Das Wayland-Projekt wehrt sich gegen Canonicals Aussagen.
Das Wayland-Projekt wehrt sich gegen Canonicals Aussagen. (Bild: Canonical)

Projekt Mir Wayland-Entwickler ärgern sich über Canonical

Kristian Høgsberg und andere Entwickler des Wayland-Teams wehren sich gegen die von Canonical erhobenen Vorwürfe gegen ihren Displayserver. Sie seien schlichtweg falsch. Inzwischen wurde die Canonical-Webseite geändert.

Anzeige

"Pisst nicht auf Wayland!": Mit drastischen Worten hat Wayland-Initiator und Entwickler Kristian Høgsberg auf Vorwürfe von Canonical reagiert, mit denen das Unternehmen die Entwicklung eines eigenen Displayservers unter dem Namen Mir begründet. Die auf der Mir-Projektseite angeführte Aussage, Wayland habe die Sicherheitsprobleme bei der Eingabe von Xorg übernommen, sei völlig falsch, schreibt Høgsberg. Er müsse sich nun wochenlang rechtfertigen. Inzwischen sind die Vorwürfe auf der Mir-Webseite gelöscht worden.

In einem IRC-Chat diskutierten Høgsberg und weitere Entwickler des Wayland-Teams mit dem Canonical-Entwickler Chris Halse Rogers auch darüber, warum Canonical seine Unterstützung für Wayland zurückgezogen hat. Canonical hätte seine eigenen Wünsche bei dem Projekt einreichen oder zumindest die Wayland-Entwickler in seine Pläne einweihen können. Stattdessen habe es über Monate hinweg keinen Kontakt mehr gegeben. Halse Rogers, der bis dahin noch Patches für einen System Compositor für Wayland eingereicht hatte, sagte, er sei von dem Projekt abgezogen und der Entwicklung von Mir zugeteilt worden.

Erst Wayland, dann doch Mir

Noch Ende Juli 2012 hatte Canonical seine Unterstützung für Wayland zugesichert und die Integration Waylands zum langfristigen Ziel erklärt. Mangels funktionierender und stabiler Schnittstellen taten sich die Entwickler dort allerdings noch schwer. Außerdem fehlten Wayland noch die Schnittstellen zu den proprietären Treibern von Nvidia und AMD. Mit Mir setzt Canonical inzwischen auf das Android-Treiber-Modell. Schwerpunkt der Mir-Entwicklung sei vor allem die Unterstützung für mobile Plattformen und EGL/GL ES, heißt es jetzt. Canonical will aber bei den Herstellern proprietärer Treiber um Unterstützung für Mir bitten, denn Canonicals Displayserver soll auch in der Desktopversion von Ubuntu zum Einsatz kommen. Eine ähnliche Aussage in Bezug auf Wayland hatte Canonical aber auch gemacht.

Eigener Eingabeprozess

Laut Halse Rogers will Canonical einen anderen Eingabeprozess implementieren als Wayland. Die Eingaben sollen über einen externen Prozess an alle Clients weitergeleitet werden. Die Verwaltung der Eingabegeräte übernimmt Unity, der System Compositor gibt sie nur weiter. Dazu müsse aber ein entsprechender IPC-Mechanismus umgesetzt werden.

Auf die Frage, warum Canonical nicht mit dem Wayland-Projekt kooperiere, antwortete Halse Rogers, er sei unsicher gewesen, ob die Entwickler die für Mir geplanten Funktionen in Wayland umsetzen würden - und ob "Wayland dann noch Wayland wäre". Den Vorwurf Høgsbergs, Canonical wolle das Urheberrecht des Mir-Codes mit seinen Contributor License Agreements für sich beanspruchen, ließ Halse Rogers unkommentiert.


Atalanttore 10. Mär 2013

Canonical entwickelt sich immer mehr zum Ar***loch.

mag 07. Mär 2013

Sehr interessanter und fundierter Beitrag. Danke dafür!

insertcoinplease 07. Mär 2013

Aber es ist doch relativ neu das Qt5/QML vollständig in OpenGL ES 2.0 läuft, oder? Und...

Seitan-Sushi-Fan 07. Mär 2013

Canonical gehört Mark Shuttleworth und der ist keinen Aktionären Rechenschaft schuldig.

PyCoder 06. Mär 2013

1) Das Canonical irgendwelche Versprechen macht und nie einhält 2) Das Canonical über...

Kommentieren



Anzeige

  1. Teamleiter Project Management Office (m/w)
    LS telcom AG, Lichtenau
  2. Development Tools Software Ingenieur (BSL) (m/w)
    TEXAS INSTRUMENTS Deutschland GmbH, Freising bei München
  3. System- und Software-Entwicklungsingenie- ur/-in für Fahrerassistenzsysteme
    Robert Bosch GmbH, Leonberg
  4. Produktsoftwareentwickler Vorentwicklung Cloud / Serverplattform (m/w)
    Robert Bosch Car Multimedia GmbH, Hildesheim

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. PCGH-Supreme-PC GTX980-Edition
    (Core i7-4790K + Geforce GTX 980)
  2. Samsung Ultra-HD-Monitor U28D590D
    339,00€ inkl. Versand über Redcoon
  3. GeForce GTX 960
    ab 199,90€ bei Alternate lieferbar

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Netzausbau

    Vodafone will Telekom einholen

  2. China

    Neue Zensurmaßnahmen gegen VPNs

  3. Xbox One

    Neue Firmware macht das Gamepad schneller

  4. Motorola

    Apple soll Fingerabdrucksensor beim Nexus 6 verhindert haben

  5. Sentry Eye Tracker ausprobiert

    Nur Anfänger starren auf die Mini-Map

  6. Zenwatch

    Asus-Chef will Smartwatch mit einer Woche Akkulaufzeit

  7. Augmented Reality

    Lagerarbeiter profitieren von Datenbrillen

  8. OS X Yosemite 10.10.2

    Backup von iCloud Drive in Time Machine

  9. Gewinnrückgang

    "Microsoft ist weiterhin im Wandel"

  10. Music Key

    Alles oder nichts für Indie-Musiker bei Youtube



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Heimkino-Raumklang von oben: Dolby Atmos klingt gut, Auro 3D klingt besser
Heimkino-Raumklang von oben
Dolby Atmos klingt gut, Auro 3D klingt besser
  1. DTS:X Probe gehört Dolby-Atmos-Konkurrent arbeitet mit Deckenlautsprechern
  2. Surround-Sound Holpriger Start für Blu-ray-Discs mit Dolby Atmos
  3. Interstellar in 70 mm Berliner Zoo Palast schiebt die Digitalprojektoren beiseite

Neues Betriebssystem: Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
Neues Betriebssystem
Microsoft nennt viele neue Details zu Windows 10
  1. Microsoft Nicht alle Windows-Phone-Smartphones erhalten Windows 10
  2. Surface Hub Microsoft zeigt Konferenzsystem mit Digitizer und Windows 10
  3. Hololens mit Windows Holodeck-Zeitalter mit einer autarken Datenbrille

IMHO: Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
IMHO
Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
  1. Zu viele Krisen Unions-Obmann im NSA-Ausschuss hört auf
  2. Snowden-Unterlagen NSA entwickelt Bios-Trojaner und Netzwerk-Killswitch
  3. Exdatenschützer Schaar Telekom könnte sich strafbar gemacht haben

    •  / 
    Zum Artikel