Prozessoren: Bei 5 Nanometern ist Moore's Law am Ende
Intels Tick-Tock-Modell funktioniert - noch. (Bild: Intel)

Prozessoren Bei 5 Nanometern ist Moore's Law am Ende

Der ehemalige Intel-Mitarbeiter Robert Colwell hat im Rahmen der Hot-Chips-Konferenz prophezeit, dass Moore's Law seiner Ansicht nach nur noch bis etwa 2020 gültig sein wird. Gordon Moore selbst sieht dies ähnlich.

Anzeige

Der Direktor für Mikroprozessoren bei der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), Robert Colwell, hat sich auf dem Hot-Chips-Symposium sowie gegenüber Cnet zu Moore's Law geäußert und geht davon aus, dass dieses bis 2020 gültig sein dürfte. Möglicherweise, so Colwell in seinem Vortrag "The Chip Design Game at the End of Moore's Law", könnte diese Theorie der Halbleiterbranche auch bis 2022 umgesetzt werden.

Damit ist Colwell der gleichen Ansicht wie Gordon Moore selbst: 2005 bekräftigte der Intel-Mitbegründer sein "Gesetz", welches besagt, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem Halbleiter alle 12 Monate verdoppeln lässt - später korrigierte er sich auf 24 Monate und Intels ehemaliger Vizepräsident David House brachte die heute allgemein anerkannte Version von 18 Monaten ins Spiel. Eine Verdopplung der Transistoren ist nicht gleichbedeutend mit einer Verdopplung der Leistung.

Colwell führt in seinem Vortrag aus, die Problematik beim Einhalten von Moore's Law sei nicht unbedingt Technik für die immer kleineren Fertigungsprozesse, sondern die daran gekoppelten Kosten. Die Fab8 in New York kostete Globalfoundries rund 6 Milliarden US-Dollar, das zugehörige R&D-Zentrum noch einmal 2 Milliarden. Die immensen Investitionen sind auch der Grund, warum Intel die Fab D1X für mehrere Milliarden US-Dollar auf 450-mm-Wafer umrüstet, denn mit größeren Siliziumscheiben sinken die Produktionskosten pro Chip deutlich.

Der aktuelle Stand der Technik bei Prozessoren sind 22 Nanometer, Intel beginnt kommendes Jahr mit der Fertigung von Chips im 14-Nanometer-Verfahren, Samsung plant dies ebenfalls. TSMC, der größte Auftragsfertiger der Welt, startet 2014 die Massenproduktion der 20-Nanometer-Technik und 2015 mit 16 nm, dann erstmals mit Fin-FETs. Als Robert Colwell 2001 Intel verließ, nachdem er dort maßgeblich an der P6-Architektur beteiligt war - auf der alle folgenden Intel-Architekturen aufbauen -, waren noch 130 Nanometer üblich. Derzeit sind etwa 650 mm² pro Chip das Limit der Chipfertigung, IBMs Power8 ist ein solcher Gigant und Nvidias GK110 ist auch nicht sehr viel kleiner - eine Verkleinerung der Strukturen ist also essenziell.

Colwell als Direktor der Darpa hält es offiziell für möglich, 2020 eine Verkleinerung auf 7 Nanometer erreichen zu können, Colwell persönlich erachtet zwei Jahre später auch noch den Wechsel auf 5 Nanometer für machbar. Um dies überhaupt zu realisieren, müssen die Chipfertiger höchstwahrscheinlich auf die EUV-Lithographie (Extreme Ultra Violet) zurückgreifen. Diese Technik arbeitet mit extrem kurzen Wellenlängen, die Strahlung ist somit nur im Vakuum einsetzbar. Intels ehemaliger Cheftechniker Justin Rattner erachtet EUV als zu teuer, eine Alternative benannte er nicht. Was sich nach 7 oder gar 5 Nanometern als Technik durchsetzt, ist bisher unklar, so der einstige CTO: "Da lauert ein Problem am Horizont."


hackCrack 23. Jan 2014

Musst du so alte thread-leichen ausgraben? ^^

HubertHans 05. Sep 2013

Die CD-ROM kennt kein Kopierschutzverfahren. Ist ein Kopierschutz auf der Scheibe, isses...

klondigit 04. Sep 2013

Conrad van Orton hätte vlt gesagt: "Immer wenn Du glaubst es sei vorbei mit der...

Kalle_Grabowski 03. Sep 2013

Ja, stacked chips geistern schon etwas länger durch die Gegend. Ich denke aber schon...

GodsBoss 02. Sep 2013

zumindest für die aktuelle Technik. Wenn ich mir die Visionen des letzten...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Software Specialist (m/w) Patent Annuities Department
    Dennemeyer Group, Howald (Luxembourg)
  2. IT-Enterprise Storage Architect (m/w)
    Media-Saturn IT Services GmbH, Ingolstadt
  3. Gruppenleiter (m/w) für Software-Qualitätsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen bei Stuttgart
  4. Inhouse Consultant (m/w) RightNow (Oracle Service Cloud)
    MS E-Business Concepts & Services GmbH, Ingolstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Augmented Reality

    Google investiert 542 Millionen US-Dollar in Magic Leap

  2. Mac OS X 10.10

    Aufregung um erweiterte Spotlight-Suche

  3. Mitsubishi Aircraft MRJ90

    Regionaljet aus Japan soll in wenigen Monaten abheben

  4. Desktop-Prozessor

    Nachfolger des Core i7-5960X erst 2016

  5. ALPR

    Massenhafte Erfassung von KFZ-Kennzeichen in Deutschland

  6. Paranautical Activity

    Entwicklerrücktritt nach Morddrohungen gegen Gabe Newell

  7. Amazon Fire TV

    Nicht funktionierende Pin-Abfrage verärgert Nutzer

  8. iPad Air 2 Benchmark

    Apples A8X überrascht mit drei Prozessor-Kernen

  9. Makesmith CNC

    CNC-Fräse als Bausatz für 300 US-Dollar

  10. Sony

    Kamerasensor für mondlose Nächte



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Google: Nexus 9 als erstes Tablet mit 64-Bit-Tegra von Nvidia
Google
Nexus 9 als erstes Tablet mit 64-Bit-Tegra von Nvidia
  1. Android L Das L steht für Lollipop
  2. Volantis Nexus 9 bekommt FCC-Zertifizierung

Legale Streaming-Anbieter im Test: Netflix allein macht auch nicht glücklich
Legale Streaming-Anbieter im Test
Netflix allein macht auch nicht glücklich
  1. Netflix-Statistik Die Schweiz streamt am schnellsten
  2. Deutsche Telekom Entertain ab dem 14. Oktober mit Netflix
  3. HTML5-Videostreaming Netflix bietet volle Linux-Unterstützung

Retro-Netzwerk: Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern
Retro-Netzwerk
Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern

    •  / 
    Zum Artikel