R9 295 X2 nur kurzfristig billiger

    •  / 
    Zum Artikel