Privatsphäre Gericht zwingt Twitter zur Herausgabe von Nutzerdaten

Twitter muss die Daten eines Nutzers herausgeben, der sich an den Occupy-Wall-Street-Protesten im Herbst 2011 in Manhattan beteiligt hatte. Das hat der zuständige Richter am New York State Supreme Court angeordnet. Andernfalls droht dem Microbloggingdienst eine Geldstrafe.

Anzeige

Bis kommenden Freitag, den 14. September 2012, hat Twitter Zeit, die Nutzerdaten eines Occupy-Wall-Street-Demonstranten herauszugeben. Das hat Richter Matthew A. Sciarrino vom New York State Supreme Court entschieden, berichtet unter anderem Bloomberg. Andernfalls drohe dem Microbloggingdienst eine Geldstrafe, deren Höhe anhand der letzten beiden Quartalsbilanzen des Unternehmens festgelegt werde.

"Ich kann weder Twitter noch den kleinen blauen Vogel ins Gefängnis stecken", sagte Sciarrino. Also sei der einzige Weg eine finanzielle Strafe.

Twitter hatte zuvor Berufung gegen ein Urteil eingelegt, wonach ursprünglich gelöschte Tweets eines Occupy-Aktivisten herausgegeben werden müssten. "Wenn du einen Tweet postest, dann ist das so, als würdest du aus dem Fenster rufen. Es gibt dann keinen vernünftigen Grund für einen besonderen Schutz auf Privatsphäre", begründete Sciarrino seine Entscheidung von Ende Juni. Was man der Öffentlichkeit gebe, gehöre auch der Öffentlichkeit.

Der angeklagte Managing Editor des Onlinemagazins The New Inquiry, Malcolm Harris, hatte anfangs selbst versucht, die Durchsuchung seiner Twitter-Daten juristisch zu verhindern. Sciarrino hatte im April 2012 aber entschieden, dass nicht Harris, sondern Twitter der Besitzer der Daten sei. Twitter hatte sich daraufhin geweigert, die Daten von Harris herauszugeben, mit Verweis auf seine AGB, die besagten, dass die Accountbesitzer Eigentümer ihrer Posts seien, und nicht Twitter.

Harris war am 1. Oktober 2011 zusammen mit 700 weiteren Demonstranten auf der Brooklyn Bridge in Manhattan verhaftet worden. Ihm sollen die Twitter-Konten @destructurmal und @getsworse gehört haben.

Die Ermittler wollen durch die Analyse seiner inzwischen gelöschten Tweets in den Wochen vor der Protestaktion feststellen, ob Harris gewusst hatte, dass die Aktion auf der Hängebrücke von der Polizei zuvor verboten wurde. Außerdem wird ihm vorgeworfen, während der Protestaktionen entgegen den Anweisungen der Polizei gehandelt zu haben. Das bestreitet Harris. Auch darüber sollen die Daten Auskunft geben.

Kritisiert wurde das Vorgehen der New Yorker Justiz unter anderem von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union. Beschuldigte sollten die Möglichkeit haben, die Herausgabe ihrer Daten durch Dritte zu verhindern, hieß es in einer Stellungnahme.


Sharra 12. Sep 2012

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm die gesamte Contentindustrie mit einer Inbrunst...

ibsi 12. Sep 2012

Also im Normalfall kann man bei Twitter doch sagen ob man die Ortsangaben mitsenden will...

fratze123 12. Sep 2012

Vor meinem Fenster steht für gewöhnlich niemand, der meine Rufe mitschneidet und...

Kommentieren



Anzeige

  1. Quality Assurance Engineer / Rollout and System Integration (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  2. Softwareentwickler (m/w) Java EE
    D.O.M. Datenverarbeitung GmbH, Nürnberg, Ingolstadt
  3. Junior Fleet IT Systems Manager (m/w)
    TUI Cruises GmbH, Hamburg
  4. Trainee (m/w) für Telematik-Anwendungen im After Sales
    Daimler AG, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Marketplace

    Amazon-Händler verklagt Kunden wegen negativer Bewertung

  2. Elektromobilitätsgesetz

    Parken Elektro- und Hybridautos bald kostenlos?

  3. FlashQ

    Entfesselt blitzen mit Crowd-Unterstützung

  4. Vic Gundotra

    Chef von Google Plus verlässt das Unternehmen

  5. Quartalsbericht

    Amazon weiter mit hohem Umsatz und etwas Gewinn

  6. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  7. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  8. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  9. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  10. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Energie: Wasser + Energie = Treibstoff
Energie
Wasser + Energie = Treibstoff

Die US-Marine erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Meerwasser, einer praktisch unbegrenzt verfügbaren Ressource. Das funktioniert und ist zukunftsträchtig. Aber bitte mit einer umweltfreundlichen Stromquelle, sagt ein Experte.

  1. Windenergie Strom erzeugen mit Flügelschlag
  2. Greendatanet Autoakkus für Rechenzentren

Reprap: "Waschmaschinen werden auch nur 5% der Lebenszeit verwendet"
Reprap
"Waschmaschinen werden auch nur 5% der Lebenszeit verwendet"

Ein 3D-Drucker gehört in jeden Haushalt, sagt der Reprap-Erfinder Adrian Bowyer. Er erklärt weshalb, und wieso wir schon auf dem besten Wege dahin sind.

  1. Lix Pen Winziger 3D-Druckstift malt Kunststoff in die Luft
  2. Micro 3D Printer 3D-Drucker für 220 Euro macht Furore auf Kickstarter
  3. 3D-Druck Hamburger Bibliothek stellt 3D-Drucker auf

Conversnitch: Die twitternde Abhörlampe
Conversnitch
Die twitternde Abhörlampe

Conversnitch ist eine kleine Lampe, die unauffällig Gesprächsfetzen aus ihrer Umgebung mitschneidet, online eine Spracherkennung durchführt und den Text auf Twitter postet. Die Kunstaktion soll das Bewusstsein für die alltägliche Überwachung wecken.

  1. Menschenrechte Schärfere Exportkontrollen für Spähprogramme gefordert
  2. NSA-Skandal "Europa ist doch keine Kolonie"
  3. Frankreich Geheimdienst greift auf alle Daten von Orange zu

    •  / 
    Zum Artikel